Top end Northern Territory

6. - 11. Juni Katherine Gorge & Kakadu National Park

Die Zivilisation hat nicht nur positives. Die Campingplätze sind teuerer und es hat überall mehr Leute. Gewöhnungsbedürftig… 

Die Katherine Gorge im Morgenlicht ist schön anzusehen und die kleine, steile Wanderung auf den Hügel ist lohnenswert. Boote fahren die Touristen durch den breiten Fluss, Kakadus kreischen und ein Hubschrauber dreht über unseren Köpfen Kreise, aber ansonsten ist es ruhig. Schwimmen ist hier nicht erlaubt, so verlassen wir Katherine Gorge in Richtung Edith Falls. Hier haben sie ein Krokodilnetz aufgebaut so das man sicher Baden kann. Wir machen eine Rundwanderung und entdecken noch weitere Wasserfälle. Das Wasser ist angenehm kühl und erfrischend nach der kleinen Anstrengung. 

In der Nähe des Wasserfalls hat es einen gemütlichen Camping. Als die Sonne untergeht verwandelt sich der Himmel in ein prächtiges Farbenspiel. Gelb, Orange, Rot, Violette und Blau alle Farben zur selben Zeit über den weiten Himmel gezogen. Da vergesse ich fast mein Abendessen auf dem Teller.

Dann ist es soweit, wir brechen auf in den berühmten Kakadu Nationalpark. Ein „Must-do“ wenn man am Top End von Australien angekommen ist. Bei vielen Australiern heisst der Park aber mittlerweile Kakadon’t, über die Landesgrenze hinaus ist der Nationalpark berühmt und wird dementsprechend auch häufig besucht, was die Preise ebenfalls in die Höhe treibt. 

Die Gunlom Falls, unser erster Stopp sind schöne Wasserfälle und ausser kleinen Süsswasserkrokodile kann man sich auch hier gefahrlos erfrischen. Trotzdem bleiben wir lieber im Knietiefenwasser… Der Campingplatz ist zum bersten voll, das Erstmal seit langem, oder überhaupt auf einem Campingplatz, das ich mich für die Toilette anstellen muss. Morgens gehen wir früh los, auf dem Weg nach Yellow Water liegt noch ein weiterer Wasserfall zum anschauen. 

Am Fenster zieht eine grüne Landschaft vorbei, unterbrochen von kleinen schwarzen, verbrannten Flecken wo noch kleine Rauchsäulen aufsteigen. Ein Känguru hüpft über die Strasse und verschwindet in den Büschen und Kakadus schauen kreischend auf. Neben uns Termitenhügel die höher sind als unser Auto. 

Der Wasserfall ist ebenso schön wie alle bisherigen, der kurze Weg dorthin ist aber Abenteuerlich. Nach der Regensaison ist das Wasser noch nicht vollständig abgeflossen und so muss man im dichten grünen Dschungel durch eine lange klare Pfütze waten und den Fluss mit Krokodilwarnschildern muss man auch noch überqueren. Heute ist es richtig heiss und wir hätten wirklich unsere Badesachen mitnehmen sollen… In Yellow Waters aber gibt es einen Pool zur Abkühlung. Und wir buchen unsere erste Tour. Eine Bootstour durch die Wetlands. 

Vor Sonnenaufgang geht es los. Die Sonne färbt den Himmel und steigt langsam über der Lagune auf. Dicht vor uns im Wasser schwimmt ein grosses Krokodil. Was für ein Anblick, man weiss nicht ob man dem Krokodil, dem Sonnenaufgang oder den erwachenden Vögel zuschauen soll. Die Tour dauert zwei Stunden, die Natur erwacht. An Land sind Wasserbüffel und Wildpferde zu bestaunen und natürlich Vögel, überall, die verschiedensten Arten. Ihre Namen kenne ich zum Teil, aber nur auf Englisch. Einzig der Storch und den Eisvogel kann ich auf Deutsch benennen. Und beide sehen völlig anders aus als zuhause. Und es gibt Einen den sie Lilien oder Jesus Vogel nennen, weil er über die grossen Blätter der Wasserlilien laufen kann. Vier kleine Jungvögel rennen zu Papa und verstecken sich unter seinen Flügel, bis nichts mehr ausser den vielen Beine zu sehen ist, so süss! Ein Seeadler sitzt weit oben im Baum und überblickt den Fluss. Immer wieder tauchen Krokodile auf, schwimmen am Boot vorbei oder sonnen sich am Flussufer. Es schaudert mich immer noch wenn ich die Urbiester sehe und gleichzeitig bin ich völlig fasziniert. Unser Tourguide macht viele Spässe auf die lockere Australischeart und versorgt uns mit vielem Wissen über die Tiere und Pflanzenwelt. Zurück auf festem Boden geniessen die Ausflügler noch ein Morgenessen, bevor wir aufbrechen nach Jabiru. Einer Ortschaft ganz am Ende des Nationalparks, etwas abseits liegt Ubirr. Gleich an der Grenze zu Arnhem Land, einem riesigen Aboriginal Gebiet. Wir schauen uns die Flussüberquerung an, wo die Strasse durch den East Alligator River führt. Der Fluss kann rapide ansteigen, auch wenn die Flut weit weg am Meer auf den Strand trifft. Nicht zu übersehen sind zwei Autos, die diese Überquerung nicht geschafft haben, und nun weiter unten im Flussbett liegen. Nun nach Ubirr, kaum entfernen wir uns einige Schritte vom Auto kann man die Felsen sehen und die alten Felsmalereien. Dieser Ort packt mich sofort. Auf dem Felsen oben angekommen, kein Foto und keine Beschreibung kann dies hier wiedergeben. Die Aussicht über die Wetlands, bis zum Eukalyptuswald und zum felsigen Arnhem Land, kein Haus, keine Strasse sieht man. Einfach magisch und unvergesslich. 

In Jabiru bleiben wir eine Nacht, die Mücken sind mal wieder omnipräsent. Yannick meint irgendwann, hör auf zu zappeln, so kommen doch alle Mücken zu mir rüber… 

Ich liege oben im Dachzelt und kann den Sonnenaufgang sehen, der Himmel verfärbt sich, die goldenen Sonne steigt zwischen dem Eukalyptus auf. Wir schlafen nochmals und stehen ausgeruht auf. Wir verlassen den Kakadu Nationalpark in Richtung Darwin. Aber machen noch einen Halt um ein Letzesmal die Wetlands zu überblicken. Hier weniger spektakulär als in Ubirr. Trotzdem schön! Unterwegs sehen wir einen Papa Emu mit seinen schon fast erwachsenen Babys und Yannick erspäht noch einen Dingo. Nähe Humpty Doo, ein wirklich lustiger Name für eine Ortschaft, fahren wir auf einen Camping. 

Morgen erkunden wir noch einwenig Darwin, bevor wir Ferien von unseren Ferien machen!

 

1.- 5. Juni Borroloola - Mataranka

In einem Tankstellenshop in Borroloola finden wir das passende Lüftungsrad für unseren Dusty. Auch das hätten wir nicht erwartet, aber um so besser. Von Fliegen geplagt und schweissgebadet wechselt Yannick das Teil direkt vor Ort. Während Yannick alles gibt, bin ich da, verewige das ganze mit der Kamera, halte Werkzeuge und Teile… Alles gefixt, also abermals raus aus der Zivilisation, in den Limmen Nationalpark. Wir machen unglaubliche 500km durch den Park und was wir unterwegs wieder alles sehen und erleben! 

Als erstes Tappen wir in die Touristenfalle, Lorella Springs. Eigentlich wollten wir nur eine Übernachtungsmöglichkeit und ein erholsames Bad in den warmen Quellen. Die Quellen sind super, der Camping ist auch nicht schlecht, aber das Geld definitiv nicht Wert. Aber wir können uns von dem gerumpel auf den letzten Kilometer erholen. 

Wir sehen uns die unglaublichen „Lost Cities“ an. Phänomenale Felsformationen an den man sich kaum satt sehen kann. Dieses rote Gestein, zwischen den grünen Eukalyptusbäumen und dem ewig blauen Himmel. Magisch!

Für die 28km zu Western Lost City brauchen wir sagenhafte eineinhalb Stunden, pro Weg! Nein, nicht wegen des dichten Verkehrs… Die Strasse holpert mal durch ein getrocknetes Flussbett, wieder hinein in tiefen Sand, über Felsen, es dauert eine gefühlte Ewigkeit, die Ohren dröhnen, aber diese Aussicht ist jeden Kilometer wert! Auch sehen wir den ersten Wasserbüffel, was für ein Riese, zum Glück steht er nicht mitten auf der Strasse, wie in Crocodile Dundee.

Beim Butterfly Wasserfall finden wir unser nächstes Camp. Der Wasserfall fliesst nicht mehr, aber im Krokodilfreien Wasser können wir wenigstens den Staub abspülen. Die Gegend ist schön, aber die Fliegen und Mücken machen uns völlig verrückt. Mal fliehen wir ins Auto und am Schluss ohne Nachtessen ins Dachzelt.

Die Kiesstrasse führt weiter und immer weiter, ganz langsam Richtung Roper Highway.

Ich hätte es nicht für Möglich gehalten, aber die Schotterstrasse nimmt noch ein dunkleres, satteres Rot an als zuvor. Wir sehen Dingos und Kängurus, biegen ab zur ersten angeschriebenen Tankstelle und Bar seit wir Borroloola verlassen haben, geschlossen und steht zum verkauf. Dusty hat einen grossen Tank und kann noch viele Kilometer machen, so macht es uns auch nichts aus. 

Der Highway ist aber dann auch nichts weiter als eine Kiesstrasse. Ich liebe diese Umgebung, immer noch, trotz dem Staub der sich auf alles legt, trotz den Fliegen, es ist unglaublich. Irgendwann kommen wir wieder auf eine geteerte Strasse und irgendwann haben wir sogar wieder Internet Empfang. Und eine weitere hübsche warme Quelle wartet auf uns. In der Zivilisation sollten wir dann auch mal wieder Wäschewaschen, telefonieren, im Internet surfen und Einkaufen. Ganz normale Dinge, eigentlich…