South Australia

28. Januar - 1. Februar Kangaroos Island

Nach 45min ruhiger Überfahrt kommen wir auf Kangaroo island an. Als erstes zusehen ist ein flacher, schöner, weisser Sandstrand. Doch wir verlass die Touristenmassen die mit uns in Penneshaw angekommen sind und machen uns auf nach American River. Es gibt hier weder Amerikaner noch einen Fluss. Auch sonst nicht viel, einige Wohnhäuser, eine Post und ein Camping ist alles was man in diesem kleinen Idyllischen Ort finden kann. Noch ein Stück weiter über die Insel führt es uns nach Brownlow, nähe dem deutlich grösseren Dorf Kingscote. Wir quartieren uns in einem netten Camping ein. Es war ein langer Reisetag und dementsprechend sind wir auch müde.

Frisch starten wir in einen neuen Tag und beginnen mit einer Erkundungstour durch Kingscote. Massen an Touristen aus Bussen und Kreuzfahrtschiffen stürmen die Souvenirläden. Nachdem wir gestern nicht einkaufen konnten, wegen dem unerwarteten verlängerten Aussie Day Wochenende, müssen wir das aber noch hier erledigen. Bevor wir die Flucht ergriffen können. Nachdem einkaufen noch ein Telefonat, da man nicht überall mit so gutem Empfang gesegnet ist. Den ein Problem hat sich in den letzten Tagen ergeben. Unser geliebtes Dachzelt ist defekt. Eine Verstrebung hat sich gelöst und guckt jetzt bedrohlich aus der Abdeckung des Bodens hervor. Für alle die jetzt denken Yannick sei zu gross! Nein, es ist auf meiner Seite des Zeltes!

Yannick, gekonnt wie immer, erledigt das Problem am Telefon in wenigen Minuten. Wir können ein neues Zelt in Melbourne abholen. Bis dahin muss ich nur versuchen nicht durch den Zeltboden hindurch zu krachen!

Kaum fahren wir aus dem Dorf raus, hat es kaum mehr Leute. Am Bootsanlegesteg machen wir uns einen Spass daraus die Pelikane zu füttern. Anscheinend werden diese regelmässig gefüttert, was sie aber nicht geduldiger oder weniger Futterneidisch macht. 

Vom Meer hoch auf einen Hugel gibt es ein schönes Anwesen mit Meersicht und einem Weinberg. Es ist etwas früh am Tag um sich wieder durch die ganze Karte durchzu probieren, aber zwei kleine Gläser, eines Weisswein das andere Rosé. Wir entscheiden uns für zwei Flaschen leckeren Rosés. 

Etwas abseits der Touristenwege liegt Emu Bay. Auch hier sagt der Name nichts aus. Es gibt keine Emus am Strand. Dafür aber eine verspielte kleine Gruppe Delfine. Einer von ihnen macht sogar den Flipper. Schön zuzuschauen! Der Strand selbst ist auch nicht zu verachten, im Gegenteil, wunderschön und das Wetter passt. Es ist warm, kein Wind und das lädt zum baden ein. Ausnahmsweise auch keine Fliegen die Nerven. Wir bleiben den ganz Tag und da es hier niemanden stört, auch dir ganze Nacht.

Morgens will ich eigentlich früh raus um den Tierspuren die ich entdeckt habe auf den Grund zu gehen und den Sonnenaufgang zu begutachten. Da ich keine Tiere und keine Sonne zusehn gibt, geht es noch eine Weile zurück ins warme Bett.

Von Emu Bay, machen wir eine Strandtour durch den Norden der Insel. Keiner ist mehr so schön. Nur ein Strand gefällt mir sehr gut,

Versteckt hinter einem schmalen Felsdurchgang, haben Steinbrocken im Meer einen grossen Pool gebildet. Im klaren Wasser sind so viele Fische zusehen wie in einem Aquarium. Nur leider haben auch viele andere Touristen den versteckten Strand gefunden und es ist uns für Australienverhältnisse zu voll. So bewegen wir uns weiter über die verlassenen Staubstrassen in Richtung Nationalpark. Unterwegs entdecken wir ein Schloss, kein altes Europäisches, sonder ein selbstgebasteltes, rund um ein normales Wohnhaus gibt es Forts, Türme und sogar ein Wikingerboot su bestaunen. Wir machen noch etwas anderes aus auf unserem Weg und zwar den ersten Koala auf unserer Reise.

Er scheint weniger erfreut zu sein uns zu sehen, geschwindt klettert er auf den höchstgelegensten Ast, der ihn gerade noch so tragen kann.

Nach einer Weile lassen wir ihn in Ruhe und fahren weiter unseres Weges.

Die Landschaft hat sich verändert, von den braunen verbrannten Hügeln mit den Schafherden zu einem übigen grünen Eucalyptuswald, so weit das Auge reicht. Für einen Spaziergang durchs üppige Grün ist es aber zu heiss. Wir entschliessen uns lieber an einen Strand zu fahren, bevor wir auf den angestrebten Camping gehen. Wir finden Handson Bay. Wieder eine wunderschöne Bucht. Draussen toben die Wellen und am Strand ist das Wasser ruhig und türkisfarben. Die Erfrischung ist gross, durch die Wellen ist das Wasser aufgewühlt worden und kalt. Erfrischt treffen wir auf dem Campingplatz ein. Es gefällt uns sehr, es gibt einen Koala Walk und ein Lagoonen Walk. Und tatsächlich haben sie an der Rezeption nicht zuviel versprochen, wir sehen noch mehr Koalas, Kängurus und auch die ersten Wallabies. Die kleinere und ebenfalls sehr süsse Form von Kängurus. Gänse und viele Vogelarten gibt es bei den Lagunen. 

Beflügelt von den vielen tierischen Entdeckungen, planen wir für morgen früh einen kurzen Spaziergang im Nationalpark, auf der Suche nach Schnabeltieren und Ameisenigel. Früh machen wir uns auf die Socken, der Weg durch den australischen Busch ist sehr schön, aber leider haben wir kein Glück was die seltenen Tiere betrifft.

Beim Admirals Arch, gehört auch zum Nationalpark, haben wir mehr Erfolg. Hier lebt eine Kolonie Seelöwen mit ganz viel Nachwuchs. Viele liegen faul herum, einige sind aber spannender zum zuschauen. Sie zanken sich oder schwimmen elegant durchs Wasser. Das Gewölbe selbst, der Admirals Arch ist auch nicht zu verachten und beeindruckt mich.

Nach den Klippen mit dem tobenden Wasser, finden wir wieder einen ruhigen Strand. Aber der Wind hat stark aufgefrischt und es lädt nicht mehr zu einem Bad ein. Aber einen schönen Mittagsstopp ist es trotzdem. Beim Bales Beach sollte es eigentlich auch nochmals Seelöwen haben, aber dir haben sich wohl alle zu den Touristenattraktion an der Seal Bay verzogen. 

Defür hüpft uns noch fast eine Horde Wallabies vor unser Auto... Zum Glück nur fast!!!

Inzwischen sind wir ganz im Süden der Insel und finden auch hier wieder ein einsames Plätzchen zum wildcampieren. 

Der Abendspaziergang am Strand ist schön, aber etwas zu windig. Nur einen vorgeschmack was die unruhige stürmische Nacht bringt.

Nachdem wir die friedlose Nacht hinter uns gebracht haben, entfliehen wir in die Stadt, nach Penneshaw zurück. 

Eigentlich wollen wir eine Nacht noch hier bleiben, die Pingus suchen und den schönen Strand geniessen.

Die Pinguine sind gerade nicht zuhause und der Strand ist heute gar nicht mehr einladend. 

Es stürmt das der Sand nur so durch die Strassen von Penneshaw fegt.

Durch das aufgewühlte Meer kämpft sich also unsere Fähre zurück aufs Festland. Auch wir sind bei der Ankunft nicht unglücklich wieder festen Boden unter den Füssen zu haben.

 

26. Januar Aussie Day Special

Heute ist der Nationalfeiertag der Australier. Bei dieser Gelegenheit teile ich unser erworbenes Wissen über Australien mit euch. Geholfen dabei hat: Wikipedia, Dumont Reiseführer, Museen und viele viele Gespräche mit den Aussies. Ich werde mich möglichst kurz halten!

1770 geht James Cook in der Botany Bay vor Anker und nimmt den Ostteil des Kontinents für die Britische Krone in Besitz. Mit etwa 1’000 Siedlern, zumeist Strafverbannten, erreicht Arthur Philip am 18.01.1788 die Botany Bay und gründet am 26.01.1788 (Australia Day) in der nahen Port Jackson Bay die erste englische Niederlassung, das heutige Sydney. Die Zahl der Ureinwohner beträgt damals zwischen 500’000 und einer Million. Dem permanenten Nahrungsmittelmangel in den Anfangsjahren begegnet man mit der Erschliessung landwirtschaftlich nutzbarere Gebiete. Zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führt die Entdeckung von Gold Mitte des 19. Jahrhunderts. 

1902 führt Australien als zweites Länder der Welt das Frauenwahlrecht ein. (1962 erhalten die Ureinwohner das Wahlrecht) 

Im Ersten Weltkrieg kämpfen 500’000 australische und neuseeländische Freiwillige an der Seite englischer Soldaten, ebenso im Zweiten Weltkrieg. Die Japaner bombardierten Darwin, Broome und Derby, der erste ausländische Angriff auf australischen Boden. Als schliesslich in die Hafenbucht von Sydney eingedrungene japanische Klein-U-Boote Torpedos abfeuerten richten sich alle Hoffnungen auf die neue Schutzmacht USA. Durch ein umfassendes Einwanderungsprogramm begünstigt, strömen nach 1945, 3.5 Millionen Neubürger, vorwiegend aus Europa, ins Land. 

1951 schloss Australien ein Sicherheits- und Verteidigungsabkommen mit den USA und Neuseeland ab. Die Australier verhielten sich zu ihren Verbündeten ebenso loyal wie früher zu Grossbritannien und eilten den Amerikanern im Korea und Vietnamkrieg zur Hilfe und später noch im Irakkrieg. 

Die Ausbeutung mineralischer Rohstoffe führte in den 1950er und 1960er Jahren zu einer raschen Steigerung des Nationaleinkommens. Unter einer abschwächenden Konjunktur leidet die australische Wirtschaft Anfang der 70er und während der 1980er Jahre. Seit Beginn der 1990er Jahre, verzeichnet die Wirtschaft ungebrochenes Wachstum. 

Nun zu heutigen Zahlen und Fakten:

Einwohnerzahlen: 24.6 Millionen 

Bevölkerungsdichte: 3.1 Einwohner pro km2 (Vergleich Schweiz: 205 pro km2)

Fläche: 7 682 300 km2 Von Nord nach Süd (mit Tasmanien) sind es knapp 3’700km, die West-Ost Erstreckung beträgt rund 4’000km. Auf die Landkarte Europas projiziert, reicht Australien von Madrid bis Moskau und von Island bis Istanbul. 

Arbeitslosenrate: 5%

Export: Eisenerz ($38Mrd.), Kohle ($30Mrd.), Gold ($20Mrd.) ect. ect….

Um langsam zum Ende des Aussie Day Special zu kommen:

Beim überqueren einer Bundesstaatsgrenze kommt man meistens in eine neue Zeitzone. Ebenfalls gibt es an der Grenze eine „fruit fly quarantine“ oder „bio security“. Das bedeutet das man alles an Früchte und Gemüse wegwerfen muss und nicht mitbringen darf in den nächsten Bundesstaat. 

Bisher haben wir zwei Zeitzonen überquert und so +2.5h zu unserer Startzeitzone im Westen dazubekommen. Drei Bananen haben wir abgegeben die gewaschenen Kartoffeln durften wir behalten. 

Die Australier haben nicht an ihrem eigentlichen Nationalfeiertag frei, sondern die Partytiger haben am Tag darauf frei. Da dieses Jahr der 26. der Sonntag ist, müssen sie am Montag nicht arbeiten! Könnte man für den 1. August auch einführen, finde ich.

Während die Aussies feiern sind wir einen weiteren Tag in Port Germein, fischen Krabben, kochen diese in einer leckeren Sauce. Wir versuchen uns noch im Bowls/ Bowling (ähnlich wie Boccia), aber die Kugel ist nicht ganz Rund eher oval, also sieht es einfacher aus als es ist...

Sonntags geht es ins Barrossa Valley, eines der grössten und berühmtesten Weingebiete Australiens. Wir testen uns zu einem feinen Plättchen durch dir Halbe Karte. Montag morgens sind wir in Adelaide, ausser das Outlet hat kaum ein Laden geöffnet. Die Strände sind sehr hübsch, aber ziemlich voll. Was wir uns gar nicht mehr gewohnt sind. 

Wir fahren bis Cape Jervis, ein sehr hübsches hügliges Kap, aber extrem trocken und alles ist braun. Unten angekommen reicht es gerade noch für die Fähre nach Kangaroo Island!

 

17. - 25. Januar Eyre Peninsula

Wir machen es uns in Ceduna gemütlich.

Ceduna habe ich mir zwar nicht so vorgestellt, aber trotzdem geniessen wir die Zeit hier. 

Ich habe mir eine winziges Dorf vorgestellt das nur von der Austernzucht lebt, mit einem Kramladen. Stattdessen scheint die Stadt mit allem ausgerüstet zu sein und hat 2’200 Einwohner. Die Austern selbst sind einige Kilometer entfernt von der Stadt und auch nicht die Haupteinnahmequelle. Wir haben einen Camping mit Meersicht, die Läden und der Steg ins Meer sind in Laufnähe. 

Wir machen uns mit der netten Nachbarsfamilie bekannt. Yannick und Clayton verstehen sich auf anhieb. Zusammen gehen wir auf den Steg fischen, trinken Bier oder genehmigen uns ein feines Apero. Auch sie machen den „Big Lap“, eine Runde um Australien, der Nullarbor steht ihnen noch bevor, aber dann haben sie bald das Ende ihrer Reise erreicht. Es braut einige Tage bis wir uns von den Kilometer erholt haben und bevor es uns zurück auf die Strasse zieht.

Der kürzeste Weg nach Adelaide wäre weiter über den Eyre Highway, stattdessen biegen wir ab auf den Flinders Highway, weg von den normalen Touristenpfaden. Der Umweg kostet einiges an Kilometer, den wir fahren die ganze Eyre Halbinsel ab. Wir haben eingekauft, Wasser aufgefüllt, das Auto betankt und Yannick prüft noch den Reifendruck. Ein Rad scheint ziemlich platt und er hört ein beunruhigendes Pfeifen. Wir suchen nach einem Loch oder etwas eingefahrenem, aber wir finden nichts. Nachdem wir Wasser über den Reifen gekippt haben ist klar, die Luft entweicht zwischen Felge und Pneu. Selbst Yannick scheint ratlos, er sucht nach einer Garage während ich Dr.Google frage was los ist. 

Bei der 3. Autowerkstatt dürfen wir das Rad zur „Reparatur“ geben. Das Problem ist folgendes: Beim Off-road fahren haben wir einen starken Schlag auf das Rad erwischt, so das Schmutz zwischen Felge und Reifen dringen konnte. Jetzt ist es nicht mehr dicht. Heisst: Pneu von der Felge entfernen, reinigen, wieder rauf und fertig! Ufff… Schwein gehabt, mit 20 Dollar Trinkgeld und 2 Stunden Verzögerung ist das Problem behoben. 

45km fahren wir dann doch noch, bis Smoky Bay. Das Dorf ist so wie ich mir Ceduna vorgestellt habe. Klein und süss. Die Austernbank kann man vom Strand aus sehen, es gibt einen kleinen Kramladen der alles hat und einen netten Camping. 200 Einwohner zählt das Dorf und es sind kaum ausländische Touristen hier, dafür viele Pensionierte Australier. Das flache Wasser eignet sich perfekt zum Kiten. Der Wind ist solala. Ich Kite an zwei Tagen oder zumindest versuche ich es, da noch immer keine Fortschritte sichtbar sind…

Für Yannick hat es leider nur an einem Tag genug Wind, dafür geniesst er es in vollen Zügen und springt höher durch die Lüfte als je zuvor. 

Nachdem Reifen die Batterie… Irgendwie ist das Ding am kochen… Wir haben zwei Batterien im Toyota. Die normale fürs Auto und die zweite für Kühlschrank ect. 

Es ist noch ein „altes“ Teil wo man Wasser nachfüllen muss. Nach wenigen Kilometer (in australischer Messart) ist sie schon fast leer gelaufen. In Streaky Bay, unser nächster Stopp, ist das Problem nicht zu lösen. So geht trotzdem weiter, nach Point Labatt, wir sind ganz alleine, abgesehen von der Kolonie an Seelöwen die hier leben. Es ist schön die Tiere von oben zu beobachten und man kann gut ihren Nachwuchs ausmachen. Auf dem Weg zurück zur Hauptstrasse werden wir angehalten. Ein Australier der sein Fahrzeug im Sand versenkt hat braucht unsere Hilfe. Wir fahren mit ihm zum Strand, wo seine Frau und die zwei kleinen Kinder schon sehnsüchtig warten. Nun mit 4 Sandbrettern ausgerüstet versucht er es nochmals, nichts, wir binden das Abschleppseil ans Auto und Yannick gibt Gas! Unser Auto entlässt grosse schwarze Rauchschwaden aus dem Auspuff, aber sonst geschieht nichts. Wir fangen an zu budeln, Haufenweise Sand schaufeln wir unter dem Auto hervor. Gefühlte Stunden später, ein grosser Ruck, das Auto bewegt sich eine Wagenlänge und bleibt wieder stecken. Das muntere (oder eher nicht mehr so muntere) schaufeln beginnt von vorn. Beim dritten Versuch klappt es zum Glück! Das Auto ist raus. Ein riesiges Loch bleibt im Sand zurück. Wir sind alle Überglücklich, die Kinder klatschen und die Erwachsenen sind einfach nur unendlich Dankbar. Nach Australischer

Redensart: „What goes around, comes around“ Was soviel meint wie: Was du säst wirst du Ernten, Hilf jemandem und der Nächste wird auch dir Helfen. 

Nach diesem kleine Abenteuer suchen wir uns einen Schlafplatz, das nimmt noch einige Kilometer in Anspruch bis wir in Venus Bay ankommen. Zufällig fahren wir noch an der lokalen Attraktion vorbei, den Haystacks, grosse Steine unter anderem in Form von Heuhaufen. 

Der Tag endet mit einem wunderschönen grossen Vollmond der über dem Meer aufsteigt. 

Morgenstund hat Gold im Mund, wir starten Früh und werden mit einem schönen Morgen in Venus Bay beglückt. Das Feriendorf liegt auf einem Kap, einerseits das offene, wilde Meer, die Wellen bersten an den Klippen auf der anderen Seite ein ruhiger, seichter Meeresarm. Wo die Fischerboote ruhig im Wasser liegen und am Steg vertaut sind. Wir verlassen das Dorf in Richtung Sheringa Beach. Atemberaubend! 

Eine Lagune, Sanddünen, dann fahren wir die Klippen hoch, meterhohe Wellen, soweit das Auge reicht, die Gischt zieht weit über das Land hinein. Es ist heiss, die Australische Hitzewelle hat nun auch uns vollständig erreicht, da es keine sichere Bademöglichkeit gibt, müssen wir leider weiter. In Coffin Bay gibt es für Yannick die Möglichkeit zu Kiten, der Wind ist leider nicht so stabil. Ich genehmige mir ein paar Stunden am Strand, lesen und Postkarten schreiben. Die Abkühlung im Meer gestaltet sich eher schwierig. Alles rund um Coffin Bay ist ein riesiger Meeresarm, das Wasser ist seicht und Badewannenwarm! Ich laufe und laufe und laufe weiter hinaus, aber es bleibt immer knietief. Riesige Löcher sind im Sand zu sehen und ich hoffe inständig das nur Krebse darin wohnen. 

Im Städtchen gibt es einen hübschen Camping. Wir suchen uns nochmals eine Abkühlung am Meer, aber auch hier nicht viel besser. Der Abend ist warm, eine leichte Brise sorgt dann endlich für Kühlung. Die Nachbaren bestehen vorwiegend aus Papageien und sind unglaublich laut bis nach Sonnenuntergang und natürlich auch wieder vor Sonnenaufgang! 

Das nächste Ziel ist Port Lincoln, es scheint die grösste Stadt zu sein seit dem 2’250km entfernen Albany. Es gibt Ampeln, Kreisel und vierspurige Strassen, das hatten wir schon eine Weile nicht mehr. Aber hier können wir Einges erledigen. Von der Wäsche, neue Batterie besorgen, günstiger im Woolworth Einkauf, bis hin zu einem Ersatzschlüssel anfertigen zu lassen. So hat sich die Panik über eine explodierende Batterie oder einem eingeschlossenen Schlüssel erledigt! Nach der „Arbeit“ das Vergnügen: der nächste Nationalpark liegt nur einige Kilometer von der Stadt entfernt und trotzdem ist man schon wieder völlig alleine. Wir verbringen den Rest des Tages am Strand und stellen unser Nachtlager dort auf. Yannick geht Kitesurfen, leider ist der Wind wieder nicht konstant. Ich erkunde die Gegend, sehe viele Vögel und ein komisch durchsichtiges wurmartiges Ding im Sand, keine Ahnung, Pflanze oder Tier!? Ich habe jedenfalls noch nie so etwas gesehen. Zurück beim Auto finde ich dann etwa 20 Bienen vor. Alle um den tropfenden Verschluss unsers Wassertanks herum. Die ärmsten scheinen also grossen Durst zu haben, wir stellen ihnen Wasser hin und das Problem löst sich von selbst. 

Bevor der Mond aufgeht sind die Sterne hell und klar zusehen. Morgens ist der Sonnenaufgang genauso spektakulär wie abends der Mondaufgang. Das Licht spiegelt sich im ruhigen Wasser. Wir fahren früh los, die Temperaturen schiessen noch mehr in die Höhe, um 11 Uhr ist es schon 40 Grad. Draussen bläst ein heisser Wind vom Inland her, kaum auszuhalten. In Tumby Bay gibt es nur einen kurzen Stopp, wir entschliessen uns möglichst lange weiter zu fahren und die Klimaanlage auf Hochtouren laufen zu lassen. Bis die kaum mehr kühlen mag… 

In Cowell essen wir zu Mittag, das Sandwichbrot toastet sich von selbst. Mittlerweile ist es um die 46 Grad. Wir schwitzen erst als wir wieder zurück im Auto sind und das in Strömen. Klar haben wir draussen auch geschwitzt, nur merkt man das nicht, alles wird in Sekunden trocken. Unterwegs kommt uns die rettende Idee, zuerst einmal in Whyalla ins Shoppingcenter. Normalerweise ist das ja Schlechtwetterprogramm, aber 50 Grad kann man auch als schlechtes Wetter bezeichnen. Laut Wetterprognose bleibt es noch bis Mitternacht über 30 Grad. So investieren wir den Geburtstagsbatzen von meine Eltern in ein hübsches Motel. Pool und Klimaanlage retten uns den Tag. 

Morgens ist es immer noch warm, aber angenehm. Wir räumen unser Zimmer, emsig laufe ich vom Auto hin und her und voyla, dabei stosse ich mir den Zeh, mal wieder… Und der scheint gebrochen, mal wieder… Alle guten Dinge sind drei… Oder ist es jetzt schon vier!?! Das kenn ich nun ja schon, da schauen wir uns lieber noch Whyalla an, es ist eine 22’000 Einwohner grosse Stadt, besteht aber Hauptsächlich aus Industriegebiet, Hafen und einem gewissen Vorortsflair. Vom Aussichtspunkt kann man gut das Stahlwerk überblicken, hier gibt es einen alten Bunker und eine Flugabwehrkanone. Wir verlassen den Ort in Richtung Port Augusta.

Auf der Strasse gibt es einiges zu sehen. Von weiten sieht man die Berge/Hügel der Flinders Range, die Umgebung erinnert uns an die Zentral Australische Wüste. 

In Port Augusta gibt es Stau, seit Perth nicht mehr erlebt. Aber schuld sind die vielen mit Stroh beladenen Lastwagen. Unzählige, angeschrieben mit „farmers across borders“. Wir fragen uns, warum sollte man Stroh von Western Australia nach New South Wales fahren. Die Antwort finden wir auf ihrer Internetseite: https://www.farmersacrossborders.com.au

Bauern von Westaustralien helfen den Bauern im Osten die wegen der anhaltenden Dürre ihre Tiere nicht mit Stroh versorgen können. 50 Lastwagen vollbepackt mit Stroh werden von freiwilligen zu den „bedürftigen“ Bauern gefahren. Viele Farmer aus Western Australia, vor allem aus Esperance haben einen Teil ihres Strohs gespendet. Nachdem wir den langen Konvoi hinter uns gelassen haben geht es wieder flott voran. Und kommen in Port Germein an. Vor 6 Jahren sind wir aus Coober Pedy wegen der Hitze hierhin geflohen, jetzt sind wir wieder da. Einige kleine Dinge scheinen sich an dem winzigen Ort verändert zu haben. Aber es ist immer noch ein ruhiges Plätzchen mit angenehmer Meerbriese. 

Das bedeutet wir haben den Umweg über die Eyre Halbinsel abgeschlossen, wir stehen nun quasi von den Toren von Adelaide. Was bedeutet: Kultur, Weingebiete und ganz Australien in Kleinformat, in Form von Kangaroo Island.