Top end Northern Territory

7. & 8. Juli Von NT nach WA

Wir haben gestern Katherine hinter uns gelassen. Eine Stunde vor Sonnenuntergang haben wir die Hauptstrasse verlassen und einen einsamen Platz zum Übernachten gefunden. 

Ein weiterer schöner Morgen und eine hübsche Umgebung empfängt uns. Viele grosse und kleine rote Hügel um uns herum. Frühstücken wollen wir beim 20km entfernten Roadhouse. Kurz vorher verändert sich die Landschaft nochmals. Ein breiter Fluss zieht sich durchs Land und hohe Felsklippen sind am Horizont zu sehen. Bunte Papageien tummeln sich in den Bäumen und Kängurus hüpfen durch die hohen Gräser. Die nächste Ortschaft, oder besser gesagt, Ansammlung von Häuser und einer Tankstelle, Timber Creek. Sehen wir den ersten Affenbrotbaum, was mich an ein Bilderbuch aus meiner Kindheit erinnert. Die Bäume selbst sind wie die Menschen, meinen die Australier, wenn sie jung sind wachsen sie in die Höhe und im Alter in die Breite. Ich mag die Bäume sehr und sie begleiten uns noch eine Weile. Wir kommen der Grenze zu Westaustralien immer näher. Wir biegen in die Duncan Road ab und fahren zum Lake Argyl. Der See ist nur aus der Ferne zu sehen, der Weg ist zu schlammig um direkt ans Ufer des Stausees zu fahren. Tote Bäume ragen in den Stahlbauen Himmel, weiter weg sind rote Berge zu sehen. Eine unwirkliche Landschaft. Die Sonne brennt vom Himmel, nirgends hat es etwas das Schatten spenden würde und Stechfliegen verfolgen uns. Also doch kein guter Platz zum bleiben. Von der Hauptstrasse biegt es noch in den Keep River Nationalpark ab, wohin wir jetzt fahren. Wir sind schon reichlich spät und der günstige Nationalparkcamping ist schon voll besetzt. Kurz zuvor haben wir aber ein trockenes Flussbett durchquert und dort einen geeigneten Schlafplatz ausgemacht. Die Natur um uns ist traumhaft, Eukalyptus und Affenbrotbäume, meterhohes trockenes Gras und rote Felsen. Wir machen ein Feuer und relaxen. 

Morgens kommen wir nicht so vom Fleck. Das Aufstehen braucht Überwindung, die Temperaturen sind über Nacht ziemlich gesunken. Aber es ist ein schöner Morgen für eine kleine Wanderung. Erst wollen wir uns noch mit Kaffee und Frühstück stärken, dann packen wir und wollen schon ins Auto einsteigen als der Parkranger anhält und zu uns kommt. Ranger Chris, wie er sich vorstellt, hat drei Vergehen festgestellt, zum Glück hat Yannick seine Drohne vor 5 Minuten gelandet, sonst wären es wohl vier. Wir haben unerlaubt die befestige Strasse verlassen, befinden uns in einem Flussbett und haben ein Feuer gemacht. Wir bekommen beide sofort ein schlechtes Gewissen, so bewusst war uns das Ganze nicht. Die Busse würde 1‘000 Australische Dollar kosten, aber er gibt uns nur eine Verwarnung und wir sollen die Spuren beseitigen die wir hinterlassen haben. Das war Yannick Vorschlag, weil Chris meinte jetzt werde er die ganze Saison Probleme haben weil Autospuren im Flussbett zu sehen sind. Gesagt, getan, wir schaufeln Sand, verteilen Steine und decken die Feuerstelle ab. Nachdem ist uns die Lust auf eine Wanderung, bei der wir vielleicht nochmals auf Ranger Chris treffen würden, eindeutig vergangen. So verlassen wir den Nationalpark und fahren zur Grenze nach Westaustralien. Diesmal wollen wir jeden Ärger vermeiden und haben alles Gemüse was wir noch haben schon eingesammelt und geben das schön brav ab. Ohne weitere Zwischenfälle dürfen wir nach Western Australia einreisen. Zurück in dem Bundesstaat in dem wir begonnen haben. 

Wir machen nochmals einen Schlenker zum Lake Argyle, diesmal auf der Anderen Seeseite. Über die hüglige Landschaft erreichen wir sie Staumauer und blicken über den See. Der Fluss der durch die Mauer ausgelassen wird lädt zum baden ein. Was natürlich verboten ist, also lassen wir das besser sein und erfreuen uns lieber nur an dem Anblick. Wie sich das grüne Wasser durch die roten Felsschluchten windet. 

Der Campingplatz am Lake Argyle ist überfüllt und wenig einladend. So fahren wir nach Kununurra, der ersten Stadt nach der Grenze. Sie ist nicht Gross, hat aber alles was man braucht, einen hübschen Camping am kleinen Lake Kununurra, Einkaufsläden und günstige Tankstellen. 

 

29. Juni - 6. Juli Back on the road! Darwin & Litchfield Nationalpark

Wir werden mit einem unglaublichen Morgenhimmel begrüsst. Kurz vor Sonnenaufgang, dieses dunkle satte Blau, die orange Sonne die den Himmel langsam verfärbt.

Schön wieder hier zu sein. Dusty ist gut ohne uns zurecht gekommen, nur die zweite Batterie ist leer. Nichts hat angefangen zu Leben, weder im Dachzelt noch im Auto. Den Tag nutzen wir zum ankommen, wieder einnisten und Pläne zu schmieden für die nächsten Tage. 

Der Morgen beginnt früh, noch vor Sonnenaufgang, damit wir auch ja genug Zeit haben. Langsamer sind wir aber nicht geworden in der Zwischenzeit, die Routinearbeiten gehen immer noch so leicht von der Hand wie zuvor. Wir trödeln rum, fahren noch kurz in die falsche Richtung und schon sind wir doch knapp für unseren Termin. Um 9 Uhr fährt das Boot, wir schaffen es gerade auf die Minute. Das Boot legt ab und wir fahren auf den Alligator River. Das Wasser ist ruhig und die Natur herum schön und wild. Schon ist das erste Krokodil in Sicht und gleich ein spezielles Exemplar. Ihr Name ist Pearl, sie ist nicht besonders gross aber sie hat eine tolle Farbe. Sie ist viel heller als die anderen Krokodile, hebt sich mehr ab im Wasser und ist so ausnahmsweise schon von weitem zu sehen. Wir sind auf einer Jumping Crocodile Tour. Der Guide hält ein grosses Stück Fleisch an einem langen Bambusstock über die Reling. Etwas zu nahe bei uns, für meinen Geschmack. Schon springt Pearl hoch und versucht sich den Happen zu schnappen. Unglaublich zu sehen wie hoch sie aus dem Wasser springt. Die nächsten Krokodile auf unserer Tour sind um einiges Grösser und noch furchteinflössender. Aber keiner springt so hoch wie Pearl. Die Sonne ist steht niedrig über dem Fluss und die grossen Tiere sind noch nicht so aufgewärmt. Das ganze ist gruslig und faszinierend zu gleich. Und die Tiere kommen so Nahe das man jede Narbe von ihren Kämpfen sehen kann. Das grösste Exemplar ist 750kg schwer, 60 Jahre alt und hat 5 Freundinnen. 

Zurück mit festem Boden unter den Füssen, fühle ich mich schon bedeutend wohler. In Richtung Darwin machen wir ein Picknick bei den Howard Springs. Baden ist hier nicht erlaubt, da es zu viele Bakterien im Wasser hat. In der Mitte der Quelle sprudelt das Wasser aus dem Grund, es ist durchscheinend blau und sauber. Wenn man aber all die Tiere sieht die drin leben, vergeht einem die Lust aufs baden sowieso. Diesmal sind es keine Krokodile, sondern Schlangen die sich im Wasser tummeln, grosse 1m Fische und ein Waran der umher schwimmt. Ich kann auch eine grosse Schildkröte entdecken. So viel Leben in diesem Wasser, unglaublich. 

Abends besuchen wir den Sonnenuntergangsmarkt am Mindil Strand. Ein toller, vielseitiger Markt, Yannick entdeckt sogar einen Raclettestand. Aber auf Französischeart zubereitet. Mit Salat, Kartoffeln, Salami und zum Schluss einen Abstrich Raclettekäse mit Béchamelsauce. 

Zum Sonnenuntergang füllt sich der Strand, hinter uns spielen Aborigines Musik, singen und tanzen dazu. Passt wunderbar zu dieser Szenerie. 

Noch  einen weiterer wunderbarer Tag in Darwin beginnt. Heute ist Territory Day, es wird die Unabhängigkeit des Territoriums vom Commonwealth gefeiert. Ab 9 Uhr morgens bis 9 Uhr Abends gibt es überall Feuerwerk zu kaufen. Wir besuchen den Charles Darwin Nationalpark, gleich vor den Toren der Stadt. Während dem 2. Weltkrieg hatten sie hier ihre Munition in den Bunkern gelagert. 

Darwin selbst ist eine kleine relaxte Stadt. Mit dem Auto kommt man flott überall hin. Der nächste Stopp ist im Art& Northern Territory Museum. Hier erfahren wir viel, über ein Krokodil Namens Sweetheart das gerne in Bootsmotoren biss, aber keinen Menschen auf dem Gewissen hat. Über Tracy, einen Zyklon der 1974 ganz Darwin zerstört hat. Über die vielen, auch misslungenen Anfänge von Farmwirtschaft und Bergbau in diesem Abgelegenen Bundesstaat. Ebenfalls ihr unterirdischer Öltank ist ein Besuch wert, nachdem Darwin von den Japaner bombardiert wurde, versuchten sie ihr Öl unter der Stadt zu lagern. Darwin ist ein interessanter Ort mit einem ganz eigenen Temperament.

Punkt 17 Uhr werden die ersten Feuerwerke gezündet. Überall Kracht es, wir haben den 1. August quasi einen Monat früher. Trotzdem wird es Zeit morgen wieder in den Australischen Busch aufzubrechen.

Die Berry Springs sind eine wunderbare Quelle zum schwimmen. So gibt es schon morgens eine kleine Erfrischung. Zurück bei Dusty entdeckt Yannick das der Kühlschrank nicht funktioniert, weil die zweit Batterie völlig leer ist. Wir sind viel rumgefahren in den letzen beiden Tagen, also sollte die Batterie eigentlich nicht leer sein. Aber eine Sicherung ist geschmolzen, so konnte es nicht mehr laden. Glücklicherweise haben wir die passende Sicherung. Unser heutiges Ziel ist der Litchfield Nationalpark, mit einigen Tierischen Begegnung, ein Emu quert vor uns die Strasse, Termitenhügel so weit das Auge reicht, auf dem Campingplatz machen eine Schar Kakadus ein völliges Chaos. Auf dem Weg zu Florence Wasserfall treten zwei Touris vor uns fast auf eine Schlange, diese verwirrt und in Panik, schlängelt auf uns zu. Eine kleine Schlange, aber sie sieht aus wie eine junge Brownsnake, was sie nicht weniger gefährlich macht. Aber die Kleine hat genau so viel Angst vor uns wie wir vor ihr. Abends fliegen die Flughunde aus. Fünf Minuten lang kommen immer wieder Gruppen von Flughunden aus dem Wald und fliegen über unsere Köpfe hinweg.

Durch Yannick’s kommunikative Art lernen wir viele andere Reisende kennen. Wir treffen Jane wieder, Wochen zuvor haben wir sie bei den Bitter Springs kennengelernt. Wir verbringen die nächsten Tage mit ihr und ihrem Freund Andy. Machen tolle Spaziergänge, Badeausflüge und Lagerfeuerabende. Geniessen gemeinsam die Natur, die Sternschnuppen am Nachthimmel, plaudern und träumen viel. Die Beiden wachsen einem sofort ans Herz mit ihrer lustigen, fröhlichen und natürlichen Art. So fällt es uns auch sehr schwer uns wieder zu verabschieden um noch mehr vom Litchfield Nationalpark zu sehen. Es erwarten uns zwei weitere tolle Wasserfälle in denen man gut baden kann und noch einige kleine Flussdurchquerungen. Bei einem der Wasserfälle lernen wir eine Gruppe kennen, die es sich im Wasser mit Bier und Luftmatratze gemütlich gemacht hat. Fast wie zuhause auf dem Thunersee... Yannick kommt mit ihnen ins Gespräch und bekommt sofort ein Bier angeboten. Was bei den hohen Alkoholpreisen hier eher selten vorkommt.

Auch mit ihnen setzen wir uns noch zusammen und diskutieren. 

Wir sind uns einig, das die Uhr im Northern Territory etwas anders läuft als im Rest von Australien. Es ist eine lockere Atmosphäre, die Natur jedoch ist noch rauer und der Himmel scheint noch unendlicher hier. Überall gibt es kleine Brände was niemand kümmert, im Gegenteil Lagerfeuer sind trotzdem noch erlaubt. Mit dem Feuerwerk nehmen sie es nicht so genau, dafür ist das mit dem Alkohol strikter geregelt. 

Auf gehts zurück nach Katherine, durch den Rest des Nationalparks. Wo morgens einige Kängurus und Wallabys unterwegs sind. Irgendwann kommen wir wieder auf den Stuart Highway. In Katherine werden wir den Weg in Richtung Westaustralien fortsetzen.

 

6. - 11. Juni Katherine Gorge & Kakadu National Park

Die Zivilisation hat nicht nur positives. Die Campingplätze sind teuerer und es hat überall mehr Leute. Gewöhnungsbedürftig… 

Die Katherine Gorge im Morgenlicht ist schön anzusehen und die kleine, steile Wanderung auf den Hügel ist lohnenswert. Boote fahren die Touristen durch den breiten Fluss, Kakadus kreischen und ein Hubschrauber dreht über unseren Köpfen Kreise, aber ansonsten ist es ruhig. Schwimmen ist hier nicht erlaubt, so verlassen wir Katherine Gorge in Richtung Edith Falls. Hier haben sie ein Krokodilnetz aufgebaut so das man sicher Baden kann. Wir machen eine Rundwanderung und entdecken noch weitere Wasserfälle. Das Wasser ist angenehm kühl und erfrischend nach der kleinen Anstrengung. 

In der Nähe des Wasserfalls hat es einen gemütlichen Camping. Als die Sonne untergeht verwandelt sich der Himmel in ein prächtiges Farbenspiel. Gelb, Orange, Rot, Violette und Blau alle Farben zur selben Zeit über den weiten Himmel gezogen. Da vergesse ich fast mein Abendessen auf dem Teller.

Dann ist es soweit, wir brechen auf in den berühmten Kakadu Nationalpark. Ein „Must-do“ wenn man am Top End von Australien angekommen ist. Bei vielen Australiern heisst der Park aber mittlerweile Kakadon’t, über die Landesgrenze hinaus ist der Nationalpark berühmt und wird dementsprechend auch häufig besucht, was die Preise ebenfalls in die Höhe treibt. 

Die Gunlom Falls, unser erster Stopp sind schöne Wasserfälle und ausser kleinen Süsswasserkrokodile kann man sich auch hier gefahrlos erfrischen. Trotzdem bleiben wir lieber im Knietiefenwasser… Der Campingplatz ist zum bersten voll, das Erstmal seit langem, oder überhaupt auf einem Campingplatz, das ich mich für die Toilette anstellen muss. Morgens gehen wir früh los, auf dem Weg nach Yellow Water liegt noch ein weiterer Wasserfall zum anschauen. 

Am Fenster zieht eine grüne Landschaft vorbei, unterbrochen von kleinen schwarzen, verbrannten Flecken wo noch kleine Rauchsäulen aufsteigen. Ein Känguru hüpft über die Strasse und verschwindet in den Büschen und Kakadus schauen kreischend auf. Neben uns Termitenhügel die höher sind als unser Auto. 

Der Wasserfall ist ebenso schön wie alle bisherigen, der kurze Weg dorthin ist aber Abenteuerlich. Nach der Regensaison ist das Wasser noch nicht vollständig abgeflossen und so muss man im dichten grünen Dschungel durch eine lange klare Pfütze waten und den Fluss mit Krokodilwarnschildern muss man auch noch überqueren. Heute ist es richtig heiss und wir hätten wirklich unsere Badesachen mitnehmen sollen… In Yellow Waters aber gibt es einen Pool zur Abkühlung. Und wir buchen unsere erste Tour. Eine Bootstour durch die Wetlands. 

Vor Sonnenaufgang geht es los. Die Sonne färbt den Himmel und steigt langsam über der Lagune auf. Dicht vor uns im Wasser schwimmt ein grosses Krokodil. Was für ein Anblick, man weiss nicht ob man dem Krokodil, dem Sonnenaufgang oder den erwachenden Vögel zuschauen soll. Die Tour dauert zwei Stunden, die Natur erwacht. An Land sind Wasserbüffel und Wildpferde zu bestaunen und natürlich Vögel, überall, die verschiedensten Arten. Ihre Namen kenne ich zum Teil, aber nur auf Englisch. Einzig der Storch und den Eisvogel kann ich auf Deutsch benennen. Und beide sehen völlig anders aus als zuhause. Und es gibt Einen den sie Lilien oder Jesus Vogel nennen, weil er über die grossen Blätter der Wasserlilien laufen kann. Vier kleine Jungvögel rennen zu Papa und verstecken sich unter seinen Flügel, bis nichts mehr ausser den vielen Beine zu sehen ist, so süss! Ein Seeadler sitzt weit oben im Baum und überblickt den Fluss. Immer wieder tauchen Krokodile auf, schwimmen am Boot vorbei oder sonnen sich am Flussufer. Es schaudert mich immer noch wenn ich die Urbiester sehe und gleichzeitig bin ich völlig fasziniert. Unser Tourguide macht viele Spässe auf die lockere Australischeart und versorgt uns mit vielem Wissen über die Tiere und Pflanzenwelt. Zurück auf festem Boden geniessen die Ausflügler noch ein Morgenessen, bevor wir aufbrechen nach Jabiru. Einer Ortschaft ganz am Ende des Nationalparks, etwas abseits liegt Ubirr. Gleich an der Grenze zu Arnhem Land, einem riesigen Aboriginal Gebiet. Wir schauen uns die Flussüberquerung an, wo die Strasse durch den East Alligator River führt. Der Fluss kann rapide ansteigen, auch wenn die Flut weit weg am Meer auf den Strand trifft. Nicht zu übersehen sind zwei Autos, die diese Überquerung nicht geschafft haben, und nun weiter unten im Flussbett liegen. Nun nach Ubirr, kaum entfernen wir uns einige Schritte vom Auto kann man die Felsen sehen und die alten Felsmalereien. Dieser Ort packt mich sofort. Auf dem Felsen oben angekommen, kein Foto und keine Beschreibung kann dies hier wiedergeben. Die Aussicht über die Wetlands, bis zum Eukalyptuswald und zum felsigen Arnhem Land, kein Haus, keine Strasse sieht man. Einfach magisch und unvergesslich. 

In Jabiru bleiben wir eine Nacht, die Mücken sind mal wieder omnipräsent. Yannick meint irgendwann, hör auf zu zappeln, so kommen doch alle Mücken zu mir rüber… 

Ich liege oben im Dachzelt und kann den Sonnenaufgang sehen, der Himmel verfärbt sich, die goldenen Sonne steigt zwischen dem Eukalyptus auf. Wir schlafen nochmals und stehen ausgeruht auf. Wir verlassen den Kakadu Nationalpark in Richtung Darwin. Aber machen noch einen Halt um ein Letzesmal die Wetlands zu überblicken. Hier weniger spektakulär als in Ubirr. Trotzdem schön! Unterwegs sehen wir einen Papa Emu mit seinen schon fast erwachsenen Babys und Yannick erspäht noch einen Dingo. Nähe Humpty Doo, ein wirklich lustiger Name für eine Ortschaft, fahren wir auf einen Camping. 

Morgen erkunden wir noch einwenig Darwin, bevor wir Ferien von unseren Ferien machen!

 

1.- 5. Juni Borroloola - Mataranka

In einem Tankstellenshop in Borroloola finden wir das passende Lüftungsrad für unseren Dusty. Auch das hätten wir nicht erwartet, aber um so besser. Von Fliegen geplagt und schweissgebadet wechselt Yannick das Teil direkt vor Ort. Während Yannick alles gibt, bin ich da, verewige das ganze mit der Kamera, halte Werkzeuge und Teile… Alles gefixt, also abermals raus aus der Zivilisation, in den Limmen Nationalpark. Wir machen unglaubliche 500km durch den Park und was wir unterwegs wieder alles sehen und erleben! 

Als erstes Tappen wir in die Touristenfalle, Lorella Springs. Eigentlich wollten wir nur eine Übernachtungsmöglichkeit und ein erholsames Bad in den warmen Quellen. Die Quellen sind super, der Camping ist auch nicht schlecht, aber das Geld definitiv nicht Wert. Aber wir können uns von dem gerumpel auf den letzten Kilometer erholen. 

Wir sehen uns die unglaublichen „Lost Cities“ an. Phänomenale Felsformationen an den man sich kaum satt sehen kann. Dieses rote Gestein, zwischen den grünen Eukalyptusbäumen und dem ewig blauen Himmel. Magisch!

Für die 28km zu Western Lost City brauchen wir sagenhafte eineinhalb Stunden, pro Weg! Nein, nicht wegen des dichten Verkehrs… Die Strasse holpert mal durch ein getrocknetes Flussbett, wieder hinein in tiefen Sand, über Felsen, es dauert eine gefühlte Ewigkeit, die Ohren dröhnen, aber diese Aussicht ist jeden Kilometer wert! Auch sehen wir den ersten Wasserbüffel, was für ein Riese, zum Glück steht er nicht mitten auf der Strasse, wie in Crocodile Dundee.

Beim Butterfly Wasserfall finden wir unser nächstes Camp. Der Wasserfall fliesst nicht mehr, aber im Krokodilfreien Wasser können wir wenigstens den Staub abspülen. Die Gegend ist schön, aber die Fliegen und Mücken machen uns völlig verrückt. Mal fliehen wir ins Auto und am Schluss ohne Nachtessen ins Dachzelt.

Die Kiesstrasse führt weiter und immer weiter, ganz langsam Richtung Roper Highway.

Ich hätte es nicht für Möglich gehalten, aber die Schotterstrasse nimmt noch ein dunkleres, satteres Rot an als zuvor. Wir sehen Dingos und Kängurus, biegen ab zur ersten angeschriebenen Tankstelle und Bar seit wir Borroloola verlassen haben, geschlossen und steht zum verkauf. Dusty hat einen grossen Tank und kann noch viele Kilometer machen, so macht es uns auch nichts aus. 

Der Highway ist aber dann auch nichts weiter als eine Kiesstrasse. Ich liebe diese Umgebung, immer noch, trotz dem Staub der sich auf alles legt, trotz den Fliegen, es ist unglaublich. Irgendwann kommen wir wieder auf eine geteerte Strasse und irgendwann haben wir sogar wieder Internet Empfang. Und eine weitere hübsche warme Quelle wartet auf uns. In der Zivilisation sollten wir dann auch mal wieder Wäschewaschen, telefonieren, im Internet surfen und Einkaufen. Ganz normale Dinge, eigentlich…