Start the adventure

11.- 16. Januar Abschied, Vorbereitung & Nullarbor 

Wir nehmen Abschied vom unterhaltsamen Jürg, dem wunderschönen Esperance und unseren lieben Aussie Freunden.

Mit auf den Weg nehmen wir viele tolle Erinnerungen, Erfahrungen und Piggy. Unser neues Maskottchen ist ein Plüschschweinchen von Franky’s grosser Schweinefarm. Piggy wird uns auf der Austalien Umrundung begleiten, hoffentlich viel “schwein” bringen und unsere momentane Lebensweise etwas symbolisieren. 

Bevor wir wieder richtig die Strasse rocken können, muss man noch an einiges denken. Das nötige Bargeld beziehen, alle Wassertanks (Dusche, Kanister, Trinkflaschen) auffüllen und einen Einkauf tätigen als gäbe es Morgen eine Zombieinvasion. Der Einkaufswagen ist bis zum Rand gefüllt. Die nächst “grössere” Einkaufsmöglichkeit ist über 1400 km entfernt.

Diesel wird getankt, der Toyota hat zwei Tanks mit einem Gesamtvolumen von 135 Liter. Das Tankvolumen des kleinen Tanks (Subtank) beträgt 45 Liter und der grosse (Haupttank) 90 Liter. Neben dem Lenkrad befindet sich der Knopf mit dem man vom einen zum anderen wechseln kann, die Tankanzeige bezieht sich auf den aktuell gewählten Tank. 

Falls man (normalerweise eher Frau) beim Tanken eines normalen Autos überfordert ist, dann erst recht hier, nachdem öffnen des Tankdeckels wird einem klar, es gibt zwei Tankeinfüllstutzen zur Auswahl. Wenn unser Toyota Land Cruiser einen guten Tag hat nimmt er 12 Liter pro 100km, wenn er einen miesen Tag hat säuft er bis zu 15 Liter. Abhängig von der Fahrweise (nur noch 80km/h auf der “Autobahn”) und der Beschaffenheit der Strasse, wenn er sich Mühsam off-road durch den Busch schlagen muss, verbraucht er entsprechend mehr. 

Dies schlägt dann auf Yannick’s Laune, weil so 100km 3.5 Dollar mehr kosten. 

Meine Laune sinkt wenn eine riesige Unordnung im Auto herrscht (kaum zu vermeiden)oder wenn der eingebaute Funk in ohrenbetäubender Lautstärke zu rauschen beginnt (wäre durch ausschalten zu vermeiden, aber Yannick liebt den Funk). 

Aber genug vom technischen und nervigem, unsere Reise geht weiter. Anstelle des normalen Weges über Norsman auf den Eyre Highway, nehmen wir eine “Abkürzungen” durch den Busch. Bei Condingup biegen wir ab, zuerst noch eine tolle geteerte Strasse, dann eine gut befahrbare Kiesstrasse und schliesslich nur noch eine holprige Piste.

Am frühen Nachmittag kommen wir in Deralinya an, ein Historic Homestead, wie die Aussis es nennen. Es ist erlaubt das Haus zu betreten, manchmal wohnt ein Mr. Roger Robertson da, heute ist das Haus gespenstisch leer, wenn man die Kolonie an Fliegen nicht dazuzählt. Die Zimmer sind voll eingerichtet, das Gästebuch liegt auf dem Tisch, die Bar ist gefüllt. Es ist zu früh zum bleiben und die Betten sind für uns nicht einladend. Wir fahren noch etwas weiter und werden belohnt. Mit einem wunderbaren Platz abseits der Strasse. 215km von Esperance entfernt, niemand ist hier, zuhören ist nur der Wind in den Bäumen, einige Vögel und die ersten Grillen die zirpen. Nach dem eindunkeln kommen tausende von Sternen hervor. 

Donner treibt uns nach dem Sonnenaufgang aus dem Bett. Es ist noch früh, aber wir packen lieber vordem Regen zusammen. Zurück auf der Holperstrasse, passieren wir Tore, geschmückt mit Unterhosen und BH’s, kurzer Stopp, mit einem Grinsen auf dem Gesicht geht es weiter. Bis zum Eyre Highway, die Fernstrasse hat eine Länge von 1675 km und ist Teil des australischen National Highway 1, der Perth mit Adelaide verbindet, benannt nachdem Forschungsreisenden Edward John Eyre.

“Kurz nach“ Balladonia beginnt die längste Gerade Strecke Australiens mit 146.6km. In Caiguna, neben dem Roadhouse kommt die erste Kurve in Sicht. Der Sprit wird teurer und auch sonst gibt es neben den Roadhouse und dem Wegweise nicht viel zu sehen. Auch in Cocklepiddy und Madura halten wir kurz. Die einzige Abwechslung... 

Die Australien nennen die Nullarbor Strecke ‘a lot of nothing’, trifft auch ziemlich genau zu. Trotzdem gibt es einiges hier. Auf der Karte ist ein Madura Pass eingezeichnet, ich ignoriere das, wie soll es hier auch ein Pass geben... Doch plötzlich erspäht man alles, die einzige Erhöhungen an der Bucht überhaupt, von der aus die 200 Kilometer lange große Bucht überblickt werden kann.

Madura selbst besteht aus einem Motel, ein Caravanpark, ein Restaurant und einer Bar.

Nach Madura biegen wir ab zum Meer, nach Red Rocks Point. Eine off-road Angelegenheit, ziemlich mitgenommen von den vielen Kilometern kommen wir dort an. Es gibt einige Häuser, von Fischern, aber es scheinen alle weg zu sein. Wir errichten unser Nachtlager in der Nähe des Strandes. Die Grillen sind hier so laut das Yannick sie für einen Schwarm Vögel hält, todmüde schlafen wir aber trotzdem ein.

Das Wetter lädt nicht zum bleiben ein und viele Strassenkilometer liegen noch vor uns. So ziehen wir weiter und verlassen unser geliebtes Westaustralien und passieren in der Border Village die Grenze nach Südaustralien. Ein riesiges Känguru mit Vegemite begrüsst uns im neuen Bundesstaat. Die Statue ist riesig und sieht lustig aus wie es das hässliche Vegemite hält, ekliges Zeug das nach Maggi schmeckt und sich die Australier aufs Toast schmieren. Zusätzlich mit der Überquerung der Grenze haben wir eine neue Zeitzone erreicht, mit zweieinhalb Stunden unterschied zu Western Australia. 

Dann noch einen Rekord. Die längste Klippe der Welt, die Bunda Cliffs, 200km lang wirklich schön und spektakulär. Dreimal fahren wir zu verschiedenen Aussichtspunkten, da es ja auch sonst nicht viel zu sehen gibt. Nicht einmal Tiere, ausser hunderte von überfahrenen Kängurus. Das Tagesziel wäre Cactus Beach, aber es sind immer noch so viele Kilometer, so entscheiden wir uns für Fowlers Bay. Es ist schon spät, so nehmen wir einfachheitshalber den Campingplatz. Fowlers Bay ist ein kleines Städtchen am Meer, neben riesigen Sanddünen. 

Gerne bleiben wir noch länger, suchen uns aber ein neues Plätzchen. Ein kleiner Nationalpark erstreckt sich raus aufs Kap. Wir fahren off-road dem Strand entlang, dann über Stock und Stein. Draussen am Kap, ist die Aussicht kaum zu fassen. Einerseits ein flaches, ruhiges Meer, im Hintergrund das kleine Dorf und die weiten Sanddünen, auf der anderen Seite schroffe Felsklippen mit meterhohen Wellen. Am Ende des nächsten Strandes finden wir ein guter Platz zum bleiben, zwischen Sanddünen und in der Nähe das Meer. Einzig die Fliegen sind eine Plage, so brauchen wir erstmals unser Mückennetz das man an der Markise befestigen kann, Problem gelöst. Oder man hüpft ins Wasser, dort sind die Biester auch nicht. Wir verbringen einen schönen Tag, erholen uns von den Kilometer die wir gefahren sind und wollen morgen nochmals hier bleiben.

Den nächsten Tag haben wir schon voll durchgeplant, nur das Wetter haben wir nicht berücksichtig… Ein Sturm zieht auf, man sieht es schon kommen… So wunderschön die Sanddünen auch sind, mit dem Wind macht es keinen Spass mehr. Wir halten unsere Markise fest während der Sandsturm so über uns fegt. Es gibt eine kleine Flaute dazwischen, lange genug um alles aufzuräumen, ins Auto zu springen und davon zu brausen. Schade, das wir aus diesem schönen Ort quasi raus gepustet werden. 

In Penong, ein kleiner Ort am Eyre Highway, nutzen wir das schlechte Wetter für einen Kaffeestopp und einer Waschmaschinenladung. Ebenfalls zusehen ist hier das grösste Windrad von Australien. Von Penong ist es nicht mehr weit bis zur Cactus Beach, ein berühmter Spot für Surfer. Dem entsprechend sind auch die Wellen sehr hoch. Auch hier gibt es wieder die Sanddünen, und viele kleine Seen. Leider finden wir kein windgeschütztes, günstiges Plätzchen.

 Am Ende des Tages landen wir dann doch schon in Ceduna, zurück in der Zivilisation, hier gibt es wieder mehr als nur einen Laden und sogar mehrere Campings. Das Ende von Schönen, Speziellen und Einmaligen ‚a lot of nothing’! 

 

4. - 10.Januar Cape Arid & Cape Le Grand

Unsere restlichen Tage in Esperance verbringen wir mit der Vorbereitung unseres Autos für die Weiterreise. Wir erstellen eine neue Ordnung oder Unordnung im Toyota. 

Yannick montiert uns eine tolle Dusche aufs Dach. Über 40 Liter Wasser, wir freuen uns aufs ausprobieren. 

Apropos probieren, wir fahren in die Lucky Bay Brauerei. Und testen uns durch ihre Biersorten. Es ist eine kleine Brauerei etwas ausserhalb der Stadt mit einem Garten und schattigen Plätzen zum Bier geniessen. 

Klar auch die einmaligen Strände rundum Esperance besuchen wir oft. Und haben immer viel Spass mit unseren Aussie Freunden. 

Unerwartet bekommen wir Schweizer Besuch. Wir quartieren uns für 2 Nächte im Pink Lake Camping ein, bevor wir zusammen unsere Nationalpark Tour starten. Auf der Liste steht das Cape Arid und Cape Le Grand. 

In Thomas River, im Cape Arid finden wir einen Platz, alleine hinter den Sanddünen nähe Strand. 

Die Jungs sind erfolglos beim Fischen, die Brandung ist stark und der Wind ebenso. Der Weg über Felsen und Sanddünen, den ich nehme, ist windgeschützter. Die Aussicht ist grandios. Wildnis, Strände und Sanddünen soweit das Auge reicht. 

Der Abend beim wildcampieren ist entspannt, das Abendessen schmackhaft und der Wein lecker. 

Der nächste Tag beginnt regnerisch. Wir verlassen unser Platz und fahren nach Condingup in die Taverne. Die Condy Taverne ist ein Pub, mit Restaurant, Biergarten und einem Shop mit tollem Ambiente im Niergendwo. In der Wärme und am Trockenen trinken wir Kaffe, bevor es nach Duke of Orleans Bay weitergeht. Von Strand zu Strand geht es off-road weiter, mal auf einen Felsen mit Aussicht, dann sind wir wieder zwischen Sanddünen verschwunden. Auch hier finden wir einen tollen Platz, etwas abseits vom Strand neben einem kleinen Fluss. Das Wetter hat sich inzwischen wieder etwas verbessert, aber wie immer ist es windig. 

Alle drei testen wir unsere neue Dusche und ich finde es gibt nichts zu beklagen. Jedenfalls ist man wieder frisch!

Wir geniessen den malerischen Sonnenuntergang, trotz Wolken. Im Bett hört man den Wind, die Brandung, das Zirpen der Grillen und das leises quaken der Frösche. Besser kann man es nicht haben.

Morgens ist es sonnig, warm und das Frühstück isst sich mit toller Aussicht! Wir fahren nochmals bei der Taverne in Condingup vorbei, bevor wir ans Cape Le Grand abbiegen. 

Die Lucky Bay ist so schön wie auf den Postkarten, dafür haben wir bisher auch noch nicht so viele Touristen in Westaustralien an einem Strand gesehen. Ebenfalls sind die versprochenen Kängurus am Strand, hüpfen herum, lassen sich gutmütig von den Leuten fotografieren und streicheln und versuchen hie und da einen kleinen Happen zu ergattern. 

Das Meer ist türkis, lädt zum baden ein, was wir auch machen, aber kalt ist es!

Auch die Hellfire Bay hält was der Reiseführer verspricht.

Der Rückweg vom Nationalpark nach Esperance: 22km am Strand entlang fahren. Yeah! 

Auch hier noch ein Badestop beim Wylie Head, das tolle hier, ein breiter Sandstreifen und auf beiden Seiten das wunderbare Meer. 

Unsere kleine Rundreise (400km) ist beendet, als nächstes erwartet Yannick und mich der Nullarbor, Jürg reist weiter zum Australian Open nach Melbourne!

 

29. Dezember - 3. Januar 2019 What to do in Esperance?

In Esperance gibt es sehr viel zu sehen oder zu unternehmen. Täglich entdecken wir mehr. 

Great Ocean Drive, Pink Lake, Historical Museum Village, Wylie Bay, der Hafen, Cape Le Grand NP, und, und und…

Die Silvester Nacht selbst ist ein gelungener Abend. Wir stellen den Aussies Fondue Chinoise vor, etwas improvisiert, aber trotzdem lecker. Das Feuerwerk in der Bucht von Esperance dauert satte 20 Minuten und spiegelt sich im Meer, einfach schön sich das mit Freunden anzusehen. Auch wenn es 3 Stunden vor Mitternacht stattfindet.

Am Great Ocean Drive sehen wir eine grosse Familie Delfine, direkt in der Bucht. Wir haben sogar das Glück zu beobachten wie sie die Wellen surfen, einfach perfekt und wunderwunderschön. 

Aber auch der Weg selbst hat viel zu bieten: 7.5km Wanderweg oder Strasse von Esperance bis Twilight Beach. Dazwischen liegen: West Beach, Blue Haven, Salmon Beach and Fourth Beach. Jeder Strand ist einzigartig, teils starke Brandung, dann wieder flaches, ruhiges Wasser. Draussen in Meer sind hunderte von grossen und kleinen Inseln zu sehen. 

Der Great Ocean Drive führt noch an den Pink Lake, der nicht mehr pink ist. Anscheinend haben Algen die pinke Farbe verursacht. 

Das Historical Museum Village liegt im Zentrum von Esperance und umfasst einige Museen, Kaffes und hübsche kleinen Läden in alten Siedlungsgebäuden. Die Innenstadt von Esprerance ist klein aber fein. Die Gemeinde zählt etwa 14’000 Einwohner, die Stadt selbst ist nach dem französischen Schiff, der „L'Espérance“, benannt, was die Hoffnung heisst.

Wylie Bay ist der Lieblings Strand unserer Freunde und bietet viel Freizeitmöglichkeiten. Von Surfen über Kiten, schwimmen, aber es ist auch ein guter Platz um Quad zu fahren. 

Was ein überwältigender Spass ist!

Der Hafen ist im Vergleich zu anderen nicht sehr gross. Die riesigen Frachtschiffe werden hier mit Eisenerz, Lithium oder Korn beladen und vor allem nach Asien verschifft. Das Eisenerz trifft mit dem Zug ein, der so lang ist das man dessen Ende nicht sehen kann. Das Korn kommt mit den vielen Roadtrains und wird in gigantischen Silos gelagert. Der kolossale Kran zum beladen ist 1’100 Tonnen schwer und wurde ebenfalls per Frachtschiff hier hin gebracht. Importiert wird vor allem Diesel. Früher wurde alles über den Tanker Jetty abgewickelt, der aber für die grossen Schiffe zu kurz wurde. Der Jetty steht noch, Teile davon sind aber nun im Meer versunken. 

Am Cape Le Grand gibt es viel zu sehen, wir werden den Nationalpark später noch genauer entdecken. Heute fahren wir nur durch, mit unseren Freunden, an die Duke of Orleans Bay. Unterwegs gibt es hunderte von „Chirstmas Trees“, wie die Einheimischen sie hier nennen. Es sind aber nicht etwa Tannenbäume, sondern Nuytsia, das sagte mir noch nicht mehr, gehört zur Familie der Riesenblumengewächse, auch das sagt mir nichts. Jedenfalls sind die Bäume wunderschön, mit ihren leuchtend gelben bis orangen Blüten. 

Die Bucht selbst ist so hübsch wie alle Strände hier. Ferien in der Karibik sind nicht mehr nötig wenn man diese Strände hat. Einziger Nachteil, das hier das Wasser nur knappe 20 Grad erreicht und einige grosse Haie beherbergt. 

 

24. - 28. Dezember Weihnachten mit Schweizer Küche, weissen Stränden und angenehmen 25 Grad

Es ist nicht kalt, gibt kein Nebel, kein Schnee, kein Skifahren, aber es ist Weihnachten. 

Ein Weihnachtsbaum haben wir, er gehört zwar nicht uns und ist aus Plastik bringt aber auch Weihnachtsstimmung in die Wohnung.

Statt Skifahren, können wir Kitesurfen, anstelle des Schnees haben wir die wunderschönen Strände von Esperance. Statt an ein Familienfest zu gehen, sehen wir uns Pferderennen an (inklusive dem dazugehörige Wetten, nein wir haben leider nichts gewonnen).

Da es keine Päckli zum ein- oder auspacken gibt, nichts zu dekorieren, keine „Güetzi“ zu backen und ich auch sonst ganz dem Weihnachtsstress entkommen bin, habe ich Zeit zum Joggen oder für Yoga, damit ich danach auch völlig tiefenentspannt schlemmen kann. 

Anstelle eines Fondue Chinoise geniessen wir Fisch (Yannick sogar Haifisch, nein keinen geschützten). Als Ersatz für Glühwein trinken wir eiskaltes Bier oder einen erfrischenden Rosé. Jetzt da wir wieder eine Küche zur verfügung haben, geniessen wir einen leckeren Sonntagszopf, eine feine Rösti mit Zürcher Geschnetzeltes und Hörndligratin nach Mama’s Rezept. 

Die Weihnachtsdekorationen in den Vorgärten sind etwas kitschiger oder aufgefallener als zuhause. Surfende Nikoläuse oder fliegende Drachen mit Lichterketten ausgestattet, sind zu bestaunen. Weihnachtsmusik schallt aus den Radios, es gibt sogar australische Weihnachtslieder zuhören. 

Auch in der kleinen Stadt sind die Läden an 25. & 26. Geschlossen und die Regale sind Halbleer gekauft. 

Die Aussies geniessen ihre Feiertage: spielen Kricket mit der ganzen Familie, fahren an den Strand und veranstalten riesige Picknicks inklusive Partyzelte, fischen oder surfen, egal ob im Wasser oder auf dem Strand. 

 

20. - 23. Dezember Esperance

Wir sind nur noch einige Kilometer von Esperance entfernt. So das wir um 12 Uhr dort eintreffen. Wir haben uns schon seit Perth sehr darauf gefreut. Alle Australier loben die Strände hier, als die schönsten in ganz Australien. Aber nicht nur deshalb, wir dürfen wieder jemanden aus der Fisher Familie besuchen und bei ihnen wohnen. 

Im Woolworth wollen wir noch etwas kaufen zum mitbringen, und wer steht da zwischen den Regalen, unsere Gastgeber, was für ein Zufall. Wir gehen mit ihnen nachhause. Es ist wieder ein hübsches, einstöckiges aber geräumiges Haus. Bei einem Ausflug zum Skatepark sehen wir schon einiges von Esperance, die Stadt ist klein und süss. Es gibt ein Hafen, wo die meisten riesigen Frachtschiffe Getreide, Stahl und Kupfer in alle Welt verschiffen. Trotzdem Hafen, ist das Wasser und der Strand schön. Abends dürfen wir spontan mit zu einer Geburtstagsfeier, typisch Aussies, wildfremde Leute mitzubringen. 

Einige Autofahrminuten von Esperance entfernt, gibt es noch die Wylie Bay. An diese geht es am nächsten Tag, mit der ganzen Familie. Es ist wie immer windig, perfekt für Yannick zum kiten. Ich hüpfe nur ganz kurz ins Wasser, es ist kein Grad wärmer als der Thunersee bei Sommerbeginn. 

Am Samstag geht Yannick mit einigen Jungs angeln, auf einem Boot, ein richtig erfolgreicher Angeltrip! 

Ich selbst habe nach einer Joggingrunde einen gemütlichen Tag mit der hochschwangern Narrelle und ihrem klein Sohn Franky. 

 

19. Dezember Munglinup

Nach einer Joggingrunde und einem gemütlichen Morgen fahren wir ein ganzes Stück zurück bis zur Hauptstrasse. Bei Munglinup biegen wir ab, am Strand gibt es einige Stellplätze für wenig Geld. 

Der Strand ist auch hier wieder schön, das Wetter ist etwas zu kühl und wenig fürs baden. Aber für einen Spaziergang und fischen super geeignet. Ich finde viele hübsche und farbige Muscheln und Yannick fängt einen Fisch. 

Wir probieren das erstmals unsere Solardusche aus, nicht schlecht, zumindest kann man etwas erfrischt ins Bett. 

 

18.Dezember Bremer Bay & Fitzgerald River Nationalpark

Um 7 Uhr halten wir auf dem Parkplatz, wir wollen den zweistündigen Aufstieg auf den Bluff Knoll wagen. Wir bleiben im Auto sitzen, der Regen kommt horizontal, der Wind ist böig und rauscht ums Auto herum. Dann blitzt wieder kurz ein stück blauer Himmel auf. Die Wolken schmiegen sich über den Berg, das man die Spitze nicht sehen kann. Wir warten eine Stunde, das Wetter bessert sich leider nicht, daran kann man nichts ändern. So fahren wir weiter bis Bremer Bay. Hier scheint mehrheitlich die Sonne, der Strand ist schön. Der Sand ist weiss und knirscht wie frischer Schnee bei jedem Schritt unter den Fussen. Zum fahren ist der Sand weniger praktisch, einige Male bleibt das Auto fast stehen, noch wenn Yannick das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrückt. So durchfahren wir drei Buchten bis wir bei Point Ann ankommen, hier können wir endlich wieder auf normalen Kiesstrassen fahren. Und finden einen hübschen Nationalpark Camping. Yannick geht fischen und fängt sogar ein kleineres Exemplar. Ich bin beschäftig mit meiner Kamera und der wunderbarem Strand mit Aussicht. Nachts pfeift der Wind und schlägt heftig ans Dachzelt, so das wir schon überall eingebildete wilde Tiere hören. 

 

16. & 17. Dezember Albany & Stirling Range Nationalpark

Es regnet immer noch, wir fahren weiter in die nächste Stadt. Albany ist grösser als die bisherigen kleiner Dörfer, es gibt viele Läden und Museen. Die Stadt ist charmant, der Ort an dem die ersten europäischen Siedler Westaustralien betraten, was man noch an den hübschen Kolonialgebäuden sehen kann. 

Wir nehmen ein Cappuccino und leckere Scones in einem Café, es regnet immer noch leicht. Danach geht es noch ins Western Australia Museum, wo wir viel über die Einwanderer erfahren und es gibt ein Nachbau des Bootes mit dem die ersten Siedlern ankamen zusehen. 

Wir füllen noch unsere Vorräte auf, bevor wir uns in Richtung Nationalpark aufmachen. 

Einige Kilometer vor dem Stirling Range Nationalpark übernachten wir. Mitten im Nirgendwo. 

Die Panoramastrasse am nächsten Morgen führt uns durch die bergige Landschaft. Die höchsten Berge Südwestaustraliens stehen in diesem Nationalpark. Die Wolken hängen tief in die hüglige Landschaft hinein. Im Stirling Range Retreat haben wir einen Campingplatz in der Nähe des höchsten Berges hier, dem Bluff Knoll, 1099 Meter hoch. 

 

14. &15. Dezember Green Pools, Elephant Rock & Denmark

Der Schreck von gestern Abend ist beim Anblick der Bucht am Morgen schon fast vergessen. Es ist windstill, das türkisfarbene Wasser ist ruhig in der Bucht und der Sand blenden hell. Alles lädt zu einem morgendlichen Bad ein. Einfach wunderbar so in den neuen Tag zu starten. 

Das Tagesziel ist Denmark zu erreichen natürlich mit einem Zwischenstopp bei den Green Pools und Elephant Rocks. Auch eine atemberaubende Bucht, aber im Gegensatz zu heute Morgen, übersät mit Badegästen und Touristen. Die Elephant Rocks, rote Felsen am Strand, die tatsächlich gross und zum Teil die Formen eines Elefanten haben. 

Denmark selbst ist wieder ein kleines Dorf mit einigen wenigen Läden und zwei Campingplätzen, wir sehen uns beide an und entscheiden uns für den letztern. Näher am Meer, günstiger und auch noch mehr zu bieten als der vorige. 

Wir basteln noch etwas am Auto rum, drehen unser Dachzelt nach hinten, damit man bei Regen die Hecktüre und somit den Kühlschrank geschützt bedienen kann. Räumen noch auf und machen es uns schliesslich gemütlich. Auch hier haben wir tierische Nachbaren, laute Krähen und Kookaburras und herumhüpfende Kängurus. Ein kurzer Spaziergang Richtung Meer vor dem Abendessen. Die Mücken sind wieder die Hölle und treiben uns ins Zelt. 

Der neue Tag ist regnerisch und viel kühler als gestern. Wir bleiben noch hier. Zwischen zwei Regenschauer geht unser australisches Minigolfturnier weiter, auch auf diesem Camping darf man gratis eine Runde Spielen. 

 

13. Dezember Valley of Giants, Paceful Bay & Boat Harbour Beach

Die Nacht war kalt, der Morgen ist sonnig und es verspricht wieder einen schönen Tag zu werden. Das heutige geplante Programm beinhaltet grosse Bäume, wie auch glasklares Meer. Wir machen uns früh auf zum Valley of Giants. Schon die Hinfahrt ist ein Erlebnis. Riesige Bäume, die ganze Strasse entlang, am Ende unternehmen wir den Tree Top Walk. Wir befinden uns bis zu 40 Meter über den Boden und trotzdem überragen uns die umgebenen Bäume noch. Vom Wald zum Meer, an die Paceful Bay.

Man darf hier mit dem Auto auf den Strand fahren, auf gehts. Yannick nutzt die Gelegenheit und geht Kiten. Zuerst in einem Meeresarm und zum Schluss noch ein sogenannter „Downwinder“ am Strand entlang. 

Auf der anderen Seite des Meeresarm suchen wir nach einem Platz zum bleiben. Wir bleiben erfolglos und fahren noch einwenig weiter und werden dafür belohnt. 

Wir enden am Boat Harbour Beach, von Booten weit und breit nichts zu sehen, dafür eine so unglaublich schöne kleine Bucht, direkt aus einer Postkarte entsprungen. 

Der Weg bis hier war gut, laut Googlemaps sollte es in der nächsten Buch einen Camping haben. Den wollen wir uns kurz anschauen und wir bleiben stecken… Es ist Hüglig geworden, der Sand tiefer und wir haben uns die teuren Sandbretter noch nicht geleistet. Yannick buddelt, aber nichts scheint zu helfen. Zu unserem Glück sind noch Leute am Strand, mit Sandbrettern! Es ist ein sehr nettes Paar, ursprünglich aus Italien das uns hilft. Zum Dank spendieren wir ein kühles Bier und sind froh noch kurz vor Sonnenuntergang unser Zelt am Strand neben ihnen aufzuschlagen. Anscheinend haben wir mit der Bedienung des 4x4 etwas falschgemacht und sind heute nur mit Hinterradantrieb durch die Dünen gekurvt.

 

12. Dezember Jasper Lake, Pemberton & Walpole

Um nicht den selben Weg wieder zurückfahren zu müssen, machen wir einen Schlenker noch tiefer in den Park hinein. Gelagen so zum Jasper Lake, klares, sauberes und kühles Wasser lädt uns zu einem Bad ein. Ein nahezu perfekter Ort um zu verweilen, wären da nicht die üblen Stechfliegen, die uns vertreiben. 

Der schnellste Weg zurück zur Hauptstrasse ist gesperrt, die Brücke ist nichtmehr befahrbar, aber durch den Nationalpark führen viele schöne off-road Wege. 

In Pemberton halten wir für ein warmes Mittagessen an einem der öffentlichen Grills. Der Ort ist winzig, wie so viele Ortschaften die wir unterwegs antreffen. Es gibt eine Tankstelle, eine Apotheke, ein Kaffee, ein Schnapsladen, ein Kramladen und das wars auch schon fast. Trotzdem ist es eine schöne Gegend mit vielen Farmen und Wäldern. 

Es ist noch früh, so bringen wir noch einige Kilometer hinter uns. Bis kurz vor Walpole, dort finden wir einen guten Platz an einem Fluss zum gratis campieren. 

Kaum sind wir dort holt Yannick seine Angel hervor, er versucht mit Tintenfisch als Köder etwas zu fangen. Ich halte dies für Hoffnungslos, da wir ja an einem Fluss sind und wohl kein Fisch hier so etwas frisst. Er fängt auch nichts, nette Australier scheinen Mitleid zu haben und schenken uns zwei gefangene Fische. So gibt es doch noch Fisch auf den Teller und die schmecken ausgezeichnet.

Nachdem Sonnenuntergang hat der Himmel und der Fluss ein dunkles violett angenommen, das lassen wir noch kurz auf uns wirken, bevor wir uns im Zelt verkriechen. 

 

11. Dezember D’Entrecasteaux Nationalpark

Langsam starten wir in den neuen Tag. Der Wind hat gedreht, so entschliessen wir uns nach einigen Erledigungen weiter zu fahren. Wir versuchen einige Kilometer einzusparen und nehmen eine Abkürzung, fahren durch den D’Entrecasteaux Nationalpark und dort entscheiden wir uns für einen Abstecher. Kilometermässig ist das nicht viel, aber da es sich nicht um geteerte Strassen handelt, nimmt dies viel Zeit in Anspruch. Über Sandpisten, durch Wasserlöcher und schöne Wälder gelangen wir ans Meer. Vom Black Point haben wir eine tolle Aussicht über die Bucht. Am Ende landen wir an dem Jasper Beach. An einem vom starken Wind geschützten Ort, stellen wir unser Nachlager auf. Es beginnt ein wenig zu regnen, was uns aber nicht davon abhält ein wärmendes Feuer zu machen.

 

10. Dezember Augusta

Ein weiterer Morgen in Augusta startet gemütlich. Der weniger relaxte Teil des Tages ist im Wasser, da ich nochmals versuche zu Kiten. Das Ganze erinnert mich daran wie ich Snowboarden gelernt habe, erst tausendmal auf die Schnauze fallen, bevor man erst richtig auf dem Brett steht. Yannick hat aber immer noch viel Geduld und abgesehen davon, das ich die ganze Ausrüstung zum Kitespot schleppen musste, ist er ein angenehmer Lehrer. Den Rest des Nachmittags bin ich auch dementsprechend müde und stelle nicht mehr viel an. Yannick geht noch fischen und ist ungefähr so erfolgreich wie ich beim Kiten. Er fängt zwar Fische, diese sind aber zu klein, netterweise wirft er diese zurück ins Wasser, werden aber schlussendlich von einer Möwe gefressen.  

 

8. & 9. Dezember Molloy Caravan Park & Augusta

Wir schlafen aus, das es gestern doch etwas spät geworden ist. Unsere Futterkiste und der Kühlschrank haben es mal wieder nötig aufgeräumt zu werden. Nach der „Arbeit“, das Vergnügen: Endlich habe ich wieder Zeit gefunden ein Buch zu lesen, so geniesse ich eine Danielle Steele Schnulze, die dafür einfach ist in Englisch zu lesen. Natürlich unternehme ich nochmals eine „Tierlitour“ und erkunde noch etwas die nähere Umgebung. Eine Strasse weiter befindet sich die Fähre für Molloy Island, eine bewohnte Insel in Mitten des Flusses, für Besucher aber nicht geöffnet. 

Ein feines Chickencurry rundet den Tag ab.

Alles bereit zum loslegen Richtung Albany. Gepackt, frisch geduscht, unsere Vorräte aufgefüllt wollen wir in Augusta abfahren. Als uns der Wind aber doch noch zum Strand lockt. Seit wir in Safety Bay abgefahren sind, habe ich nicht mehr versucht zu Kiten. Hier in der gemütlichen Bucht von Augusta ist die Gelegenheit meine Ausrüstung zu testen. 

Aufgeht es, diesmal mit Yannick als mein Kitelehrer, kämpfe ich wieder darum den verdammten Drachen in der Luft zu behalten und dabei noch irgendwie das Board an meine Füsse zu kriegen. Nach zwei Stunden und ungefähr einer Sekunde auf dem Board habe ich genug. Yannick macht sich aber toll als Lehrer, wohl um einiges Besser als ich als Schüler.

So nehmen wir den Nächstgelegenen Camping in Augusta und bleiben noch, solange der Wind noch gut ist und wir am nächsten Tag nochmals üben können. 

 

7. Dezember Cape Leeuwin Lighthouse & Augusta

Eine steinige Route führt uns am Morgen zurück auf die Hauptstrasse. Den nächsten Abstecher machen wir zur Hamelin Bay. Dort gibt es nicht viel zu sehen, hübscher Strand mit einem Camping, vielen Touristen und das wars. 

Wir schauen uns lieber in Augusta nach einem Camping um und sehen uns bei dieser Gelgenheit auch gleich den Leuchtturm, etwas ausserhalb des Dorfes gelegen, an. Er ist im selben Stil und leuchtenden weiss wie der am anderen Ende am Cape Naturaliste, aber um einiges höher. Die neuste Technik erlaubt es noch kurz mit meinen lieben Eltern zu telefonieren, inklusive Video. Bevor wir dann am anderen Ende von Augusta, direkt am Fluss gelegen, einen tollen Campingplatz finden. Neben den menschlichen Nachbaren, lebt hier auch eine zutrauliche Kängurufamilie, eine riesige Entenfamilie und noch einige hübsche Papageien. Sofort unternehme ich eine streichen und fütterungs Tour durch den ganzen Camping. Nach einem leckeren Abendessen gibt es ein Feuer (auch hier erlaubt), Rum mit Cola und meinen Geburtstagskuchen. Nach einem kurzen Schreck, haben wir auch Freude am Überraschungsgast, eine Kängurumama, mit einem noch ganz kleinen Jungen im Beutel, ist aus der Dunkelheit neben uns aufgetaucht. Auch Heute war ein wunderbarer Tag mit vielen tollen Erlebnissen und mal wieder ein Jahr an dem ich an meinem Geburtstag nicht frieren musste! 

 

6. Dezember Leeuwin Naturaliste Nationalpark

Es ist an der Zeit weiter zu ziehen. Aber zuerst sind noch einige Probleme zu überwinden. Den Abbau des Zeltes und der Markise gestaltet sich heute schwieriger. Das Dachzelt lässt sich nicht mehr schliessen wegen der zusätzlichen Matratze. Fazit: bequem zum schlafen aber sonst nicht wirklich alltags tauglich. Die nächsten unerwarteten Schwierigkeiten bietet die Markise. Da wir beim Aufbau nicht darauf geachtet haben sie so aufzustellen das das Wasser gut abfliessen kann, hat sich durch den starken Regen eine riesige Pfütze gebildet und so die Seitenverstrebung arg verbogen. Superman Yannick, kann dies beheben. 

Zurück in Margaret River kaufen wir noch mein Geburtstagskuchen für Morgen und um meine Kite Ausrüstung zu komplettieren noch einen Neoprenanzug, da ich sonst wohl auf der Stelle erfrieren würde, „Gfrörli“! 

Wir fahren in den Leeuwin Naturalist Nationalpark, dort steuern wir den Camping an der nur mit Allrad erreichbar ist. Der Platz hat ausser seiner Naturschönheit nichts zu bieten, ausser ein Plumpsklo! 

Bevor wir hier unser Zelt aufschlagen drehen wir noch eine Runde auf den vielen Off-Road Tracks die durch den Nationalpark führen. In Richtung Strand treffen wir noch zwei grössere Eidechsen an und schliesslich als das Meer in Sicht kommt sehen wir Wale aufspringen. Ziemlich weit draussen, aber deutlich zu erkennen, auch der weisse Bauch, was auf Buckelwale hinweist. Wir können uns kaum satt sehen. 

Zurück beim Camping unternehme ich noch einen 1 1/2 stündigen Bushwalk, bis zum nächsten Camping und einer berühmten Höhle. Der Weg den ich nehme ist ein Teil der Cape to Cape Wanderung. Der Wanderweg führt von Kap zu Kap, respektive vom Leuchtturm Naturaliste zum Leuchtturm in Leeuwin, nähe Augusta. Wäre wohl auch ein tolles Abenteuer. Unterwegs entdecke ich noch Rabenkakadus, fasziniert schaue ich zu wie sie den halben Baum zu häuten scheinen. 

Zurück bei unserem wunderschönen Nachtlager, sammeln wir Feuerholz, denn glücklicherweise dürfen wir mal wieder ein Feuer machen. 

Beim sammeln erspähe ich ein Känguru, das ein Junges im Beutel herumträgt. Zum Abschluss des tierreichen Tages, sehen wir nach dem eindunkeln noch Possums. Wirklich süss und flink bewegen sie sich in den Bäumen über uns. 

Ganz weit in der Ferne hört man das rauschen des Meeres, was uns in den schlaf trägt. 

 

4. & 5. Dezember Gracetown, Margaret River & Prevelly

Schlechteres Wetter ist im Anflug. So geben wir unser schönes Plätzchen auf und fahren nach Gracetown. Ein kleines Dorf mit einem süssen, kleinen Laden. Wir machen einen Kaffeepause und schauen uns für einen Campingplatz um. Dafür müssen wir noch etwas weiter bis Margaret River. In Prevelly, einem Küstenort, gleich bei der Flussmündung des schönen Margaret River finden wir einen. Wir gucken uns noch in der Stadt um, finden eine Matratze in einem Campingladen. Diese wird hoffentlich helfen und uns etwas komfortablere Nächte bescheren. Ein Mückenspray fürs Zelt ist ebenso nötig, um das Ganze so richtig auszuräuchern. 

Wir bleiben zwei Tage auf dem Camping, wir haushalten, Wäsche und Bett frisch machen und was sonst so ansteht. Der Platz ist sehr grün, viele Bäume, schöne Blumen und meistens ist es ruhig. Wenn nicht gerade die Kookaburra lautstark Lachen/Krähen oder die Nachbaren Hip-Hop abspielen. Mit dem Regen kann man auch mal gemütlich im Dachzelt bleiben ein Buch lesen oder am Laptop sitzen. Aber auch einen Spaziergang am Strand entlang liegt drin.

 

3. Dezember Yallingup, Canal Rocks & Wilyabrup Bay

Unser Morgen startet mit einer regelrechten Abwaschparty, der gestrige faule Tag rächt sich. 

Die Vorräte werden knapp, so müssen wir in Dunsborough einkaufen. Normalerweise ist Woolworth unser Laden, heute gibt es Coles oder IGA zur Auswahl. Die Preise und das Angebot im IGA entsprechen aber eher einem kleinen Quartierladen, so kosten wir mal die Produkte von Coles. 

Yallingup und ebenfalls Canal Rock sind beides schöne, einladende und besondere Strände. Auch deshalb sind diese von vielen Touristen überlaufen. So vielen Leuten sind wir bisher nur in Busselton begegnet, seit unserer Abfahrt in Perth. 

Yannick findet dank Googlemaps einen Ort abseits der Touristenströme. Kein Wunder sind dort kaum Leute, es ist zwingend ein 4wd erforderlich und es gibt keinen Handyempfang. Nach einem Weg durch tiefen Sand, folgt die Richtige off-road Strecke. Uns fehlt noch die Erfahrung mit dem Toyota, so sehen wir uns das Ganze lieber erst zu Fuss an. Unten treffen wir ein nettes Paar aus Perth, das schon hier übernachtet hat. Sie haben ebenfalls ein 4x4 Auto mit einem sehr grossen, off-road tauglichen Zeltklappanhänger und meinen das wir es mit dem Land Cruiser definitiv auch schaffen werden. Damit wir das gute Auto nicht schon beim Erstmal versenken, laufe ich voraus um bei schwierigeren Passagen etwas zu dirigieren. Nicht lange und wir sind mitsamt dem Toyota heil in der Wilyabrup Bay. Es ist wie fast immer extrem windig und einen angenehmen Platz zu finden ist eher schwierig. Trotzdem, die Aussicht über die Bucht entschädigt! Ausser dem netten und hilfsbereiten Paar mit ihrem kleinen Sohn sind nur vereinzelt Wanderer hier anzutreffen. Ein Fluss mündet ins Meer, die Wellen brechen an den Felsen am Rande der Bucht, einfach wow! 

Fischen, lesen, kochen und gemütlich mit dem lieben Paar plaudern, so vergeht der Nachmittag und Abend wie im Flug und eine sternenklare Nacht bricht herein. Der Wind hat glücklicherweise etwas nachgelassen. Wir sitzen am Feuer (das sich sicher in einem Ofen befindet, da man kein offenes Feuer zu dieser Jahreszeit mehr machen darf) und staunen über den wunderschönen Sternenhimmel. Eine Sternschnuppe mit einem langen Schweif schickt uns alle ins Bett. 

 

1. & 2. Dezember Dunsborough & Cape Naturaliste Lighthouse

Es geht auch heute wieder früh auf die Strasse. Wir umfahren Busselton, da wegen der Vorbereitung zum Iron Man einige Strassen gesperrt sein werden. 

Dunsborough ist der nächste Halt, wir sehen uns den Strand und das kleine Städtchen an. Im Touristenbüro nehmen wir eine Karte von der Region und entschliessen uns das Kap bis zum Leuchtturm hochzufahren. Unterwegs nehmen wir immer wieder Wege die an den Strand führen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken wir sind auf den Seychellen angekommen, denn genau so stelle ich mir dort die Strände vor. Mit den roten Felsen im Wasser, das hellblaue Meer und der helle fast weisse Sand. Es ist atemberaubend schön. Wir kochen uns unser Mittagessen wieder an einem der öffentlichen Plätze, an Meelup Beach. Heute gibt es ein Mischmasch; Avocado, Pilze und Spiegelei auf Toast, keine schlechte Kreation. Genauso scheint der schöne grüne Papagei an unserem Essen interessiert zu sein und scheut nicht, Yannick die Brotkrümel direkt aus der Hand zu fressen. 

Der Leuchtturm steht blendend Weiss in der grünen Landschaft. Wir verweilen kurz, bevor wir an den wunderschönen Stränden entlang wieder zurückfahren. Es gibt hier überall Campingverbotsschilder, so halten wir uns dran und fahren diesmal auf einen offiziellen Campingplatz. Zwischen Dunsborough und Busselton gibt es einige und wir finden einen gemütlichen und einigermassen günstigen Platz. Diesmal erkundet Yannick die Gegend mit der Drohne, gleich hinter dem Camping befindet sich ein Sumpfgebiet und viel Grasland. Und wo es Gras gibt, da sind meistens Kängurus zu finden. Yannick scheucht die ganze Bande auf mit seiner Fliegerei. Die Tiere schauen etwas verständnislos direkt in die Kamera, für uns ist es faszinierend und zugleich extrem amüsant. Ebenso das Abendessen ist sehr Australisch: Aussie Sausage mit Barbecue Sauce, Besuch von einer Beutelratte und zum Dessert ein Bundaberg (Rum und Cola). 

Wir schlafen richtig lange, schliesslich ist Sonntag! Danach gibt es eine kleine Fitness und Yoga Runde für mich und ein gesundes Frühstück zur Abrundung. 

Wir versuchen nochmals Ordnung in unser immer noch überfülltes Auto zu bringen. Es klappt nicht schlecht. 

Nach getaner Arbeit, haben wir Spass an der Minigolfanlage und der riesigen Hüpfburg im Campingplatz. 

 

30. November Busselton

Die Nacht war kalt und stürmisch, 7 Grad, wir brauchen dringend noch eine Decke und vielleicht noch eine dickere Matratze. Ansonsten ist unser Dachzelt aber der Hit! 

Morgens beim aufstehen kein Wind und keine Fliegen!!! Das heisst wir können in Ruhe noch eine Mahlzeit hier geniessen. 

Das Ziel ist Busselton, auf dem Weg fahren wir durch einen speziellen Wald, den Tuart Forest Nationalpark. In Busselton gibt es einen Anlegesteg, hier Jetty genannt, ist fast 2km lang ins wunderbare, klare und blaue Meer hinaus. Klar lassen wir uns das nach einem Energiespenden Kaffee nicht entgehen. Es gibt sogar einen kleinen Zug bis ans Ende, aber wir sind ja nicht faul und sparen wollen wir ebenfalls, so laufen wir den Weg hin und zurück. Es lohnt sich! Und Übermorgen wird hier der Iron Man stattfinden. 

Nach einer kurzen Shoppingtour sind wir wenigstens mit einer warmen Decke ausgerüstet,  eine zahlbare und passende Matratze haben wir nicht gefunden. 

Am Strand, etwas weg vom Jetty, gibt es einen öffentlichen Grillplatz, Toiletten und Dusche. Das gibt es öfters hier in Australien und ist jetzt nach der Nacht wildcampieren eine willkommene Sache. Frisch geduscht und genährt wollen wir wieder zurück nach Peppermint Grove um eine weitere Nacht dort zu campen. Aber es ist noch viel windiger geworden, also müssen wir einen besseren Platz finden. Die Campermate App hilft dabei, nicht weit von hier gibt es die Pine Plantation Picknick Area, ist eigentlich mehr eine Raststätte, aber gratis! Es ist hübsch unter Pinien gelegen und ausser einigen wenigen Autos gibt es hier nichts, noch ein Toitoi. Wir erkunden kurz die Gegend, es gibt viele Bäumen, hübsche Papageien und noch mehr Moskitos. 

Wir essen unsere vorbereiten Sandwiches und retten uns dann ins Zelt, bevor uns die Mücken noch ganz auffressen, oder zumindest mich.  

 

29. November Safety Bay - Peppermint Grove

Wir folgen keiner exakten Route, der Plan ist einmal Australien zu umrunden und irgendwann, bevor unser Visum abgelaufen ist, wieder Perth zu erreichen. Es gibt einige Orte die wir sicher nicht verpassen wollen, aber wir sind bisher noch an keinen Zeitplan gebunden. Der Starttag ist heute! Wir verabschieden uns von der Familie Fisher und fahren in den Süden. Nächster Halt: Yalgorup Nationalpark. Kurz den See angucken und zum Preston Beach, geht es um die Mittagszeit. Einzige tierische Entdeckung, eine kleine Schlange, ziemlich gut getarnt das Ding. Für einen Kaffe halten wir noch in Bunbury am Meer. Hübsches Städtchen und schöner Strand, aber wir fahren noch etwas weiter bis nach Peppermint Grove Beach. Auf der Suche nach einem guten Platz zum wildcampieren sehen wir noch eine kleine Känguru Familie. 

Wir haben einen wunderbaren Ort direkt am Strand, lassen die Luft noch etwas aus den Reifen und aufgeht es. 

Es ist kühl und windig, aber die Aussicht beim kochen und essen, grandios. Wir bekommen noch tierischen Besuch von einer ganzen Familie Magpies (Australische Krähen). Mit dem Sonnenuntergang verschwinden auch wir ins Bett.