Tasmania

16. - 24. März Bye Bye Tasmania

Die restlichen Tage auf Tasmanien haben wir mit Harry & Lena verbracht. Sie haben uns das schöne Wetter mitgebracht. Unsere Tour führt uns von Hobart nach Port Arthur, nochmals in den Mount Field Nationalpark, durch die Mitte nach Gunns Plain und am Ende nach Devonport. Wir haben zusammen eine lustige Zeit und viel tierischen Besuch. Das Schnabeltier haben wir gesehen und die kleinen süssen Bandicoots sind rumgerannt. Da wir den scheuen Teufel nicht in freier Wildbahn gefunden haben, sind wir den Wings Wildlife Park besuchen. 

Wir diskutieren viel und erzählen von unseren Reiseerfahrungen. Auch über praktische Dinge, wie wir unterwegs sind oder was uns manchmal von zuhause fehlt. 

Hier zusammengefasst (keine Garantie auf Vollständigkeit):

 

10 Dinge (und mehr) die wir nicht mehr hergeben würden:

1. Unseren Dusty, den geliebten Land Cruiser

2. Das Dachzelt, mit den Schlafsäcken, der zusätzlichen Decke und meine Bettsocken 

3. Schweizer Taschenmesser (immer in der Hosentasche von Yannick zu finden)

4. Der grosse (80l) Waeco Kühlschrank, sowie der Gaskocher von Urs

5. Die selbstmontierte Dusche, ein Geschenk von Steve

6. Unsere super verstaubaren, teuren Helinox Stühle aus der Schweiz 

7. Unsere elektronischen Geräte wie Laptop, Drohne, iPhone, UE Boom, Kindle und Kamera

8. Solar Panel, ebenfalls aus der Schweiz importiert aber auch die Solarlampe

9. Alles was den Kaffe betrifft, von der günstigen und gut aussehenden Tasse vom K-Mart, bis zur Bialetti Kaffeemaschine

10. Flip-Flops (quasi das meist getragene “Kleidungsstück”, ausser in Tasmanien, da sind Regenjacke und lange Kleider von Vorteil) 

 

10 Lebensmittel (und mehr) die immer im Auto zu finden sind:

1. Wasser (und zwar Unmengen davon)

2. Kaffeepulver (meist noch ein Pack Vorrat)

3. Thommy Mayonnaise (findet man hier glücklicherweise im Woolworth)

4. Müesli (Cornflakes und Muesli hat es immer)

5. Früchte und Gemüse (ausser wir müssen mal wieder eine Bundesstaatsgrenze überqueren)

6. Milch (natürlich für die Cornflakes und Yannicks Kaffee)

7. Irgendwelche Konservendosen mit Mais, Thon, Bohnen oder sonstiges

8. Pasta und Reis (immer praktisch)

9. Was Süsses, auch hier gibt es gute Schokolade oder feine Güetzis (am liebsten Timtam)

10. Bier (manchmal geht es uns für einige Tage aus, aber eher selten)

 

10 Dinge die manchmal fehlen:

1. Vor allem unsere Familien und Freunde

2. Gemütliche Sonntagabende mit meiner Familie, inkl. Drei Sterne Koch

3. Diverses Essen: BROT, anderer Käse als Chedder, Raclette, Spätzli…

4. Sofa und Fernseher oder ein richtiges Dach über dem Kopf

5. Kleiderschrank!!!

6. Eigenes Badezimmer 

7. Mit sauberen Füssen bis ins Bett schaffen

8. Ein richtiges Bett

9. Küche

10. Schnee!? Ja, nein, vielleicht... Hmm... Wohl die Berge

 

12.-15. März Bruny Island bis Strathgordon

Eine kurze Fährüberfahrt von Kettering entfernt, liegt Bruny Island. Tasmanien im Kleinformat. Mit Weideland, kleinen Weingütern, hübschen Stränden und einem Nationalpark. 1777 landete an der Adventure Bay Captain Cook. Seit damals hat sich hier sicherlich vieles Verändert, aber an einem regnerischen Tag wie heute, wo der Strand menschenleer und unberührt da liegt, fühlt man sich einmischen wie ein Endecker, der diesen schönen Strand als einziger  Mensch so gesehen hat. 

Wir fahren durch einen 17km langen Waldweg, einwenig off-road, mitten durch den Nationalpark hindurch und landen wieder an unserem Ausgangspunkt in der Adventure Bay. Über die lange, „The Neck“ genannte, Verbindung gelangen wir zur Nordinsel und somit zurück zum kleinen Hafen. 

In Snug finden wir einen schönen Campingplatz mit einer noch schöneren Campingküche. Das Beste ist der wärmende Kamin, den Platz geben wir nicht mehr her! 

Von Snug aus fahren wir mitten durch Hobart hindurch und am Derwent River entlang nach New Norfolk. In Bushy Park ist die Pharmaassitentin und Pfanzenfreundin in mir, kurz völlig ratlos. Was ist das für ein grosses Gewächs das hier überall in riesigen Plantagen angepflanzt und geerntet wird. Bohnen fragt mich Yannick, nein das kann nicht sein. Ich starre die Pflanzen an die zu tausenden am Strassenrand entlang aufragen. Googlemaps und unser Reiseführer befreit mich von meiner Ratlosigkeit. Es ist Hopfen! Und das Gebiet hier deckt sogar die Hälfte des Hopfenbedarfs der australischen Brauereien ab. Kenne ich das Zeugs doch nur getrocknet aus der Apotheke und Yannick kennt es sehr gut in flüssiger verarbeiteter Form. 

Langsam lassen wir die Häuser hinter uns und endlose Wälder beginnen. Je weiter wir fahren desto mehr Hügel und Berge kommen in Sicht. Abrupt ändert sich das Bild, von den grünen Bäumen ist nichts mehr übrig als verkohlte grosse schwarze Stämme, verbrannte Büsche weit die Hügel hinauf, nichts als schwarze verkohlte Landschaft. In der Hoffnung das sich das Feuer nicht bis zum Gordon Lake ausgebreitet hat, fahren wir weiter. Und zum Glück ist es dann auch so, die saftigen Bäume sind wieder da und der See ist durch das üppige Grün kaum zu sehen. Wir biegen auf einen x-beliebigen Waldweg ab und gelangen zum Stausee. Eine unnatürliche Landschaft erwartet uns hier. Aus dem Wasser ragen die Spitzen abgestorbener Bäume. 1971 wurde hier, trotz grossen Protesten aus der Bevölkerung, zwei Flüsse gestaut, die nun grosse Teile der Wildnis überfluten. 

Am gefühlten Ende der Welt schlagen wir unser Zelt auf. Bei Sonnenuntergang machen wir ein kleines wärmendes Feuer, die Trockenheit die die Waldbrände ausgelöst hat ist definitiv vorbei. Die Sterne kommen zu tausenden hervor und eine kleine schmale Mondsichel erhellt die toten Stämme die gespenstisch in den Nachthimmel aufragen.

Der Morgen ist ebenso atemberaubend wie der letzte Abend. Die Berge werden von der Morgensonne angeleuchtet, das Wasser glitzert. Wir entfachen nochmals das Feuer, morgens um 8 Uhr ist es nur unangenehme 7 Grad.

In Strathgordon ist die Aussicht nicht weniger imposant. Die 86km lange Asphaltstrasse endet am riesigen Gordon Staudamm. 

Auf halben Weg zurück nach Hobart liegt der Mount Field Nationalpark. Die Wanderwege durch den Park führen vorbei an den hübschen Russell und Horseshoe Falls und mitten durch den Wald hindurch mit Bäumen die bis zu 70 Meter hoch in den Himmel ragen. 

Wir haben einen hübschen Platz direkt neben dem Fluss, immer wieder spähe ich dorthin, da es hier auch die Schnabeltiere gibt. Leider kann ich keiner Entdecken, aber wir sehen nochmals seinen einzigen Verwandten, den Schnabeligel. Genauso wie das Schnabeltier ist auch er ein Säugetier, das aber Eier legt. Was mir bei seinem Anblick aber so ziemlich egal ist, es ist das süsseste kleine Tier in ganz Australien! 

Nun zurück in Hobart ohne Wildnis und ohne Tiere, direkt neben dem Flughafen auf einem belebten Camping.

Können wir es kaum mehr erwarten bis morgen unsere Lieblings Bündner am Hobart International Airport eintreffen. Eine Reunion 6 Jahre später, in demselben Land wie wir die Beiden kennengelernt haben. Das gibt ne fette Party!

 

5. - 11. März Natur und Stadt

Die vierte Woche Tasmanien beginnt sonnig und vielversprechend. Wir sind noch immer in St. Helens. Dank den vielen Krebsen ist Yannick erfolgreich beim fischen. Das zuschauen ist etwas langweilig, aber die Aussicht begeistert mich noch immer. Als dann ein grosser Manta Rochen graziös und sehr nahe an uns vorbei zieht, bin ich wieder hellauf begeistert. 

Es gibt auch eher mühsamere Reisetage. Wo wir planlos umherfahren und nichts so wirklich klappen will. Das ist so ein Tag: Wir haben uns entschlossen von St. Helens weiter zufahren, bis wohin wissen wir nicht. Das Einzige Ziel ist der Aspley Dougles Nationalpark. Hört sich toll an! Wasserlöcher zum baden, Wanderwege ect.

Wir steigen am Ziel aus, fangen an das Mittagessen vorzubereiten und dann geschieht es. Ein Schwarm von Mücken beginnt uns aufzufressen! Man kann sich nicht retten, wegen den angenehmen Temperaturen sind wir natürlich in Shorts und Flipflops und bieten eine grosse Angriffsfläche. Schnell das Sandwich fertig streichen und schon springen wir zurück ins Auto. Wir verwerfen unsere Pläne mit den Mücken wandern zu gehen und fahren nach Bicheno. Ein kleines Dorf am Meer das abends angeblich auch von Pinguinen bevölkert wird. Wir möchten bleiben damit wir bei Sonnenuntergang die kleinen Pingus suchen können. Auf keinem der drei Campingplätze finden wir etwas gutes. Also doch weiter...

Am Ende landen wir am Friendly Beach. Etwas oberhalb des berühmten Freycinet Nationalpark. Es ist hübsch hier, der Strand ist wunderbar, die kleinen Kängurus besuchen uns wieder und das alles noch Gratis. Eigentlich wäre dieser mühsame Tag gut zu Ende gegangen. Wäre da nicht noch drei dusslige Dinge geschehen. Zuerst Rutscht Yannick auf einem Felsen aus, glücklicherweise ist ihm nicht viel passiert. Als nächstes reisst er den Verschluss des Kühlschranks ab, den neuen Verschluss... Da gehen wir lieber ab ins Bett! Oben im Dachzelt angekommen, drehe ich mich um und schliesse das Mückennetz. Da höre ich etwas auf dem Kiesboden, 2 Meter unter mir, aufschlagen. In dem Moment merke ich, das sich etwas nicht mehr in meiner Tasche befindet. Mein iPhone!

Unten angekommen drehe ich das Ding atemlos um, wie könnte es anders sein, das ganze Display ist gespalten. Aber, es funktioniert noch! Immerhin...

Der Nächste Tag beginnt ähnlich, wir möchten gerne in den Nationalpark, der Zugang dazu ist in Coles Bay. Wo sich wohl alle Touristen von Tasmanien befinden. Hier und der Rest noch in den Cradle Mountain. Lieber nicht... Aber ganz ehrlich die Aussicht auf die “Hazards” Berge/ Hügel ist grandios. 

In Swansea werden wir wieder glücklich. Wir gönnen uns mal wieder einen Camping mit allen Annehmlichkeiten. Duschen, Waschmaschine, es gäbe sogar einen Pool und das Dorf ist in laufnähe. Und die Aussicht von unserem Campingplatz ist unschlagbar. Hier gefällt es uns und glücklicherweise sind wir hier gut von dem böigen kalten Wind geschützt. 

Wir kommen Hobart immer näher, die Dörfer liegen dichter beieinander. In Triabunna ist der nächste Stopp, am Hafen. Bei einem grossen Buchausverkauf bin ich quasi im Paradis und schmökere hindurch. Während Yannick die beiden netten Verkäuferinnen unterhält. In Sorell entschieden wir uns definitiv nach Hobart in die Stadt zu fahren. Auf booking.com finden wir auch gleich ein Schnäppchen, ein Zimmer in einem Appartement 4km ausserhalb des Zentrums. Über eine faszinierende grosse Brück, die Tasman Bridge, erreichen wir Hobart. Eine Grossstadt mit der selben Atmosphäre wie Bern. 

Wir mischen uns mal wieder unter die Leute und fahren mit dem Bus in die Stadt zum

Kinoabend. Captain Marvel kommt auf die Leinwand. Wir beide sind grosse Marvel Fans und verpassen selten einen Film. Bevor wir zurück ins Appartement fahren, das in Sandy Bay am Hügel liegt, mit Aussicht über die schöne Bucht und Hobart, gehts noch ab ins Irish Pub mit Live Musik. Danach geht es mit Uber nachhause. Unser erstes Mal mit dem berühmt-berüchtigten Uber. Eine gute und günstige Erfahrungen, mit Rajid, dem Inder der dies Vollberuflich macht. 

Morgens fahren wir noch mit unserem Auto in die Stadt. Finden eine passende Parklücke die unsägliche 12 Dollar kostet. Wir schauen uns in der Stadt und den vielen Läden um. Mein iPhone bekommt noch ein neues Display, wieder wie Neu! 

Den Mount Wellington lassen wir uns nicht entgehen, den Hausberg von Hobart. Mit heulendem Motor schleppt sich unser Toyota den Berg hoch. Trotz der Wolken ist die Aussicht unglaublich. Hügel, Meeresbuchten, Wälder und natürlich Hobart, tief unter uns. 

60km ausserhalb der Stadt sind wir nun in der Nähe von Huonville schon völlig zurück in der Wildnis und der Natur. Mitten im Regenwald, und ja es regnet auch. Die Wolken ziehen tief über die Bäume hinein und verleihen dem ganzen ein mystisches Bild. Diese Stille, abgesehen von den Singenden Vögel und das rascheln in den Büschen von den Wallabys. Das Camp ist einzigartig, mit einer tollen aussen Küche, aber überdacht und einer riesigen Badewanne mitten im Busch! 

Am Morgen hängen die Wolken noch tiefer hinein, Nebelartig. Wir fahren die steile Strasse wieder hinunter, zurück an den Huon River. Es gibt viele Apfelplantagen hier und ebensoviele kleine Stände an der Strasse die Äpfel und Anderes Anbieten. 

Wir arbeiten uns langsam ganz in den Süden von Tasmanien vor. Mit Meeresbuchten und tiefen endlosen Wäldern. Die Orte werden wieder kleiner, bis es am Ende der Strasse gar nichts mehr gibt. Aus der breiten Teerstrasse wird eine Kiesstrasse. Hübsche kleine Gratiscampings, bevölkert von vielen Australiern, da diese ein verlängertes Wochenende geniessen, ihr Tag der Arbeit. 

Wir kommen auch wieder in Kontakt zu den Einheimischen. Haben gute Gespräche, viele Eindrücke und trotz dem Regen und den Schwärmen an Mücken eine gute Zeit. 

 

26. Februar - 4. März Nordost Küste Tasmanians

 Auch die 3. Woche in Tasmanien war unaussprechlichen schön. 

Nachdem wir Westbury verlassen haben, ging es Richtung Küste, diesmal in den Nordosten von Tasmanien. Am langen und breiten Tamar River entlang gelangen wir nach Grindelwald. Beim Swiss Shopping Village machen wir Halt. Im Alpenrose Restaurant machen wir uns auf der Karte vergeblich auf die Suche nach Traditionellen Schweizer Gerichten. Auch in den Läden gibt es nichts von Zuhause.

Im Kaffee gibt es Schokolade aus Holland... 

Das einziges was einwenig an die Schweiz erinnert sind die Fensterläden, aus Holz mit Herzen Verzierungen und der kleine See und die Grünen Wiesen. Wir sind etwas enttäuscht, vor allem Yannick zieht eine Schnute.

Über die Schmucke grosse Stahlbrücke gehts es über den Tamar Fluss auf die andere Flussseite. In Bridport erreichen wir das Meer. Nur kurz Off-road dann sind wir weit hinter den Sanddünen alleine, geniessen die Sonne, Wärme und die Ruhe! 

40% der Landfläche von Tasmanien ist geschützt, also Unesco Welterbe oder Nationalpark. Anders als auf dem Festland muss man alle Nationalparks bezahlen. Wir haben eine Karte gekauft die für alle Parks gültig ist. Wir haben auf unserer Reise bisher noch nie so viele gratis Campingplätze gehabt wie hier auf Tasmanien. Klar haben die meisten keine Infrastruktur, ausser vielleicht eine Toilette. Erstaunlich wenn man bedenkt das es auf der kleinen Insel Wirtschaftlich nicht ganz so gut läuft wie auf dem Festland und man trotzdem so viel gratis bekommt. 

Das Aushängeschild, den Tasmanischen Teufel, haben wir immer noch nicht zu gesicht bekommen. Aber dafür haben wir jeden Abend besuch von grossen und kleinen Kängurus und verschiedenen Possum Arten. Schlangen begegnen wir auch ziemlich oft. Das gute ist, ich habe gelesen, das es nur 3 von den 140 Schlangenarten die auf dem Festland zu finden sind, es auch in Tasmanien gibt. Alle drei sind ausnahmslos giftig. Vögel gibt es auch viele zu bestaunen, von den meisten kenne ich leider die Namen weder auf Englisch noch in Deutsch. Aber das es ein grosser Adler war mit dem wir fast auf der Strasse zusammengestossen sind, war eindeutig. 

Apropos Strassen, wenn wir uns nicht gerade auf dem Highway befinden, sind viele Dörfer hier nur über eine Kiesstrasse zu erreichen. 

Wir ziehen von einem schönen Strand zum nächsten. Über das Wetter beklagen wir uns schon lange nicht mehr. Es gibt viel Sonne und die Nächte sind angenehm lau. Was ich in der ersten Woche hier nicht mal in Betracht gezogen hätte, jemals ins Meer baden zu gehen, ist überhaupt nicht mehr abwegig. Wir baden, Yannick geht fischen und sogar Schnorcheln gehen wir. 

An dem einsamen Ranson Beach als Yannick gerade kitet, stehe ich etwa 5 Meter von einem Seelöwen entfernt. Amüsiert beobachte ich sein Verhalten. Es scheint als versuche er sich an den rauen Felsen zu kratzen, dreht und wälzt sich herum. 

In Mount Wiliams Nationalpark besteigen wir den Mount Wiliams! Ein Berg ist es nicht, eher eine Erhebung. Aber wenigstens bietet es eine Aussicht zum Meer und über die hübsche grüne Landschaft.

Im Humbug Point Natur Reservat, dringt das Meer mit der starken Flut in die Bucht ein und hinterlässt bei Ebbe eine sandig, matschige grosse Fläche. Da tauchen dann plötzlich Tausende von kleinen süssen Krebsen auf. 

Bisher haben wir die Berge, Wälder und nun die Küste von Tasmanien bestaunt. Wir sind gespannt was die Insel noch alles zu bieten hat.

 

19. - 25. Februar House Sitting in Tasmania

Wir wachen im Wolkenverhangenen Queenstown auf. Das Städtchen ist hübsch aber viele Läden haben dichtgemacht. Vor einigen Jahren schloss die Mine für immer ihre Tore. So bleibt Queenstown nicht viel ausser dem Tourismus. 

Wir laufen einen Aussichtspunkt hoch und überblicken die Stadt, die in einem grünen Tal liegt. Etwas ausserhalb gelegen, eine kurvige und steile Strasse hoch. Sieht man die Mine und schaut hinab ins tiefe Loch. Auf der anderen Strassenseite ist die Natur noch in Takt und man kann zur Aussichtsplattform laufen wo es einen schönen Wasserfall zusehen gibt.

Wir lassen Queenstown hinter uns und fahren an etlichen Seen entlang. Einige sind sehr trocken auch Landschaftlich wird es trockener. Hier scheint es weniger geregnet zu haben. Wieder an einem See, paar Kilometer von der Strasse entfernt, verbringen wir den Rest des Tages und die Nacht. 

Nach unserem Morgenritual geht es zurück auf die Strasse. Viele Kängurus sind heute unterwegs und man muss ungeheuer aufpassen keines unter die Räder zu kriegen.

Aus dem grünen Wald ist eine riesige abgebrannte Fläche geworden, das Ende sieht man nicht. Von weitem sehen die weniger verbrannten Stellen aus als wäre es ganz plötzlich Herbst geworden. 

Den ganzen Januar gab es hier kein Regen und es war sehr heiss, deshalb auch die vielen verbrannten Wälder.

Mittlerweile sind wir auf tausend Meter. Es gibt einen grossen schönen See, ein Hochplateau mit Aussicht aufs Flachland. Draussen ist es aber extrem kalt, also lieber ab ins Tiefland!

Dort gehen wir nach einer Woche mal wieder auf einen Camping.

Und wer läuft uns da über den Weg, das Deutschen Pärchen mit ihrem Troopy. Wir essen zusammen zu Abend und am Morgen auch wieder das Frühstück und haben viel zu plaudern. Schön das wir die beiden wieder getroffen haben. So entscheiden wir auch noch eine kleine Wanderung zum Liffey Wasserfall zusammen zu unternehmen. Bevor sich unsere Wege wieder trennen.

Denn wir werden in Westbury erwartet. Durch eine seriös Onlineplatform (Tip von unseren deutschen Freunden) sind wir auf house sitting gekommen. Das bedeutet wir haben gratis ein Dach über dem Kopf, ein Bett und eine Dusche. Dafür kann der Hausbesitzer mit gutem Gewissen ein verlängertes Wochenende in Hobart geniessen. Weiss sein hübsches Haus mit Garten und die zwei Hunde Bear und Thommy gut versorgt. Er ist so gastfreundlich wie alle Aussies bisher. Zeigt und erklärt uns was wir wissen müssen, nimmt uns mit in sein Veteranenklub zum Abendessen bevor er am nächsten Tag abreist. Er ist sehr belesen, weiss viel zu erzählen, ist extrem versiert mit allen technischen Geräten und eine sehr angenehme Gesellschaft. 

Wir geniessen 4 Nächte in einem warmen Bett. So haben Zeit das Auto auf Vordermann zu bringen. In der nächst grösseren Stadt, Launceston (2. Grösste Stadt in Tasmanien) finden wir alles was wir brauchen. Einer von unseren Reifen ist sehr runtergefahren und muss ersetzt werden, auf dem Schrottplatz gibt es sogar denselben Reifen, der passt super. Der Ölwechsel ist nach 10’000 km wieder fällig, was Yannick im Handumdrehen selbst erledigt. 

Westbury ist ein kleines Dorf mit vielen alten hübschen Häusern und ebenso alten Autos, man fühlt sich Jahre zurück versetzt. Und es gibt ein Dampfmuseum wo Sonntags ein kleiner Markt stattfindet. Das ganze Dorf scheint hier zu sein, sammeln für einen guten Zweck oder betreiben ein Marktstand. Es wird viel selbst gemachtes verkauft, überwiegend Produkte mit Wolle. Nicht nur Schafwolle ist beliebt, auch von den süssen Alpacas gibt es viel zu kaufen. Das Museum selbst begeistert vor allem Yannick mit all den grossen Dampfmaschinen. Ich hingegen schwärme von alten Büchern, genau wie meine Mutter. Ich finde ein Märchenband “Beyond the Blue Mountains”, ein Stempel an der Innenseite verrät mir das es die Ausgabe 1933 in einer Mädchenschule zu lesen gab. Das schnapp ich mir und habe es jetzt schon zur Hälfte gelesen. 

Natürlich sind wir auch zwei bis dreimal am Tag mit den Hunden unterwegs. Die Beiden sind lieb und ausgesprochen anhänglich. Yannick will auch mit ihnen Ballspielen, aber das kennen sie nicht, bleiben dann beim Ball stehen und schauen Yannick erwartungsvoll an. Jetzt wo wir ein Dach über dem Kopf haben ist das Wetter wieder schön geworden und auch wärmer. Wir hoffen das bleibt, wenn wir Morgen abermals aufbrechen.

 

11. - 18. Februar West Coast Tasmania

Ich blicke durch die Frontscheibe nach draussen. Der Regen scheint wieder für einige Minuten aufgehört zu haben. Zusehen  sind wolkenverhangene grüne Berge und das Dorf Rosebery mit einigen Häusern und heruntergekommenen Läden. Nun sind wir seit einer Woche in Tasmanien. Das Wetter ändert alle 5 Minuten und in der Nacht wird es extrem kalt im Zelt. Abgesehen davon, war es eine wundervolle Woche:

Nach 2 1/2 Stunden verlassen wir erst die Bucht von Melbourne, hier wird die See rauer und ungemütlicher. Jedenfalls wird uns nicht schlecht, der Sitznachbarin leider schon. Wir haben die 12 stündige Fahrt auf der Fähre gut hinter uns gebracht. Je näher wir Tasmanien kommen desto schlechter wird aber das Wetter. Die Insel begrüsst uns mit Nieselregen und einem weiteren Biosecurity Checkpoint. Bemängelt wird diesmal nicht das verbotene Gemüse oder der rote Wüstenstaub an unserem Auto, wie beim verlassen des Festlandes. Sondern die feststeckenden Blätter zwischen Motorhaube und Frontscheibe. Jedenfalls dürfen wir jetzt das Auto gratis waschen. 

Wir finden einen kostenlosen Camping in Forth, etwas ausserhalb vom Fährhafen in Devonport. Es ist grün, hüglig und der Fluss führt viel Wasser mit sich.

Der nächste Tag begrüsst uns mit dem selben Wetter. Nachmittags wird es besser, alle halbe Stunde kommt mal die Sonne hervor. Nähe Gunns Plain bleiben wir, der Campingplatz hat noch verschiedene Farmtiere und einen zu teuren Wildlife Park. Die Farmtiere sehen wir uns mit Vergnügen an, es gibt auch Emu‘s zu sehen und ihr Afrikanischer Verwandte, der Strauss. So sieht man toll den Unterschied, der Strauss ist wesentlich grösser.

Wir sehen uns noch einen Wasserfall an in der Nähe, hübsch und mitten im schönen Wald. Es liegt auch genug Holz herum, so das Yannick gleich mit der Säge zu werke geht, um Feuerholz zu haben.

Es ist erlaubt auf dem Camping Feuer zu machen, die Chance lässt sich Yannick nicht entgehen und um fünf brennt das Feuer. Glücklicherweise, denn es wird immer kühler. 

Nachmittags haben wir so komische Vögel entdeckt, das Aussehen erinnert an ein Huhn. Jetzt kommen noch die wilden Kängurus, die aber deutlich weniger scheu sind als die Vögel. Sie verschmähen das angebotene Brot keineswegs. Beim eindunkeln kommen noch die kleinen Kängurus, Tasmanian Pademelon genannt.

In der Nacht ist es 6 Grad und wir decken uns mit allem zu was wir haben. 

Morgens entfachen wir das Feuer und unsere Lebensgeister kommen mit der Wärme und dem Kaffee zurück. 

Die Fahrt führt uns durch die Wälder zurück an die Küste. In Penguin, einem kleinen Dorf am Meer, machen wir Halt. Wir laufen die Hauptstrasse entlang und haben sogleich alles gesehen. Die Bewohner scheinen Stolz auf den Namen des Dorfes zu sein. Überall sind Pinguine aufgemalt oder ausgestellt. Anscheinend gibt es auch lebende Pinguine die zum Ausbrühten an die Küste kommen.

Burnie hat schon die Grösse einer Stadt und ist unser nächstes Ziel. Es regnet während wir durch die verschiedenen Läden schlendern. In einem Vogelbuch finde ich heraus das es tatsächlich Hühner waren gestern, Tasmanische Wildhühner. Im selben Laden finde ich noch eine wärmende Mütze, da das Wetter anscheinend nicht besser wird in den nächsten Tagen. Von Burnie geht es weiter der Küste entlang nach Stanley.

Die Fahrt ist schön, bewaldete grüne Hügel erstrecken sich bis zum Meer hin. 

Dann kommt Stanley in Sicht. Ein kleines Dorf auf einer Halbinsel, direkt unterhalb eines grossen Felsens gelegen. Malerisch liegen die kleinen bunten Häuser zwischen „Berg“ und dem Meer. Wir gehen auf den hübschen Campingplatz im Dorf mit netten Nachbaren. Abends machen wir noch einen kurzen Spaziergang am Meer entlang und durchs Dorf. Es ist windig und grosse schwarze Wolken ziehen heran. Also besser ab ins Zelt.

Trotz des immer wieder einsetzenden Nieselregens lassen wir es uns nicht nehmen noch den 143m hohen Hügel, the Nut genannt, zu besteigen. Innerhalb 8 Minuten sind wir den steilen Weg hochgelaufen. Die Sesselbahn die man für 17 Dollar benutzen kann ist also ziemlich überflüssig, sieht aber nett aus. Wir werden mit einer schönen Aussicht über Dorf, Meer und Küste belohnt. 

Die letze Stadt bevor der wilde Westen Tasmaniens beginnt, ist Smithton. Wir füllen unsere Vorräte nochmals auf und finden alle Zutaten für ein Fondue. 

Was vorher noch ein Highway war, wird langsam zu einer schmalen, wenig befahrenen Strasse. In Arthur River überqueren wir die schöne einspurige Brücke und biegen dann zum Meer ab. Die Brandung ist stark und trifft hier auf den breiten Arthur River. Die Küste ist übersät mit Schwemmholz, riesige Baumstämme die wie Zündholze übereinander gestapelt sind. 

In der Nähe finden wir ein grosszügigen Nationalpark Camping im Grünen, inklusive Plumbsklos. 6 Dollar ist ein Schnäppchen verglichen mit den Campingplätzen im Dorf die alle über 30 Dollar kosten.

Yannick macht sich gleich ans Fondue, die Konsistenz von einem Schweizer Fondue bringt er mit den einheimischen Käsesorten nicht ganz hin. Aber es schmeckt trotzdem und ist perfekt in dem kalten tasmanischen Wetter.

Wir machen noch einen kleinen Verdauungsspaziergang in der Hoffnung die Tasmanischen Teufel zu entdecken. Ausser den kleinen schreckhaften Kängurus gibt es nichts zu sehen. In der Ferne ist die Brandung zu hören und einige laut lachende Kookaburras. Beim zu Bett gehen sehen wir noch ein schwarzes vierbeiniges Tier mit langem Schwanz in den Büschen verschwinden. Können aber nicht mit Sicherheit sagen was das war.

Wir verlassen Arthur River, fahren noch einen Abzweiger nach Couta Rocks. Ein Fischerdorf an der rauen felsigen Küste. 

Danach wird aus der schmalen geteerten Strasse eine Kiesstrasse die zurück ins Landesinnere führt. Wälder, Berge, Flüsse soweit das Auge reicht. Die vielen Flüsse auf dem Weg sind alle mit einspurigen Brücken zu überwinden. Wenn die Strasse steil hinauf geht ist sie ein kurzes Stück asphaltiert. Ein Wombat überquert vor uns gemütlich die Strasse, aber doch zu schnell um noch die Kamera hervor zu kramen, schon ist er wieder im Buschwerk verschwunden. Es gibt nicht viel Autos oder sonstiges hier, so staunen wir beim überholen eines Fahrradfahrers. In Corinna ist unsere heutige schöne Etappe beendet. Es gibt einige wenige kleine Häuser, ein Pub das gleichzeitig ein kleiner Laden und die Rezeption des Campingplatzes ist. Der Camping ist uns zu teuer über 40 Dollar und die Dusche muss man noch zusätzlich bezahlen. 

Da suchen wir uns eben ein schönes Plätzchen am Savage River, zwar ohne Toilette und Dusche. In der Nähe gibt es einen Wanderweg durch den tasmanischen Dschungel. Am Anfang ist es ein dunkler stark bemooster unheimlicher Wald, der sich aber langsam zu einem Regenwald verändert, riesige Farne, hohe Bäume und hohe Luftfeuchtigkeit. Die Luft duftet ätherisch, der Weg führt immer weiter hinauf, bis man durchs Dickicht den Fluss weit unten erkennt und weitere bewaldete Hügel in der Ferne zu sehen sind.

Durch das Laufen aufgewärmt, schaffe ich es unter unsere kalte Aussendusche zu stehen. Erfrischt und sauber sitze ich an den Fluss und geniesse die wundervolle Landschaft.

Plötzlich radelt der Radfahrer den wir heute Nachmittag gesehen haben über die Brücke. Er hält bei uns an und wir plaudern. Er hat die gleiche über 100km lange Strecke gemacht wie wir, von Arthur River nach Corinna. Er ist Belgier und schon eine Weile mit dem Mountainbike unterwegs, sein Fahrrad mit dem Gepäck wiegt nur 25kg. Erstaunt Blicke ich in unser vollbepacktes Auto. Im Gegensatz zu uns hat er auch weniger warme dicke Kleidung dabei und muss Abends sicher immer frieren. Da fühle ich mich gleich wieder im Luxus schwelgend!

In Corinna gibt es keine Brücke die den breiten Fluss mit der anderen Seite verbindet. Es gibt eine kleine Fähre, die Platz für ein maximal zwei Auto bietet. Wir entscheiden uns den Umweg zu fahren. Im Minendorf Savage River endet die holprige Kiesstrasse. Die Mine ist gross und noch in Betrieb. Die Landschaft leidet darunter, auch im nächsten Dorf Waratah gibt es eine Mine. Aber auch ein schöner Wasserfall, der vom Dorf runter in die tiefe sattgrüne Schlucht fällt. 

Von der Hauptstrasse weg geht es rauf nach Cradle Mountain. Eine Ansammlung von Bergen um die 1‘500 Meter hoch. Ein Touristenmagnet! Es gibt Wanderungen, River Rafting, geführte Touren ect. Die Berge, naja... Hübsch, anders als zu Hause, aber es packt uns nicht. Das Einzige was uns so richtig gefällt sind die vielen Echidnas die wir heute gesehen haben, gleich drei Stück. Die süssen Igel faszinieren uns Beide. Vor allem sein Laufstil ist hammermässig. 

Von Cradle Mountain weg gehts zum Lake Lea, immer noch auf 800 m.ü.m gelegen. 

Yannick erkundet die Gegend mit der Drohne und ich zu Fuss. Im Strassengraben entdecke ich eine Schlange gross und schwarz. Ihr Kopf ist nicht zusehen und ich vermute das sie überfahren wurde. Ich mach einen Schritt zur Strassenmitte in ihre Richtung und da hebt die Schlange den Kopf. Ich bleibe wie angewurzelt stehen, zücke die Kamera und schätze die Entfernung zu ihr ab. Es gäbe ein besseres Foto wenn ich noch näher gehen würde, nach reiflicher Überlegung scheint mir dies aber zu riskant. Auch im Hinblick darauf das ihr Bauch orange zu sein scheint und wenn dies wirklich der Fall ist wäre es eine Tiger Snake. Sehr giftig und für ein sonst scheues Tier, aggressiv. Ich gehe einige Schritte rückwärts, mein Herzschlag hat sich nun doch ziemlich erhöht und mein Verstand ist zum Schluss gekommen, egal was für eine Sorte Schlange das ist, weg hier! 

Etwas ausser Atem komme ich zurück zum Auto. Die letzten Sonnenstrahlen, an denen sich die Schlage wohl noch gewärmt hat, sind nun weg. Es wird kühl und unser einsamen Platz immer mehr bevölkert. Bis am Schluss 6 Wagen gedrängt auf dem Platz stehen, bei so vielen Menschen, sind wenigstens alle Tiere aus der Gegend verjagt. Noch vor Sonnenuntergang sind wir im Zelt vergraben im Schlafsack und unter der Decke.

Wir warten bis es wärmer wird, dann stehen wir auf. Und lernen unsere letzten verbleibenden Nachbaren kennen. Ein Deutsches Paar, schon einige Zeit unterwegs in ihrem komfortablen Land Cruiser Troopy. Die Zeit beim reden und Erfahrungen austauschen vergeht wie im Flug, erst der einsetzende Regen treibt uns ins Auto und weiter. Wir fahren bis Tullah und dort an den Stausee wo wir kurz ins Wasser springen um zu duschen. Um uns dann am Lagerfeuer wieder aufzuwärmen. In der Dämmerung werden wir von vielen Tieren besucht. Zuerst die lustigen zutraulichen kleinen Kängurus, die Schmatzend unsere Kekse essen. Dann noch zwei Possums. Eine Mutter mit ihrem Jungen, wir haben schon einige Possums gesehen, aber diese hier sind anders, grösser und extrem süss! 

Wir stehen auf es regnet, schon wieder! Heute wäre es mal wieder Zeit für einen Camping. In Rosebery machen wir eine längere Pause. Wir wandern trotz des Wetters zum Montezuma Wasserfall. Da man im dichten Regenwald läuft spielt das Wetter keine grosse Rolle mehr. Der Weg ist etwas matschig aber schön. Der Wasserfall ist fällt über 100m in die Tiefe und ist der längste in Tasmanien. Die Hängebrücke über den Fluss ist schwindelerregend und bietet eine atemberaubende Aussicht auf den Regenwald und den Wasserfall. In der Nähe befindet sich der Eingang zu einer alten Mine. Etwas gruselig die dunkle Höhle zu betreten, aber die Wände scheinen silbrig im Licht der Taschenlampe. Müde und schmutzig sind wir über drei Stunden später zurück bei unserem Wagen. Das Wetter bessert sich nicht, in Zeehan hoffen wir auf einen Camping und werden enttäuscht. Alles Besetzt! In einem öffentlichen Schwimmbad wollen wir wenigstens eine heisse Dusche geniessen. Bezahlen dafür die Hälfte des Eintritts, Yannick kriegt das erhoffte heisse Wasser. Ich leider nicht, kein Grad wärmer als der See gestern. Ziemlich verfroren und frustriert setze ich mich wieder ins Auto und starre heute zum zweiten mal in die dunklen Regenwolken. Wohin nun? Da wir nie einen Plan haben, klappt es eben manchmal auch nicht auf Anhieb einen Schlafplatz zu finden. Wir fahren weiter durch die Wälder auf den gewundenen Strassen entlang. Bis wir schliesslich Queenstown erreichen. Dort können wir neben dem Footballfeld gratis Übernachten. Das Footballfeld übrigens, ist das derbste in ganz Australien, da es sich um ein Kiesplatz handelt. 

Kurz noch eine wärmende Nudelsuppe bevor wir ins Trockene verschwinden.