On the road through Queensland

2. - 10. Mai Brisbane - Bundaberg - 1770 - Rockhampton

Brisbane sehen wir in der Ferne und nehmen die Abfahrt Richtung Flughafen. Nicht um irgendwohin zu fliegen, aber auch um Geld auszugeben. Ein grosses Outlet Shoppingzentrum befindet sich hier, auf das ich mich schon ewig gefreut habe. So verlasse ich die Läden auch mit einigen Einkaufstüten. 

Auf der Autobahn verrät uns ein Strassenschild das wir immer noch 1’699km von Cairns entfernt sind. Bis dorthin haben wir es auch bei unserer letzten Reise geschafft.

Weitere Schilder zeigen das wir uns in der Nähe der Glashouse Mountains befinden. Bei einer Erhebung von 123m, dem Wild Horse Mountain, staunen wir über die Aussicht. Wir sind nur 700m steil den Hang hinauf gelaufen und schon sieht man die ganze wunderschöne Umgebung. Die Glashouse Mountains mit ihren speziellen Formationen, die Sunshine Coast und weit draussen eine grosse Rauchwolke von Bribie Island. Wahrscheinlich noch ein ungelöschter Brand. In Noosa Heads, noch viele weitere Kilometer entfernt, nehmen wir wieder eine Fähre. Die an längst vergangene Zeiten erinnert und sich entlang eines dicken Stahlseils bewegt. Die Überquerung dauert nicht länger als 5 Minuten und bringt uns zum Great Sandy Nationalpark. Wir möchten in den nächstgelegenen Camping, dieser ist aber leider wegen Renovationen geschlossen. Am Strand entlang führt uns der Weg weiter bis nach Teewah. Man kann dies kaum eine Ortschaft nennen, aber ich verstehe durchaus warum Menschen hier leben. Es sind einige Häuser, einige haben das Aussehen einer Strandvilla andere gleichen eher einem kleinen Fischerhäuschen. Alle stehen unter Bäumen und Palmen, in den Dünen, etwas zurückversetzt vom Meer. Die Verbindungsstrassen sind Sandpisten, aber mit Strassenschildern versehen. Natürlich gibt es kein Laden und kein Campingplatz. Aber nur ein Stück weiter finden wir etwas, mit genug Entfernung von der hohen Flut. 

Der Morgen an diesem Plätzchen beginnt genauso schön wie der letzte Abend geendet hat. Die Sterne sind verschwunden, dafür ist die Sonne über dem Meer aufgegangen. Die Brandung ist laut, man hört keine anderen Geräusche und wir sind völlig alleine. Mit der Kaffeetasse in der Hand stehe ich staunend am Strand und sehe wie die dicken Regenwolken langsam den Himmel überziehen. Zeit zusammen zu packen und mal sind wir wieder rechtzeitig. Kaum im Auto kommt auch schon der Regen. So schnell wie er kam ist er auch durch. Gesamthaft fahren wir 60km am Strand entlang auf einer Seite grosse rote Canyons und auf der anderen das weite Meer und dann geht es hinein in den Dschungel. Bäume mit Lianen und hohe Palmen säumen die Sandpiste. Vorbei an einem klaren Frischwassersee, einer grossen Echse die sich sonnt kommen wir in die nächste Ortschaft, Rainbow Beach. Die Sonne scheint und wir baden kurz. Wir fahren aus dem betriebsamen Ort hinaus in den nächsten Nationalpark um einen Camping zu finden. Platz gibt es noch, aber hier hat es nicht nur Mücken sondern auch noch Sandflies die Stechen. Wir haben noch genug Zeit um einen besseren Platz zu finden, also noch einwenig weiter. In Maryborough einem Dorf im Inland finden wir einen Showground (Ausstellungsgelände), hier darf man ebenfalls campieren. Und es liegt auch super am Weg, in der Nähe des Bruce Highway der uns nordwärts führt. 

Dichte Regenwolken begrüssen uns am Morgen. Das macht uns aber nichts aus, heute möchten wir die Bundaberg Rum Destillerie besuchen. Um 11 Uhr haben wir eine Tour gebucht, zuerst geht es durchs Museum danach in die Produktion und zum Schluss dort wo die Musik spielt. In die Bar! Und können je zwei verschiedene Rum’s testen. 

Gleich um die Ecke ist noch das Bundaberg Barrel, hier wird auch gebraut aber das hat nichts mit Alkohol zu tun. Wir kennen das Bundaberg Ginger Beer schon von zuhause und hier kommt es her. Aber es gibt nicht nur das Ginger Beer, sonder auch noch ganz viele andere Limonaden. Im Gegensatz von vielen anderen Softgetränken schmecken diese hier so natürlich als beisst man direkt in eine frische Frucht. Viel gesünder sind sie aber trotzdem nicht… 

Mit Souvenirs und Getränken ausgerüstet verlassen wir Bundaberg. Einen hübsches 45’000 Seelen“dorf“. Das das Glück und auch Pech hat direkt am Burnette River zu liegen. Immer wieder wird hier alles überschwemmt, die letzte verheerenden Überschwemmung gab es in 2013. Aber wie die Aussies ebenso sind, packen alle immer gemeinsam an um die Verwüstung zu beseitigen. Die Bundaberg Destillerie hat damals sogar eine spezielle Flasche Rum kreiert um Spenden zu sammeln und Freiwilligehelfer nach Bundaberg zu holen. 

Von hier fahren wir raus ans Meer auf einen hübschen Campingplatz. Und erfreuen uns am Meer solange wir noch können. Wir haben super Wetter und hier darf man noch baden. Dies wird nicht mehr lange der Fall sein, denn weiter nördlich kommen dann die Krokodile und die tödlichen Quallen…

Die Zeit mit putzen, reparieren, baden, yogieren, fotografieren und campieren vergeht schnell. Und es wird Zeit Moore Park zu verlassen. 

Wir finden einen Camping nähe des Strandes etwas ausserhalb der Kleinstadt. Hier bleiben wir auch zwei Nächte. In Town of 1770, der nächsten Ortschaft, ging James Cook eben in 1770 an Land. Ob ihn wohl auch dieses Schmetterlingenparadies begrüsst hat. Zu tausenden flattern sie durch die Gegend, wunderbar! Und auch sonst haben wir mal wieder einige tierische Erlebnisse. Auf dem Weg ins Kaff laufen wir an einem Wasserloch vorbei, drin schwimmt eine grosse Schlange die sich dann im Unterholz versteckt. Beim gemütlichen Kaffee trinken am Strand sehen wir wieder Delfine. Das hat jedesmal etwas Magisches. 

Yannick fischt, aber ausser einem Stein, beisst nichts an. Eine kleine Schlange versperrt uns den Weg vom Strand zurück zum Campingplatz. Sie hat ein spitzes Gesicht, was eigentlich bedeutet das sie nicht giftig ist. Wir wollen die Kleine doch nicht herausfordern und machen einen grosszügigen Bogen herum. Sie lässt sich beim Sonnenbaden auch gar nicht stören.

Wir stehen frühmorgens auf um weiterzuziehen, noch kaum jemand auf dem Platz ist wach. Ausser die Truthähne und diese veranstalten einen unglaublichen Trubel. Picken beim Nachbaren auf dem Wohnwagendach rum, jagen sich durch die Büsche und flattern laut und unbeholfen durch die Gegend.

Der nächste Halt ist Rockhampton, aber nicht weil die Stadt so wunderschön ist, sondern Weil unser Dusty mal etwas Zuwendungen braucht. Und zwar einiges an Zuwendung mehr als wir dachten. Neue Pneu, Bremsen, Radlager und Öl. Das kühle, klare Meer ist leider über 40km entfernt. Eine kleine Erfrischung gibt es noch im Pool auf unserem Camping. Der Campingplatz ist hübsch, aber nicht gerade ruhig. Wir sind es nicht mehr gewohnt das auf einer Seite die Lastwagen die Strasse runterdonnern und auf der anderen Seite die Kilometerlangen Zugwagen quietschen. Dazu kommt noch der Flugplatz... 

Während unser Toyota in der Pflege ist, sehen wir uns um. Mitten durch die Stadt zieht sich ein grosser, kackbrauner Fluss. Also warten, einkaufen und spielen, bis wir endlich unser fahrbares Zuhause wieder haben und es weiter gehen kann. 

Weit kommen wir nicht, bevor die Sonne untergeht und die Kängurus auf die Strasse springen müssen wir ein Schlafplatz finden. Weg vom lauten Bruce Highway parken wir, kaum ausgestiegen ist klar irgendetwas stimmt nicht mit unserem Dusty. Es riecht nach heissen Bremsen und die Felge ist kurz vor dem Glühen. Jetzt ist es zu spät sich noch damit zu beschäftigen… Am Morgen geht es nochmals 50km zurück nach Rockhampton in die Garage. Wenigstens ist das Problem schnell behoben und wir können nun wirklich raus aus diesem Nest. 

 

27. April - 1. Mai Gold Coast

Das ist ein super Stopp in dieser 600’000 Einwohner Stadt!

Es ist ein wunderschönes Haus in dem unsere Freunde wohnen mit viel Platz, einer schönen Veranda und einem Pool. Gidget, lebt auch hier, der süsseste kleine Hund den man sich nur vorstellen kann!!!

Wir haben viel Zeit um im bequem Bett auszuschlafen, die Strände zu geniessen, die Stadt und die Villen anzuschauen und anfallende Arbeiten am Auto und auch einiges sonst zu erledigen. Der Wind ist stark genug das Yannick hier im Broadwater kitet. Für mich ist eindeutig zu viel Betrieb! Viele andere Kiter, Boote, Jetskis und Parasailing… Ich bin schon mit mir, dem Wasser und dem Kite überfordert, da wage ich mich nicht hinein. Ich geniesse lieber die Sonne, das Fotografieren und Yoga. 

Mit unseren Freunden haben wir eine gute Zeit. Wir kochen abends immer was feines es ist schön wieder eine Küche zu haben. Zopf haben wir auch wieder gebacken und zum Frühstück serviert. Viel guten Wein getrunken und bis spät spät abends geredet. Sie haben ständig gute und spannende Geschichten auf Lager, egal ob ein „morning tea“ mit der Queen oder über die vielen Orte die sie besucht haben. 

Ausserhalb, gibt es Tamborine Mountain, mit tolle Aussicht, egal ob zur Küste oder ins Inland. Es gibt hübsche Häuser, Villen und Läden zusehen und wir geniessen ein feines Mittagessen draussen bei Sonnenschein. 

Morgen werden wir uns von der Gegend und unseren Freunden verabschieden und wieder im Auto leben.