Welcome to Australia

 

 22. -28. November Safety Bay & Toyota Land Cruiser

Die Schweizer besitzen nun ein Konto in Australien! Und unsere Bankkarte wartet schon in Rockingham auf uns. Yannick zückt sie bei jeder Gelegenheit. Da wir das Auto ausstatten, gibt es gewiss viele Gelegenheiten. 

Wir sind zurück in Safety Bay, Rockingham. Unsere Freunde nehmen uns wieder mit offenen Armen in Empfang. So haben wir ein Zuhause und können uns in Ruhe dem Toyota widmen. 

Viele Australier lieben das Campen, so gibt es auch nicht wenige Läden für die Ausrüstung.

Wir investieren in einen günstigen Dachträger, ein romantisches Dachzelt und einen praktischen Heckauszug. 

Bevor wir das alles am Auto anbringen, lassen wir einiges an Material, wie die Swags, in Perth zurück. Den Land Cruiser putzen wir Innen, Yannick macht noch einen Ölwechsel, mit der Hilfe von Gregg Fisher. 

Den Dachträger montieren wir gemeinsam, einigermassen friedlich, direkt vor dem riesigen Lagerhaus von 4wdSupacentre. Ebenfalls das Dachzelt, aber dies in Ruhe und mit geeignetem Werkzeug zuhause. Den Heckauszug als Letztes, auch dies nimmt viel Zeit und Mühe in Anspruch. Am Schluss passt der Kühlschrank nicht so drauf wie erwartet, aber auch für das Problem hat Yannick eine Lösung bereit. 

Wir räumen alles ein, diese Aufgabe fällt eher mir zu, dafür wird er auch nie irgendetwas finden. In unserer Shoppingwut haben wir noch einiges an Geschirr, Solardusche, Werkzeug und so weiter gekauft. 

Trotz dem straffen Vorbereitungsprogramm, bleibt doch noch Freizeit übrig. Wir unternehmen verschiedene Tätigkeiten mit der Familie Fisher, einen Bowling Abend, baden im Pool, sehen uns das Foodtruckfestival am Strand an und geniessen nette Familiennachtessen. Ich finde sogar einige Minuten um einen Zopf zu backen, das Einkaufen der Zutaten war nicht ganz so einfach, aber schlimmer ist es bei der Herstellung des Teigs. Ich mühe mich ab und so dauert dies auch um einiges länger als normalerweise. Endergebnis für mich nicht ganz zufriedenstellend, zumindest mögen die Australier und Yannick den Zopf. 

Nicht nur der Zopf erinnert an unser Zuhause, beim umpacken habe ich noch ein Geschenk von meinem lieben Bruder und seiner netten Freundin entdeckt. Polaroidfotos von unserem Abschiedsapero mit unseren Familien und Freunden in Thun. Mit Freude haben Yannick und ich die Fotos durchgeschaut und wieder sicher zur Weiterreise verpackt, das sie besser als in meinen Trekkingschuhen aufgehoben sind.

Wir sind schon eine Weile ein Paar, trotzdem Überrascht mich Yannick immer noch oft. Diesmal hat er eine verfrühte Geburtstagsüberraschung für mich. Durch einen Vorwand lockt er mich zu einem Kiteshop und erklärt mir dann ohne Umschweife; „Überraschung, Happy Birthday, du bekommst heute Kitelektionen.“ 

Ich bleibe wie angewurzelt stehen und könnte ihn, würgen, schlagen, keine Ahnung… Jedenfalls bin ich stinkwütend. 200 Dollar für zwei Stunden Kitelektionen, das soll ein Geburtstagsgeschenk sein!?! Ein neues Kleid, ein T-shirt oder eine Jahreskarte für die Nationalparks, da wäre ich echt nicht wählerisch, aber nein, er hat die fixe Idee ich soll Kitesurfen lernen. 

Das Geschenk kann man leider nicht umtauschen und mein netter holländischer Kitelehrer kann ja auch nichts für. 

Am Ende ist es wie so oft, ich muss über meinen eigenen Schatten springen, mit einem gewaltigen Schubser von Yannick dazu. Jedenfalls bin ich am Tag darauf wieder dort, freiwillig, und kämpfe mit dem Kite, Wind und dem Wasser. Nach reiflicher Überlegung, mindestens 24 Stunden, da ich nie sehr entscheidungsfreudig bin, kaufen wir eine Ausrüstung aus zweiter Hand von meinem Kitelehrer. 

Müde von unseren Unternehmungen falle ich abends ins Bett und träume von den Zigaretten die ich tagsüber nicht rauchen darf.

 

20. & 21.November Onslow - Bush Bay - Dongara

Dampier - Onslow war 300km, die wir Gestern gemacht haben, heute geht es weiter. Die Idee nach Coral Bay oder Ningaloo Reef zu fahren, haben wir verworfen, da es nicht Direkt auf dem Rückweg nach Perth liegt. Wir werden ja diese Strecke, wenn alles gut geht, nochmals fahren. Also machen wir uns auf Richtung Carnarvon. 

Das Einzige was beim fahren für etwas Abwechslung sorgt sind Baustellen, oversize trucks (Lastwagen die so grosse Fracht haben das sie über ihre Fahrspur hinausragt) und die Stopps an den Tankstellen. Da gibt es zwei Kaffes für 11 Dollar und einige andere Reisende zu bestaunen; Campers, Autos die Boote durch die Wüste transportieren und road trains (Lastwagen die 3 Anhänger mitführen, bis zu 36.5m lang).  

Stunden nachdem wir in Onslow aufgebrochen sind, fahren wir an Carnarvon vorbei. Wir suchen einen Strand an dem wir Wildcampieren können. Die erste Abzweigung ist gesperrt, also suchen wir weiter. Die nächste Kiesstrasse scheint befahrbar zu sein, so kommen wir in Bush Bay an. Viel gibt es nicht hier, ganz alleine am Strand, zwischen Büschen und vielen Fliegen stellen wir unsere Zelte, möglichst vom starken Wind geschützt, auf. Auf dem Feuer mach wir den Fisch den wir gestern Abend bekommen haben und geniessen dabei einen prächtigen Sonnenuntergang mit einem wunderschönen Farbenspiel. 

Die 530km haben uns müde gemacht, so geht es früh in die Welt der Träume. 

Ein weiterer Tag an dem wir viel fahren wollen, so stehen wir früh wieder auf. Das Frühstück findet nicht statt, unsere Küche ist wegen einer Invasion an Fliegen geschlossen, wir packen und flüchten. 

Die Landschaft verändert sich, die Wüste weicht riesigen Kornfeldern. Auch gibt es wieder mehr Zivilisation, Farmen sind zu sehen und wir fahren sogar durch eine Stadt mit Ampeln. Da bin ich schon etwas überfordert, seit fast 1000 km musste ich an keiner Ampel mehr halten, mich im Kreisverkehr einreihen oder mit so „vielen“ Autos klar kommen. 

In Dongara fahren wir auf einen Big4 Camping, wir geniessen die Dusche, die Campingküche, vor allem den Grill, so darf es auch 40 Dollar die Nacht kosten. 

Das Meer ist wild und schön und das Dorf klein und hübsch. 

Es waren wieder über 500km die wir zurückgelegt haben, wir spielen noch eine Runde Backgammon, dann geniessen wir den wohlverdienten Schlaf.

 

18. & 19. November Pannawonica - Dampier - Onslow

Vor der Mittagszeit fahren wir zurück nach Karratha, dank dem Papier das uns Andy besorgt hat. Dies ist eine Erlaubnis um das Auto nach Karratha fahren zu dürfen, da die Fahrzeugprüfung und Einlösung nicht in Pannawonica gemacht werden kann.

Ich habe das Vergnügen den Land Cruiser fahren zu dürfen und Yannick fährt mit dem Mietauto hinter mir her. Wir haben ein Zimmer in einem Hotel in Dampier, eigentlich ganz hübsch, aber der Ort wie auch das Hotel haben schon bessere Zeiten gesehen.

Es ist wie immer extrem windig als wir etwas die Gegend zu Fuss erkunden. Kurz vor Sonnenuntergang fahren wir noch auf den Kangaroo Hill und tatsächlich gibt es dort Kängurus. Sehr gut zwischen den Steinen und dem schwindenden Sonnenlicht getarnt, sieht man sie eigentlich erst wenn sie schon davon hüpfen. Auf unserer Erkundung haben wir noch ein Yachtclub gesehen, dort geniessen wir das Abendessen, Fish and Chips, yami!

Morgens müssen wir schon um 6 Uhr aufstehen, wir haben viel geplant. Fahrzeugprüfung, Einlösen, Einkaufen, Mietauto zurückgeben und los gehts!

So schnell klappt es dann aber doch nicht… In der ersten Autowerkstatt: „Habt ihr ein Termin?“ Wir: „Neeein!?“ „Wir sind ausgebucht für die ganze Woche!“ 

Ja, sch*****! Es gibt aber noch 3 andere Garagen, bei der nächsten, wieder dasselbe, ausgebucht über eine ganze Woche. Die Beiden anderen liegen etwas ausserhalb der Stadt, in einem Industriegebiet. Wieder dieselbe Frage und Antwort, aber Yannick erzählt und fleht und schliesslich dürfen wir das Auto sofort prüfen lassen. 

Er findet auch Dinge die Repariert werden müssen, bevor er das ok gibt. Klingt alles teuer, Radlager, Handbremse und so weiter, ist es aber glücklicherweise nicht, nur 380 Dollar inklusive der Fahrzeugprüfung. Auch beim Einlösen haben wir Glück, das Auto ist jetzt auch mich registriert! Yeah! (Hab ich mir bei dem Papierkrieg auch verdient)

Genug Wasser und Lebensmittel haben wir eingekauft, die lange Rückfahrt nach Perth kann starten. Wir werden noch kurz an einem Bahnübergang gestoppt, kurz ist natürlich relativ, wenn man das Ende des Zuges nicht sehen kann.

Um Campingplätze, geeignete Strassen, Tankstellen, Einkaufsmöglichkeiten, ect. zu finden benutzen wir verschiedene Hilfsmittel: zum einen Googlemaps (wo man nicht immer alles glauben sollte), Galileo (funktioniert super, da offline verfügbar), CamperMate App und die gute alte Autokarte auf Papier. So finden wir auch eine tolle Kiesstrasse, die uns 50km nach Onslow einspart und eine tolle Strecke zufahren ist. Rote Wüste und Termitenhügel soweit das Auge reicht. Den einzigen Camping im kleinen Ort hätten wir wohl auch ohne Hilfe gefunden. Wir stellen das Erstmal die kleinen Einmannzelte auf, Swags genannt, was wirklich einfach und schnell geht.

Wir lernen nach dem Abendessen eine nette Aussie Familie kennen, bis um 1 Uhr trinken wir Bier, Rum und haben eine angenehme Unterhaltung. 

 

17. November Pannawonica

Manchmal klappt es nicht wie man sich das vorgestellt hat...

Schon am Abend vor unserem Abflug nach Karratha kamen die eher schlechten Nachrichten. 

Trotzdem, wir fliegen mit Virgin, einen knapp 2h Inlandflug, nach Karratha . Kurz vor der Landung überfliegen wir Pannawonica, der Ort in dem “unser” Toyota Land Cruiser 100 series steht. 

Der Flughafen ist klein und unkompliziert, wir bekommen ohne Probleme ein Mietauto. 100km pro Tag sind inklusive, danach kostet der Kilometer 25 Cents. Wahrscheinlich der einzige Ort der Welt an dem man die Kilometer bezahlen wird, da man sie auch ganz bestimmt fahren muss.

Die Hitze ist schon morgens vor 9 Uhr erdrückend, das Thermometer zeigt 40 Grad an. 

Pannawonica ist ca. 600 Einwohner klein, so haben wir das Glück die Person zu finden die auf den Toyota aufpasst. 

Am Abend zuvor konnten wir ihn nicht erreichen, die einzige Nachricht die wir bekamen war, dass der Wagen noch nicht eingelöst sei. 

Der Flug war aber schon gebucht, deshalb tauchen wir auch ziemlich unverhofft vor seiner Tür auf. So wie Australier eben sind, hat er uns zuerst auf einen Kaffe eingeladen, stellt uns sein Gästezimmer zur Verfügung und fährt schliesslich mit uns zum Toyota. Dieser springt nicht an, der nächste Australier kommt zu Hilfe und gibt uns schlussendlich eine neue Batterie. 

Bei 45 Grad finden wir es eine tolle Idee den Wagen zu waschen und auszuräumen. Unser  Gastgeber hat uns geraten auch ja Wasser mitzunehmen und einen Hut zu tragen. 

Das Ganze hat dann auch ziemlichen Hunger gegeben, so probieren wir die Taverne aus, eines der wenigen Restaurants in Pannawonica.

Abends gehen wir mit unserem Freund und seinem speziellen Hund Roxy (ein Dingo), noch mit in den Sportclub. Bei ein paar Bieren und Cricket lernen wir noch andere Bewohner dieser speziellen Stadt kennen. 

Übrigens ist Pannawonica eine Mienenstadt, in der Nähe wird Eisenerz abgebaut, die ganze Stadt gehört mehr oder weniger Rio Tinto. Die Preise für uns sind ziemlich hoch (sogar als Schweizer), die Minenarbeiter bekommen ein gutes Gehalt, Strom und Wasser wird bezahlt und die Miete ist mehr ein symbolischer Preis. 

 

14.-16. November Rockingham

Rockingham und die Strände in der Umgebung entspringen fast einem Reisekatalog. Yannick hat gleich seinen Kite Spot gefunden und ich eine tolle Laufstrecke, am Meer, wow. 

Rockingham hat eine hübsche Promenade und tolle Strände aber auch Fremantle, das hübsche Hafenstädtchen im Kolonialstil, hat einiges zu bieten.  

Eigentlich ist alles perfekt, wäre da nicht die üble Laune die uns manchmal heimsucht. 

Es war schon längstens an der Zeit mit dem Rauchen aufzuhören, da ist unbezahlbar hohe Zigarettenpreis in Australien natürlich ein Ansporn!

 

13. November Perth

Es ist soweit, das Flugzeug landet pünktlich in Perth, Western Australia.

Darauf haben wir lange gewartet. Seit der Idee bis heute sind viele Monate vergangen.

Die Vorbereitung und die Zeit die wir getrennt voneinander verbingen mussten,  hat einiges an Nerven gekostet.

Ins Schwitzen sind wir auch noch am Flughafen in Zürich gekommen, als uns die Dame am Check-in sagte das wir zu schweres Handgepäck dabei hätten. Satte 25kg zusammen, anstelle der erlaubten 14kg. Zu unserem Glück drückte sie beide Augen zu!!

Aber nun sind wir da, Australien! Mit dem Mietauto fahren wir zu unseren Freunden nach Rockingham, 40min südlich von Perth. 

Müde und glücklich kommen wir bei ihnen an.