Queensland

30. & 31. Mai Bye bye Queensland

Nachdem wir uns schweren Herzens nochmals von Hans und Mary verabschiedet haben, holpern wir mit Dusty nach Lawn Hill. Es schlängelt sich ein wunderbar grünblauer Fluss durch die roten Felsen hindurch. Das Ufer gesäumt von Palmen und Eukalyptusbäumen. Wir sind von einer Oase zur nächsten gefahren. Wir machen eine kleine Rundwanderung über die Felsen, entlang am Fluss bis zu kleinen Wasserfällen. Unterwegs begegnen wir kleinen Eidechsen und zum Glück keinen Schlangen, den die warmen Felsen würden ein wunderbares Schlangennest bieten. Es ist noch Zeit genug um einige Kilometer mehr zu fahren, aber zuerst schleichen wir uns noch unter die Dusche im Camping, um den Staub abzuwaschen. Wir nehmen eine alternativ Route zurück zum Savannahway, der nette Farmer weist uns den Weg und schon kommt eine Fluss Überquerung. Der Fluss ist tiefer als erwartet, aber Dusty pflügt sich hindurch. Nur brummt er beim auftauchen doppelt so laut wie sonst schon… Yannick wirft ein Blick unter die Haube, und kommt mit einem abgebrochenen Plastikteil in der Hand zurück. Huch… Wohin gehört das Teil? Zum Lüftungsrad, das Teil ist noch dran, nur mit zwei Rotorblätter weniger. Was irgendwie Unwucht produziert. Wir sind in der Pampa, da können wir jetzt auch nichts dran ändern, aber das Auto läuft noch. An den nächsten Weggabelungen hilft ein Autowrack zur Orientierung und die lustige Abkürzung KFC, nein nicht die Fastfoodkette, sondern King Fisher Camp. Welches dann leider geschlossen hat, aber wir kommen ins bevölkerte Doomagee, eine Aboriginal Kommune, ohne Autowerkstatt. Wir könnten warten bis Morgen ein Abschleppdienst kommt, der uns zurück nach Burketown bringt, aber auch dort gibt es keine Werkstatt, also bringt das wenig. Wir fahren weiter, verlassen den Telefonempfang und hoffen einfach das Beste. 

Bevor es Dunkel wird schlagen wir etwas abseits der Strasse unser Nachtlager auf. Ein hübsches Lagerfeuer verbannt die Sorgen bis zum nächsten Morgen.

Yannick hat eine vorübergehende Lösung bereit. Beim Lüftungsrad zwei weitere Rotorblätter entfernen, auf der gegenüberliegenden Seite, so das immerhin die Unwucht verschwindet. Einziges Problem was daraus resultieren könnte, ist die Überhitzung des Motors, da nun weniger Luft reingeblasen wird. Das kann man während dem Fahren aber gut im Auge behalten. Also weiter! 50km später sind wir beim Hells Gate Roadhouse. Wir bestellen ein Kaffee und bekommen ein Nespresso Kaffe, mitten im Outback! Besser hat es wohl noch nie geschmeckt, gleich noch ein Zweites hintennach! Borroloola ist die nächste Ortschaft, über 300km entfernt, dazwischen gibt es Nichts und doch so viel! 

Wir verlassen Queensland und kommen ins Northern Territory, der letzte Bundesstadt bevor wir wieder zurück in Western Australia sind. Klar halten wir da für ein Foto! Aber nicht nur das, wir Überqueren Flüsse, fahren über die Schotterpiste und ziehen eine riesige Staubwolke hinter uns her. Wir sehen eine Schlange, Emu’s und Kühe, immer wieder Kühe auf und neben der Strasse! Wir kreuzen kolossale Roadtrains, fahren an Buschland, Palmen, Felsen vorbei und die Landschaft scheint unendlich unter dem stahlblauem Himmel. Vor uns steigt eine Rauchsäule auf, wir Stoppen, ein Auto hält neben uns. Wir gestehen das die beiden Schweizer Touristen Angst vor dem kleinen Buschfeuer haben. „No worries, just follow us“, keine Sorge, folgt uns, meinen die beiden Ureinwohner und fahren in den Rauch hinein. Sie bleiben über den Funk mit uns in Kontakt und fahren voran, neben der Strasse sind kleine Feuer, natürlich haben wir alle Fenster geschlossen und die Lüftung ausgeschaltet. Irgendwann sind wir wieder draussen, der Rauch ist Weg, wir Atmen auf und stellen die Lüftung wieder an. Rauchschwaden kommen uns aus den Lüftungsschlitzen entgegen, belustigt und perplex starren wir uns an und öffnen gleichzeitig lachend die Fenster. Nach dem kleinen Brand kommen die Überreste des letzten Zyklons. Überall liegen Bäume, gebrochen als wären es nur Zündholz, am Boden, glücklicherweise nicht mehr auf der Strasse. Dann kommt noch der letzte Part auf der Strecke den wir nicht erwartet hätten, eine Baustelle, mit Ampel! Und wir warten geschlagene Fünfminuten dort. Aber ich bemitleide nicht uns, sondern die Bauarbeiter, die in einem Fluss die Brücke reparieren die von der letzten Flut weggeschwemmt wurde. Weit weg von Familie und Zivilisation, bauen sie hier umgeben von Krokodilen und der unbändigen Natur diese Brücke im Nichts!

Staubig, müde und durchgeschüttelt kommen wir in Borroloola an und entschliessen uns noch weitere 40km hinter uns zu bringen um in King Ash Bay zu übernachten. 

Wieder landen wir in einer unwirklichen Umgebung, eine Tankstelle mit Shop und ein Camping mit Restaurant, am Ende der Strasse. Der Staub scheint schon alles überzogen zu haben ausser der grüne Fluss der sich durch die Landschaft schlängelt. 

 

23. - 30. Mai Nomanton - Gregory Downs

Dusty ist wieder der Alte. Der junge Mechaniker erledigte das Ganze innerhalb dreieinhalb Stunden. Eigentlich wäre nun alles bereit zum weiterziehen. Aber wir haben noch keine Lust uns von unseren neugewonnenen Freunden, dem hübschen Campingplatz und den Fischgründen zu verabschieden. Wir haben es lustig und hören viele Geschichten. Irgendwie haben wir es geschafft über den halben Camping hinaus Berühmtheit zu erlangen, jeder scheint über den Drohnen Zwischenfall bescheid zu wissen, alle wissen das unser Auto in der Garage war und wirklich jedermann weiss wo die beiden Schweizer zu finden sind. Täglich gibt es Neues zu entdecken. Wir sehen grosse und kleine Krokodile, Scharen von Fledermäusen bei Sonnenuntergang und in der Nacht zwei kleine Eulen im Baum neben uns.

Samstags nochmals Musik und Barbecue am Lagerfeuer, alle Sitzen in einem grossen Kreis und über uns der klare Sternenhimmel. Wir lieben es!

Dann ist es doch Zeit uns zu Verabschieden, was fast eine Stunde in Anspruch nimmt, Nummern und Kontaktdaten werden ausgetauscht. Sonny, Stan, Peggy, Frank, Alan, Diane, Hans, Mary, Kate, Rob, Debby, Roz und Dale mit allen hatten wir eine tolle unvergessliche Zeit. Winkend und hupend fahren wir vom Platz und Sonnys Country Musik dröhnt durch die Lautsprecher. Er hat uns eine CD von sich zum Abschied geschenkt. Die Musik begleitet uns weiter auf dem Savannahway. Die Teerstrasse wird zu einer gut befahrbaren Kiesstrasse. 

Unser Ziel ist der Leichhardt Wasserfall. Da die Umgebung ziemlich ausgedörrt ist erwarten wir nicht viel mehr als ein Rinnsal das über einen kleinen Felsen tröpfelt. Kurz vor der Ankunft verschwindet das Buschland und meterhohe Sanddünen türmen sich neben der Strasse auf. Nach einer kurzen Fahrt durch eine ausgiebige Pfütze gelangen wir zu einer Brücke. Es fehlt nicht mehr viel und die Passage wäre noch im Wasser. Danach kommt der Wasserfall, atemberaubend. Das hätten wir auf keinen Fall erwartet. Gleich auf der anderen Seiten, mit Ausblick auf die Leichhardt Falls, schlagen wir das Lager auf. 

Am Sternenhimmel kann man sich kaum satt sehen. 

Morgens aus dem Zelt klettern, die Augen reiben und den Wasserfall bestaunen. Wie schön es hier ist! Unterwegs gibt es wieder viele Adler und Geier, auch Farmer sind zu sehen, die ihre Kuhherde über die weiten Felder weitertreiben. 

Die nächste Ortschaft ist Burketown, viel gibt es hier eigentlich nicht. Vor über 50 Jahren haben sie hier versucht an Trinkwasser zu kommen, heraus kam 63 Grad heisses, stark salz- und mineralhaltiges Wasser, das nur für die Tiere trinkbar ist. Aber schön zum Anschauen, diesen kleinen natürlichen Springbrunnen. Wir biegen von unserem Savannahway ab um Richtung Lawn Hill Nationalpark zu fahren. Auf dem Weg liegt Gregory Downs, etwa 5 Häuser, ein Container der als Kaffee und Laden dient und ein Hotel das die Tankstelle und das Pub ist. 

Wir bleiben 3 Nächte hier und treffen zufällig unsere Freunde Hans und Mary auf der Strasse. Direkt am wunderbar klaren Gregory River, Quellwasser, campen wir. Überall wo es Wasser hat entsteht eine kleine Oase, so auch hier. Sauberes Wasser und keine bösen Krokodile, das lädt gleich zum baden ein. Wir lassen uns im Fluss durch den Dschungel treiben vorbei an grossen Bäumen und kleinen Palmen und riesigen Spinnweben mit den dazugehörigen Bewohnern. Die Tage sind warm und sonnig, die Nächte schon etwas kühler, so wird es am Lagerfeuer noch gemütlicher. 

 

11. - 22. Mai  Green Hill - Karumba Coast to Coast

Wir sind in Green Hill bei einem netten Lagerfeuer. Was für ein Unterschied zu Rockhampton. Einen schönen gemütlichen Camping am Meer. Mit viel Platz und wenig Leuten. Zeit zum Schreiben und yogieren. Mit Kängurus und Possums rundherum. Sogar mit süssem Baby. Und leider auch vielen Mücken und Sandflies. Eigentlich möchten wir gerne noch eine zweite Nacht hier verbringen, aber sogar für Yannicks Geschmack ist der Wind zu stark. Ich räume unser Auto ein und Yannick macht den Abwasch. Plötzlich schreit es quer über den Campingplatz, glücklicherweise ist es kein verknackter Knöchel, sondern ein Frosch der sich auf der Papierrolle in der Küche versteckt hat. Heiter geht die Fahrt weiter bis zum berühmten Airlie Beach. Eine kostspielige Tour zu den Whitesunday Islands lassen wir sein. Sehen uns im Ort um und bewundern die Strände von Weitem. Wir fahren noch gefühlte Stunden weiter bis Bowen. Mittlerweile sind wir ziemlich müde und nehmen den erstbesten Camping. Dieser scheint bei den jungen Backpackern beliebt zu sein, sind wohl mit Abstand die Ältesten. Erst der Spaziergang mit einem Bier zum Strand hilft unsere Stimmung wieder zu heben. Und wie, die Aussicht ist einfach wundervoll. Küste, Palmen, Sandstrände, Berge und die hübschen Farben des Sonnenuntergangs. 

Morgens geht es weiter auf der National 1, diese befahren wir mehrheitlich seit wir in Perth los sind. Am Weg liegt noch eine schöne Aussichtsplattform. Mit Blick über die Zuckerrohrplantagen, die Berge, Wasserläufe und den Ozean. Unser Ziel ist heute ausnahmsweise gesetzt. Wir wollen an den Rollingstone Beach. Dort waren wir vor 6 Jahren schon auf einem super Camping. So teuer haben wir den aber eigentlich nicht in Erinnerung. Nichts desto trotz geniessen wir den riesigen Pool, die Sonne und das warme Wetter. 

Kurz vor Cairns in Innisfail bremsen wir. Ein kleiner Zyklon zieht an der Küste vorbei und verspricht über zwei Woche Regen. Das möchten wir nicht aussitzen, deshalb geht es nun Inländisch. Dafür brauchen wir aber noch kurz eine Vorbereitungszeit. Haltbare Vorräte und 30l Trinkwasser kaufen, alle Infos im Tourismuszentrum sammeln die wir können, letzter Ölwechsel und nochmals Waschen. Dazwischen finden wir noch Zeit an die schöne Etty Bay zu fahren. Eine Bucht umschlossen von Dschungel und Kasuare die umherstreifen. Dann kann das Abenteuer beginnen.

Es beginnt mit dem erwarteten Regen. Dusty kriecht unter dem geladenen Gewicht die 1000m hinauf. Aussicht haben wir leider keine, die Wolken hängen in den Regenwald hinein. Nach Ravenshoe fahren wir die Berge wieder hinunter und der Regenwald ist nicht mehr da. Die Strasse die wir befahren heisst Savannah Way und die Landschaft passt dazu. Langsam erreichen wir das Outback und somit auch dieses Australien das wir so lieben.

Wir fahren den Regenwolken davon, aber diese holen uns wieder ein. Im Undara Volcano Nationalpark machen wir einen Stopp und laufen den Krater hinauf. Dieser ist bewachsen und viel sieht man nicht. Auch die Schlange auf dem Weg sieht Yannick nicht und tritt fast drauf. Diese ergreift die Flucht, aber in meine Richtung. Ich gefriere zu Eis, die kleine Schlange bemerkt mich trotzdem und flüchtet in den Busch. Ufff...

Viele Kilometer weiter in Mount Surprise biegen wir auf eine ungeteerte Strasse in den Busch ab. Nach 30 Kilometer kommt die Belohnung im O’Briens Creek Camp. Super Platz am Fluss, sehr nette Leute und Scharen von Papageien. 

Wir bleiben zwei Nächte, suchen in den Bachrinnen nach Gold und Edelsteinen, sehen den Papageien und Brahmrindern zu und baden im O’Briens Creek. Was richtig wertvolles finden wir nicht. Aber wir bekommen hübsche kleine Topaz geschenkt.

Wir sind so glücklich den Platz gefunden zu haben, die Umgebung ist einfach umwerfend. 

Von O’Briens Creek geht es weiter nach Georgetown. Dazwischen gibt es eigentlich nichts. Viele tote Kängurus die nun als Nahrung hinhalten für Krähen und Adler, einige lebende Emus, viele Kühe, Büsche und Sträucher und ein tolles Lookout über die Landschaft. 

Ausserhalb des Kaffs finden wir ein Camping, vor allem beliebt bei Goldsuchern. Fast alle Steine auf dem Camping sind Quarze, ich packe einige ein. Es beginnt zu regnen, ich mag es wenn die Regentropfen auf den staubigen und heissen Grund fallen und dieser verführerische Duft aufsteigt. Traumhaft! 

In Georgetown selbst steppt nicht der Bär. Aber das wichtigste hat es. Wir können Diesel auftanken, Toastbrot kaufen und Trinkwasser auffüllen. Ich besuche noch das Edelsteinmuseum. Diese Farben und Vielfalt unglaublich! Auch einige Steine aus der ganzen Welt sind zu sehen, sogar einer aus Uri! 

Croydon ist das nächste Dorf, hier gibt es noch einen künstlich angelegten See, eine  Aussichtspunkt und einige Ruinen. Die Sehenswürdigkeiten sind also schnell besucht. Wir finden an der Leichhardt Lagune einen Camping. Kurz vor der Ortschaft Normanton. Yannick will sich mit der Drohne eine Übersicht verschaffen und schon wird die Drohne von einem Adler verfolgt und Yannick vom Campingwart gewarnt. 

Passiert ist zum Glück nichts, er landet rechtzeitig. 

Wir besuchen Normanton, sehen uns einen kleinen Samstagsmarkt an und die Leute die für die heutigen Premier Minister Wahlen an der Urne Schlange stehen.

730km liegen zwischen dem End off Road Motel hier in Karumba und Etty Bay. Hier sehen wir wieder das Meer. Eigentlich lädt die Hitze und die Schönheit zum baden ein, wäre das Wasser doch nur nicht mit Salzwasserkrokodilen verseucht. 

Die Menschen die wir hier draussen treffen, haben häufig viele und spannende Geschichten zu erzählen. Von ihren riesigen Farmen, dem kostspieligen Lebensunterhalt, der Einkaufstour die hunderte von Kilometern in Anspruch nehmen, von Drogenlaboren im Outback, Überschwemmungen und Dürren und der unbändigen aber schönen Natur. 

Gestern ist bei Dusty, wohl vor lauter Freude wieder im roten Land zu sein, eine Warnleuchte aufgetaucht. Der Zahnriemen, oder was auch immer!?!, muss ersetzt werden. Da nun Wochenende ist, bleiben wir wohl noch eine Weile in der Gegend…

Am Montag finden wir ein Telefon um in der Garage anzurufen, er muss das Teil bestellen und Donnerstag können wir Dusty bringen. In der Zwischenzeit werden wir von den Pensionären hier mit Freizeitaktivitäten und Fisch verwöhnt und am Samstag Abend gibt es ein gemeinsames Barbecue mit Country Musik. Es ist immer jemand da zum plaudern, wir haben eine lustige und interessante Woche, alle sind so lieb. Wir lernen viel überlebenswichtiges; das es Bäume gibt die man nicht auf dem Lagerfeuer verbrennen sollte, das es kleine Biester gibt die sie Wallaby Ticks nennen. Zecken, die keine sind, zum Glück, den diese erwische ich natürlich gleich. Wir bekommen Tips wie man Brot im Busch backt, Kokosnüsse knackt und Ameisen los wird. Ich gewönne mich langsam an die Frösche und anderes Getier in der Dusche und Toilette. 

Wir sehen die ersten Krokodile, zum Glück aus sicherer Entfernung. Ich hatte noch nie so angst vor Wasser in meinem Leben und so beachte ich dem auch nie zu nahe zu sein. Einmal wöchentlich kommt der Gemüse und Früchte Lastwagen in die Stadt, ein richtiges Happening und leckere Sachen. Die Zeit vergeht wie im Flug und morgen können wir schon Dusty nach Normaton in die Garage bringen.

 

2. - 10. Mai Brisbane - Bundaberg - 1770 - Rockhampton

Brisbane sehen wir in der Ferne und nehmen die Abfahrt Richtung Flughafen. Nicht um irgendwohin zu fliegen, aber auch um Geld auszugeben. Ein grosses Outlet Shoppingzentrum befindet sich hier, auf das ich mich schon ewig gefreut habe. So verlasse ich die Läden auch mit einigen Einkaufstüten. 

Auf der Autobahn verrät uns ein Strassenschild das wir immer noch 1’699km von Cairns entfernt sind. Bis dorthin haben wir es auch bei unserer letzten Reise geschafft.

Weitere Schilder zeigen das wir uns in der Nähe der Glashouse Mountains befinden. Bei einer Erhebung von 123m, dem Wild Horse Mountain, staunen wir über die Aussicht. Wir sind nur 700m steil den Hang hinauf gelaufen und schon sieht man die ganze wunderschöne Umgebung. Die Glashouse Mountains mit ihren speziellen Formationen, die Sunshine Coast und weit draussen eine grosse Rauchwolke von Bribie Island. Wahrscheinlich noch ein ungelöschter Brand. In Noosa Heads, noch viele weitere Kilometer entfernt, nehmen wir wieder eine Fähre. Die an längst vergangene Zeiten erinnert und sich entlang eines dicken Stahlseils bewegt. Die Überquerung dauert nicht länger als 5 Minuten und bringt uns zum Great Sandy Nationalpark. Wir möchten in den nächstgelegenen Camping, dieser ist aber leider wegen Renovationen geschlossen. Am Strand entlang führt uns der Weg weiter bis nach Teewah. Man kann dies kaum eine Ortschaft nennen, aber ich verstehe durchaus warum Menschen hier leben. Es sind einige Häuser, einige haben das Aussehen einer Strandvilla andere gleichen eher einem kleinen Fischerhäuschen. Alle stehen unter Bäumen und Palmen, in den Dünen, etwas zurückversetzt vom Meer. Die Verbindungsstrassen sind Sandpisten, aber mit Strassenschildern versehen. Natürlich gibt es kein Laden und kein Campingplatz. Aber nur ein Stück weiter finden wir etwas, mit genug Entfernung von der hohen Flut. 

Der Morgen an diesem Plätzchen beginnt genauso schön wie der letzte Abend geendet hat. Die Sterne sind verschwunden, dafür ist die Sonne über dem Meer aufgegangen. Die Brandung ist laut, man hört keine anderen Geräusche und wir sind völlig alleine. Mit der Kaffeetasse in der Hand stehe ich staunend am Strand und sehe wie die dicken Regenwolken langsam den Himmel überziehen. Zeit zusammen zu packen und mal sind wir wieder rechtzeitig. Kaum im Auto kommt auch schon der Regen. So schnell wie er kam ist er auch durch. Gesamthaft fahren wir 60km am Strand entlang auf einer Seite grosse rote Canyons und auf der anderen das weite Meer und dann geht es hinein in den Dschungel. Bäume mit Lianen und hohe Palmen säumen die Sandpiste. Vorbei an einem klaren Frischwassersee, einer grossen Echse die sich sonnt kommen wir in die nächste Ortschaft, Rainbow Beach. Die Sonne scheint und wir baden kurz. Wir fahren aus dem betriebsamen Ort hinaus in den nächsten Nationalpark um einen Camping zu finden. Platz gibt es noch, aber hier hat es nicht nur Mücken sondern auch noch Sandflies die Stechen. Wir haben noch genug Zeit um einen besseren Platz zu finden, also noch einwenig weiter. In Maryborough einem Dorf im Inland finden wir einen Showground (Ausstellungsgelände), hier darf man ebenfalls campieren. Und es liegt auch super am Weg, in der Nähe des Bruce Highway der uns nordwärts führt. 

Dichte Regenwolken begrüssen uns am Morgen. Das macht uns aber nichts aus, heute möchten wir die Bundaberg Rum Destillerie besuchen. Um 11 Uhr haben wir eine Tour gebucht, zuerst geht es durchs Museum danach in die Produktion und zum Schluss dort wo die Musik spielt. In die Bar! Und können je zwei verschiedene Rum’s testen. 

Gleich um die Ecke ist noch das Bundaberg Barrel, hier wird auch gebraut aber das hat nichts mit Alkohol zu tun. Wir kennen das Bundaberg Ginger Beer schon von zuhause und hier kommt es her. Aber es gibt nicht nur das Ginger Beer, sonder auch noch ganz viele andere Limonaden. Im Gegensatz von vielen anderen Softgetränken schmecken diese hier so natürlich als beisst man direkt in eine frische Frucht. Viel gesünder sind sie aber trotzdem nicht… 

Mit Souvenirs und Getränken ausgerüstet verlassen wir Bundaberg. Einen hübsches 45’000 Seelen“dorf“. Das das Glück und auch Pech hat direkt am Burnette River zu liegen. Immer wieder wird hier alles überschwemmt, die letzte verheerenden Überschwemmung gab es in 2013. Aber wie die Aussies ebenso sind, packen alle immer gemeinsam an um die Verwüstung zu beseitigen. Die Bundaberg Destillerie hat damals sogar eine spezielle Flasche Rum kreiert um Spenden zu sammeln und Freiwilligehelfer nach Bundaberg zu holen. 

Von hier fahren wir raus ans Meer auf einen hübschen Campingplatz. Und erfreuen uns am Meer solange wir noch können. Wir haben super Wetter und hier darf man noch baden. Dies wird nicht mehr lange der Fall sein, denn weiter nördlich kommen dann die Krokodile und die tödlichen Quallen…

Die Zeit mit putzen, reparieren, baden, yogieren, fotografieren und campieren vergeht schnell. Und es wird Zeit Moore Park zu verlassen. 

Wir finden einen Camping nähe des Strandes etwas ausserhalb der Kleinstadt. Hier bleiben wir auch zwei Nächte. In Town of 1770, der nächsten Ortschaft, ging James Cook eben in 1770 an Land. Ob ihn wohl auch dieses Schmetterlingenparadies begrüsst hat. Zu tausenden flattern sie durch die Gegend, wunderbar! Und auch sonst haben wir mal wieder einige tierische Erlebnisse. Auf dem Weg ins Kaff laufen wir an einem Wasserloch vorbei, drin schwimmt eine grosse Schlange die sich dann im Unterholz versteckt. Beim gemütlichen Kaffee trinken am Strand sehen wir wieder Delfine. Das hat jedesmal etwas Magisches. 

Yannick fischt, aber ausser einem Stein, beisst nichts an. Eine kleine Schlange versperrt uns den Weg vom Strand zurück zum Campingplatz. Sie hat ein spitzes Gesicht, was eigentlich bedeutet das sie nicht giftig ist. Wir wollen die Kleine doch nicht herausfordern und machen einen grosszügigen Bogen herum. Sie lässt sich beim Sonnenbaden auch gar nicht stören.

Wir stehen frühmorgens auf um weiterzuziehen, noch kaum jemand auf dem Platz ist wach. Ausser die Truthähne und diese veranstalten einen unglaublichen Trubel. Picken beim Nachbaren auf dem Wohnwagendach rum, jagen sich durch die Büsche und flattern laut und unbeholfen durch die Gegend.

Der nächste Halt ist Rockhampton, aber nicht weil die Stadt so wunderschön ist, sondern Weil unser Dusty mal etwas Zuwendungen braucht. Und zwar einiges an Zuwendung mehr als wir dachten. Neue Pneu, Bremsen, Radlager und Öl. Das kühle, klare Meer ist leider über 40km entfernt. Eine kleine Erfrischung gibt es noch im Pool auf unserem Camping. Der Campingplatz ist hübsch, aber nicht gerade ruhig. Wir sind es nicht mehr gewohnt das auf einer Seite die Lastwagen die Strasse runterdonnern und auf der anderen Seite die Kilometerlangen Zugwagen quietschen. Dazu kommt noch der Flugplatz... 

Während unser Toyota in der Pflege ist, sehen wir uns um. Mitten durch die Stadt zieht sich ein grosser, kackbrauner Fluss. Also warten, einkaufen und spielen, bis wir endlich unser fahrbares Zuhause wieder haben und es weiter gehen kann. 

Weit kommen wir nicht, bevor die Sonne untergeht und die Kängurus auf die Strasse springen müssen wir ein Schlafplatz finden. Weg vom lauten Bruce Highway parken wir, kaum ausgestiegen ist klar irgendetwas stimmt nicht mit unserem Dusty. Es riecht nach heissen Bremsen und die Felge ist kurz vor dem Glühen. Jetzt ist es zu spät sich noch damit zu beschäftigen… Am Morgen geht es nochmals 50km zurück nach Rockhampton in die Garage. Wenigstens ist das Problem schnell behoben und wir können nun wirklich raus aus diesem Nest. 

 

27. April - 1. Mai Gold Coast

Das ist ein super Stopp in dieser 600’000 Einwohner Stadt!

Es ist ein wunderschönes Haus in dem unsere Freunde wohnen mit viel Platz, einer schönen Veranda und einem Pool. Gidget, lebt auch hier, der süsseste kleine Hund den man sich nur vorstellen kann!!!

Wir haben viel Zeit um im bequem Bett auszuschlafen, die Strände zu geniessen, die Stadt und die Villen anzuschauen und anfallende Arbeiten am Auto und auch einiges sonst zu erledigen. Der Wind ist stark genug das Yannick hier im Broadwater kitet. Für mich ist eindeutig zu viel Betrieb! Viele andere Kiter, Boote, Jetskis und Parasailing… Ich bin schon mit mir, dem Wasser und dem Kite überfordert, da wage ich mich nicht hinein. Ich geniesse lieber die Sonne, das Fotografieren und Yoga. 

Mit unseren Freunden haben wir eine gute Zeit. Wir kochen abends immer was feines es ist schön wieder eine Küche zu haben. Zopf haben wir auch wieder gebacken und zum Frühstück serviert. Viel guten Wein getrunken und bis spät spät abends geredet. Sie haben ständig gute und spannende Geschichten auf Lager, egal ob ein „morning tea“ mit der Queen oder über die vielen Orte die sie besucht haben. 

Ausserhalb, gibt es Tamborine Mountain, mit tolle Aussicht, egal ob zur Küste oder ins Inland. Es gibt hübsche Häuser, Villen und Läden zusehen und wir geniessen ein feines Mittagessen draussen bei Sonnenschein. 

Morgen werden wir uns von der Gegend und unseren Freunden verabschieden und wieder im Auto leben.