Spanien

1. Dezember - 12. Januar Tarifa, Bolonia, Ronda und Vejer de la Frontera

Wir sind noch immer im schönen Tarifa, Spanien. Wir hatten eine wunderbare Zeit:

Seit Mitte Dezember ist Gabriel, Yannick’s Bruder zu besuch. Deshalb sind wir in ein anderes Haus gezogen. Immer noch in Punta Paloma und mit Meerblick, dismal sogar mit spektakulären Sonnenuntergängen im Meer. Neben den Sonnenuntergängen ist das beste am Haus der Kamin! Mit unseren früheren Nachbaren, dem Schweizer Pärchen Dominique und Sandro haben wir uns angefreundet. So haben wir zu fünft die Festtage verbracht. Und können jetzt bei schlechtem Wetter tolle Spielnachmittage vor dem Kamin veranstalten.

Denn das Wetter ist auch hier jetzt deutlich kälter geworden. Die Shorts liegen schon seit Wochen unbenutzt im Schrank. Es ist ja eigentlich auch Winter. Aber die Jahreszeit hier fühlt sich ganz anders an. Im Wald riecht es nach Herbst, aber aussehen tut es als wäre gerade Frühling. Es wird immer grüner und täglichen beginnen mehr Blumen zu blühen. 

Meine Highlights des letzten Monats waren immer draussen in der Natur:

Bei einer Fahrradtour durchs Hinterland von Tarifa, ging der Puls dann schon ziemlich hoch bei einigen Abfahrten. Aber bei den häufigen steilen Steigungen, wegen der Anstrengung, wohl noch ein wenig höher. Der Weg und die Aussicht haben sich durchaus gelohnt. 

Der kurze Spaziergang mit Gabriel und Yannick in Bolonia bleibt mir auch im Gedächtnis. Die Aussicht, sobald man hier auf irgend einen Hügel steigt ist unbezahlbar.

Apropos Hügel, das Jahr habe ich mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang abgeschlossen. Bei Vollmondschein bin ich los und zum Aussichtspunkt hinauf gewandert. Die schöne Morgenröte hat mich schon beim Aufstieg begleitet. Und oben bleibt mir nicht nur wegen der Anstrengung die Luft weg. Die Sonne geht in Afrika auf und steigt langsam über Tarifa. Das Licht wandert über die Hügel und das Meer. Während die Sonne aufgeht, geht der Vollmond hinter Bolonia unter. Warm eingepackt mit einem heissen Tee geniesse ich diesen vollkommenen Moment.

Auch die abenteuerliche Wanderung mit Dominique über die Felsen hinter Punta Paloma werde ich nicht vergessen. Ein schöner Mädels Nachmittag mit guten Gesprächen und der tollsten Aussicht die man sich dazu wünschen könnte. 

Alle zusammen haben wir einen Ausflug nach Ronda unternommen. Eine Stadt, oben in den Bergen. Mit vielen Sehenswürdigkeiten, Läden und Restaurants. Die Brücke «Puente Nuevo» hat mir am besten gefallen, wie sie über die 120m tiefe Schlucht in die hübsche Altstadt führt. Aber auch sonst gibt es viele hübsche Städtchen in der Gegend zu erkunden, wie Vejer de la Frontera. Auffällig in Vejer de la Frontera ist die Kirche und die alte Stadtmauer. Die weissen Städte in den Hügeln ähneln sich zwar alle, trotzdem immer schön zum Anschauen.

Während ich immer an Land bleibe und höchsten die Zehen ins Meer halte, wagen sich die Anderen häufig ins Wasser. Egal ob zum Surfen oder Kiten. Gabriel besucht eine gute Kiteschule und übt fleissig. Auch für Yannick hält der Wind so einiges bereit, super tolle Kitesessions, ebenso wie viele sehr anspruchsvolle Stunden. 

Glücklicherweise sind wir in der Nebensaison hier und alle können sich gut austoben. Im Sommer, wenn der Himmel dunkel ist von den vielen Kites, ist es sich weniger spassig. 

Aber jetzt bricht unsere letzte hier Woche an, dann steht uns die Heimreise von 2’000km bevor.

 

 

7. - 28. November Unser Leben in Tarifa

Wir haben es sehr schön hier, vom Winter spürt man nicht viel. Es sind meistens immer noch angenehme 20 Grad und häufig Sonnenschein. Die Sonne geht erst nach 6 Uhr abends unter, dann wird es schon kühler. Aber wir geniessen jede Minute der langen Tage!

Yannick geht fast täglich Kiten, was ihn so müde macht das er meistens unser Sportprogramm nicht mehr mitmachen kann. Er hat ja so sein eigenes! 

Mit dem Surfboard kommt er immer besser zu recht und macht täglich Fortschritte. Auch lernt er immer viele nette Leute kennen. Wovon zwei jetzt unsere neuen Nachbaren sind.

Ich mache noch immer fleissig Yoga und Pilates und gehe zweimal die Woche joggen. Auch bleibt noch Zeit zum Wandern oder Radfahren. Es gibt immer noch viel zu entdecken und es wird nicht langweilig. 

Manchmal ist es nicht ganz einfach den richtigen Weg zu finden. Eigentlich habe ich mit navigieren sonst nie Probleme , aber trotz diversen Apps, Karten und Wegweisern, ende ich häufig in einer Sackgasse. Das stellt manchmal meine Geduld ganz schön auf die Probe, weil es erweitert die Wanderung oder die Fahrradtour oft um viele Kilometer. 

Auch ist der Zustand der Wege immer eine Überraschung. Denkt man sich vorher noch, die 12 Kilometer zu Fuss werden kein Problem sein. Dann bemerkt man mittendrin das die ganze Strecke fast nur durch tiefen Sand führt, so schafft man es dann doch nicht mehr mit ganz so einer Leichtigkeit wie man das erwartet hat. 

Was mich aber doch nicht davon abhält einen neuen Weg einzuschlagen und all die tollen Dinge auf der Strecke zu geniessen. 

Der Strand ist nur 10 Minuten vom Haus entfernt, so gehe ich oft am Meer spazieren. So oft, dass man meinen könnte ich kenne schon jeden Stein und jedes Sandkorn. Aber die Spaziergänge haben immer viel Abwechslung zu bieten. Schon alleine durch den Wind und die Gezeiten sieht der Strand immer anders aus. Mal ist das 15 Kilometer entferne Afrika durch Wolken oder Nebel verdeckt und das nächste Mal scheint die marokkanische Küste zum greifen nahe zu sein. Bei einem meiner Spaziergänge wollte mich ein grosser Krebs angreifen und beim nächsten wurde ich freundlich von drei Pferden begrüsst. 

Neben der körperlichen Betätigungen, fördere ich auch gerne meinen Geist und meine Kreativität. Ich verbringe viele Stunden mit lesen, Rätsel lösen und in meinem Malbuch Bilder auszumalen. Auch das Fotografieren kommt nicht zu kurz und weiter an meiner neuen Geschichte zu schreiben. Auch versuche ich mich weiterhin im Meditieren. Was sich aber manchmal so anfühlt als sollte ich einen Zoo voller wilder Tiere im Zaum halten. Je mehr ich versuche meine Gedanken zu beruhigen und zu fokussieren, desto schneller wird das Ping-Pong Spiel im Oberstübchen. Jedenfalls lernt es mich Geduld zu haben, vor allem mit mir selbst. 

Dann ist da ja natürlich noch das Essen! Wir geniessen unsere Küche sehr. Gleichwohl würden wir gerne einmal die Woche abends im Restaurant essen gehen. Da aber die Restaurants abends um 6 Uhr dicht machen müssen, gehen wir jetzt einmal in der Woche Frühstücken. Und zaubern uns abends selbst die tollsten Menüs. Zur Zeit ist der Abwasch bei uns beiden eher unbeliebt und wir wünschen uns nichts sehnlicher als eine Abwaschmaschine. Trotzdem stellen wir bei jedem Abwaschen lächelnd fest, wenn dies unser einziges Problem ist, müssen wir hier sehr glücklich sein. 

Für die Adventszeit haben wir etwas tolles Vorbereitet. Unser Monstravel Adventskalender, ist ab 1. Dezember online!

Freut euch auf Geschenkideen, besinnliche Zitate, lustige Videos, Verlosungen und vieles mehr!

 

30. Oktober - 6. November Ferienhaus in Tarifa

Wir sind am Sonntag in eine günstige Ferienwohnung in Punta Paloma gezogen, in die wir uns schon bei der Besichtigung verliebt hatten. Die kleine, rustikale Wohnung passt gut zu uns und ist mit allem ausgestattet was wir brauchen. In einer tollen Lage im Grünen mit Meersicht und Tarifa ist nur 15km entfernt. Das Häuschen hat sein ganz eigenes Flair mit vielen kleinen liebevollen Details ebenso wie die schief in den Angel hängenden Fenster.

Wir freuen uns über das Doppelbett und unser Badezimmer, genauso wie die grosszügige Terrasse. Die Küche ist ebenfalls toll und ich probiere gleich mal wieder ein neues Rezept aus. Eine mediterrane Polenta, lecker! 

Auch bei einem kurzen Regenschauer entdecken wir so gleich die Vorzüge ein richtiges Dach über dem Kopf zu haben. Sich trotzdem drin noch bewegen zu können ist ein schöner Luxus. 

Wir mögen die ländliche Gegend sehr. Die Stare sitzen neben an auf dem Strommast und geben täglich eine Kostprobe ihres vielseitigen Gesangs. Mal klingt es sehr mechanisch, wie ein alter Handyton, dann ertönt wieder eine kräftige, klare Melodie. Ich liebe ihren Gesang ebenso wie das Rauschen der Wellen, das morgendliche Krähen des Hahns und das Iahen vom Esel. Beim Esel muss ich jedesmal unwillkürlich schmunzeln, der sollte sich echt mal räuspern bevor er zu schreien beginnt.

Um mal wieder einen einigermassen geregelten Alltag zu haben, versuchen wir uns mit einem gemeinsamen, täglichen Sportprogramm in Form zu bringen und so auch etwas Struktur ins Leben zu rufen. Wir mögen es beide zu unserer Überraschung sehr. Trotzdem bleibt noch viel Zeit zum Faulenzen und die Gegend zu erkunden. Yannick erkundet lieber mit seinem Kite das Meer und ich die Wälder und Strände. Durch die Pinienwälder führen dutzende, sandige Fusswege, es riecht herrlich nach warmem Holz und der Wind rauscht sanft durch die Bäume. Zwischen den Bäumen sieht man immer wieder das Meer aufblitzen und die Bergkette von Marokko wird sichtbar. Ich laufe an einigen Kuhherden vorbei, die wunderbar viel Platz haben. Normalerweise bin ich vom Kuhmist nicht sehr fasziniert, aber hier wimmelt es von arbeitstüchtigen Mistkäfern. Die den Kackhaufen zu schönen runden Bällchen formen und mühevoll weg transportieren.

Zusammen sehen wir uns noch Tarifa und Bolonia richtig an, vor allem die Altstadt von Tarifa ist hübsch, der Rest davon, naja... Auch die täglichen Polizeikontrollen der Guardia Civil sind uns aufgefallen und der vergebliche Versuch der Gemeindearbeiter die Strasse von Sand zu befreien. Um von Tarifa nach Punta Paloma zu gelangen führt die Strasse nämlich mitten durch eine riesige Sanddüne, der Kampf ist natürlich ziemlich verloren bei dem fast täglichen Wind hier.

Wir haben uns noch nicht ganz an die komischen spanischen Ladenöffnungszeiten gewöhnt, aber doch konnten wir einige der unzähligen Kiteshops hier besuchen. Yannick möchte eine Veränderung beim Kiten, kauft sich hier ein Surfboard und kann es kaum erwarten es gleich auszuprobieren. 

Die Gegend hat einiges zu bieten und wir freuen uns noch eine Weile hier sesshaft zu sein. 

Nächste Woche könnt ihr euch über ein Special freuen. 

 

24. - 29. Oktober Andalusien & Sierra Nevada

Wir verlassen den schönen Nationalpark und kommen in Almeria an. Wir hätten nicht erwartet noch mehr Gewächshäuser vorzufinden. Aber es ist so, es gibt nur Stadt und Gewächshäuser, sonst nichts. Zum Glück finden wir den süssen Camping La Galleta, wo wir uns sofort zuhause fühlen. Das Personal ist extrem nett und die Nachbaren ebenfalls. Der Camping liegt an einer kleinen Bucht mit Steinstrand. Es gibt riesige Eukalyptusbäume und eine alte, hübsche Steinbrücke. Aber die Gegend ist schnell erkundet, so bleibt noch viel Zeit um faul am Strand zu liegen.

Auf dem Camping gibt es ein Restaurant mit leckeren Menüs für schlappe 10 Euro. Das gönnen wir uns natürlich. 

Die Sierra Nevada, das höchste Gebirge auf der Iberischen Halbinsel, wollen wir uns nicht entgehen lassen. Da es wirklich auch nicht mehr weit entfernt ist, machen wir einen Abstecher in die Berge. Wir lassen die Küste hinter uns, die Landschaft wird noch hügliger und vor allem verlassener. In Laroles, einem leuchtend weissen Dorf in den Bergen, finden wir ebenfalls einen schönen Camping. Fast alleine mit wunderbarer Aussicht. In der Nähe beginnt ein Wanderweg durch die Landschaft. Bei den Kastanien und Mandelbäumen machen wir einen Stopp und sammeln mit Freude die herumliegenden Nüsse ein. 

Die wir nachher natürlich zubereiten, aber mit einigen Anfängerfehlern. Macht trotzdem Spass und schmeckt. Die Nacht wird kühl, 7 Grad, erst die Morgensonne bringt ein wenig Wärme zurück. Wir schauen uns in Laroles um, sehr idyllisches, kleines Dorf, mit belebten kleinen Gassen. Vom Dorf aus fahren wir den Pass hoch, in Puerto de la Ragua, sind wir auf 2’000m Höhe. Man sieht auf eine weite, flache Hochebene mit hunderten Windrädern und einer riesigen Solaranlage, aber auch viel Leere und Trockenheit. Auf der Hochebene angekommen, fällt sofort das Schloss auf dem Hügel auf. Wir haben schon einige Schlösser und Burgen gesehen unterwegs, aber dieses hier fasziniert mich am meisten. 

Die Schnellstrasse führt uns zurück nach Almeria, von 1’000m.ü.m. zurück ans Meer. Vorbei an bizarren Sandsteinformationen und trockener Wüste. 

Wir werden wieder herzlich auf dem Camping La Galleta empfangen. Als Yannick, nach Stunden, Erfolg hat beim fischen halt der Applaus von den Nachbaren über den Camping. Zum Abendessen gibt es also heute frischen Fisch! Nachdem die Sonne untergegangen ist wird es kühler, aber der Mond verzaubert die Umgebung. Das Meer glitzert silbern und die Klippen werden dunkle Schatten. Die Wellen rollen über die Steine, ein schönes Geräusch um einzuschlafen. 

Der Sonnenaufgang ist ebenso verzaubernd. Golden geht die Sonne auf und das Meer reflektiert die Strahlen. Doch wird es langsam Zeit weiter zu gehen. 

Die Landschaft hat nicht viel zu bieten, bis wir an Gibraltar vorbei fahren. Die Stadt schmiegt sich um den Berg und auf der anderen Seite des Meeres ist ein ebenso bergiges Afrika zu sehen. Tarifa ist eine kleine, nicht sehr schöne Stadt, aber die Umgebung ist toll. Afrika ist nur 15km entfernt, wir würden sofort eine Fähre besteigen und rüberfahren, wenn es möglich wäre... Die Unzähligen Ticketschalter stehen leer an den Strassen und erinnern daran das dies kein «normales» Jahr ist...

Die Woche ist wieder wie im Flug vergangen. In Tarifa und kümmern wir uns um eine Ferienwohnung. Geschützt vor dem ständigen Wind und mit etwas mehr Platz wollen wir es uns eine Weile gemütlich machen und gut gehen lassen. 

 

17. - 23. Oktober Im Land der Mandarinen und Touristenhochburgen

Wir bleiben noch übers Wochenende in Riumar. Es windet nicht mehr, so ist die Strandpromenade viel entspannter. Und am schönsten ist es beim Aussichtsturm neben dem Ebro Fluss. Von da überblickt man die halbe Lagune. 

Wir sind eine tolle Gruppe und geniessen das zusammensein in vollen Zügen. Bevor wir aufbrechen, schauen wir uns noch die andere Seite des Ebro Deltas an. Ein Schwarm von tausenden Flamingos steht dort in der Lagune. Aber auch andere Vögel gibt es zu bestaunen. Eisvögel sausen herum, ich schaue ihnen staunend nach bis ihr leuchtendes Blau zwischen den Büschen verschwunden ist. Viele Reiher stehen bewegungslos im Wasser und warten auf Beute. Durch eine Helikopter wird der Flamingo Schwarm aufgescheucht und der Himmel wird kurz ganz in pink. Bis sich alle wieder im Wasser zu einer Gruppe vereint haben. 

Wo es nach der schönen Zeit in Riumar hingeht wissen wir noch nicht genau und fahren ziemlich planlos weiter. Wir schauen uns Alcossebre an, finden aber keinen geeigneten Platz. In Torrenostra werden wir fündig. Die Stadt besteht aus Ferienappartements, aber der Campingplatz ist schön und günstig. 

Am nächsten Tag geht es weiter, 170km, ohne Halt vorbei an Valencia bis nach Cullera. Wir fahren an vielen Mandarinen und Orangenplantagen vorbei. Schon reif hängen die Früchte an den schönen Bäumen. Am liebsten würde man direkt eine pflücken. 

Zwischen zwei Touristenort finden wir einen schönen Parkplatz am Meer und treffen dort unsere Freunde aus Riumar wieder. Der Strand ist sehr hübsch, aber auch ziemlich schmutzig. Wir haben uns eine Müllgreifzange besorgt und so sammle ich heute einen Sack voll Müll zusammen. Irgendwie sehr meditativ. Danach verbringen wir einen gemütlichen und lustigen Abend zu viert. 

Morgens suchen wir uns ein Kaffee in der vermeintlichen Touristenhochburg. Alles ist wie ausgestorben. Nur leergefegte Strassen und ebenso leere Hochhäuser. Gespenstisch... Aber ein geöffnetes Restaurant finden wir doch noch. In einem künstlichen See leben kleine Schildkröten, ansonsten ist die Stadt wirklich keine Augenweide. 

Heute ist es richtig sonnig und warm. Perfekter Tag um faul am Strand rum zu liegen und baden zu gehen. Zu lesen und das nichts tun zu geniessen, Yannick versucht sein Glück beim fischen. Ein kleines Exemplar hat angebissen, das entlässt er aber wieder ins Meer.

Wir fahren heute 400km, nach Andalusien. Das wird ist ein langer Tag rumsitzen und Autofahren. Aber wir wissen nicht so recht ob man bald nicht mehr so weit kommt in Spanien, also lieber gleich nach Andalusien. Unterwegs gibt es vieles zu sehen und auch zu diskutieren: Es gibt Häuserruinen, riesige Tomatengewächshäuser die ganze Landstriche einnehmen und Benidorm, wo die Küste mit hässlichen Betonbauten zugepflastert ist. 

Fragen über Fragen entstehen bei uns im Kopf... Aber Spanien hat mehr zu bieten als Früchte und Gemüse für ganz Europa und Touristenhochburgen mit «all inclusive».

Das Etappenziel ist wunderschön, ein Naturpark am Meer. Es gibt ein kleines Dorf, Las Negras, mit hübschen weissen Häusern. Der Campingplatz ist ganz alleine an einer kleinen Bucht gelegen, eingequetscht zwischen schönen hohen Klippen. Die Aussicht von den Klippen ist fantastisch!

Zu meinem erstaunen entdecke ich auf meinem Spaziergang über die Klippen ein Chamäleon.

So ein süsses Wesen. In Zeitlupe läuft es vorwärts und starrt mich mit seinen, sich in alle Richtungen bewegende Augen, immer wieder an. Ich könnte es stundenlang Beobachten. Später wechselt er sogar seine Farbe von hell zu dunkelgrün. 

Toller Abschluss, einer tollen Woche! 

 

10. - 16. Oktober Spanien wir kommen!

Wir überqueren die Grenze nach Spanien bei Cerbère, eine tolle Strecke am Meer entlang. Mal hoch oben auf den Kaps und dann wieder unten durch kleine Buchten. Wir gucken uns den langgezogenen Strand Platja del Grau an. Der Wind ist zu stark zum kiten und definitiv nicht gemütlich zum verweilen. In Begur, auf einer Klippe übernachten wir. Die Aussicht ist der Hammer. Das Meer aber ist aufgewühlt, dunkel und bedrohlich. 

Heute ist spanischer Nationalfeiertag. Davon merkt man nicht viel, das Einzige was hier immer omnipräsent ist, ist «Libera Catalonia», mit Fahnen, aufgemalten gelben Schleifen und Bannern.

Wir verlassen die Küste und fahren Richtung Berge.

Schon die schneebedeckten Pyrenäen haben mein Schweizer Herz höher schlagen lassen. Und jetzt der Montserrat, es ist kein 4000er, aber ein Wunderwerk der Natur. Wir kommen aus dem staunen nicht mehr heraus. Montserrat bedeutet gesägter Berg, was es ziemlich genau beschreibt.

Den Ausflug dorthin verschieben wir aber auf morgen, da es auch bei den Einheimischen ein beliebtes Ausflugsziel ist. 

In der Nähe von Talamanca finden wir einen super Camping. Eigentlich haben sie geschlossen, aber da es ein verlängertes Wochenende ist haben sie noch eine Nacht auf. Wir sind die einzigen Gäste und haben den schönen Platz ganz für uns alleine.

Am Morgen schauen wir uns das nahegelegene Dorf an. Und kurven weiter durch den Parc Natural de Sant Llorenc del Munt. Erklimmen kurz einen der Felsen und haben eine grandiose Aussicht über die Berge und Hügel. 

Eine steile, kurvige Strasse führt hoch zum Kloster Montserrat. Es sind nicht viele Leute unterwegs und die Drahtseilbahn zum Roca de St. Jaume hoch, ist fast leer. Wir wandern hoch zu verschieden Eremitagen im Gebirge. Teils Ruinen, teils noch erhalten, aber wunderschön in den bizarren Felsformationen eingebetet. Wir entdecken Gämsen die sich im steilen Abhang gemütlich sonnen. Auch sonst ist die Aussicht unbeschreiblich, man sieht übers ganze Land bis hin zum Meer nach Barcelona. 

Nach der schönen Wanderung sind wir dann auch hungrig und müde. Die Tomatenpasta die wir kochen, gibt uns noch genug kraft um einen Platz zum wildcampieren zu finden. 

Der Weg führt weiter Richtung Süden zurück ans Meer, geht durch viele kleine Dörfer und Weingebiete. L’Ampolla ist eine ziemliche Touristenhochburg, die aber leergefegt ist. Der Camping ist teuer, dafür sehr luxuriös. Der riesige Pool lädt zum Baden ein, der Wind ist aber so kühl das man keinen Zeh hineinstecken möchte. Im Campingrestaurant gibt es leckere Paella, natürlich mit Meeresfrüchten. 

Bei unserem Ausflug zum Delta de l’Ebre haben wir einen kleinen gemütlichen Camping entdeckt. Da geht es als nächstes hin.

Das Delta ist sehr schön mit seinen riesigen Reisfeldern und dem Ebro Fluss. 

Riumar ist ein kleiner Ort am Ende des Deltas in der Nähe des Naturparks. 

Der kleine süsse Camping, mit Hühnern, Katzen und Eseln, entpuppt sich als richtige Gemeinschaft. Abends sitzen wir schon mit allen Nachbaren im Restaurant beim Camping und haben eine tolle Zeit. 

Das Restaurant muss leider morgen seine Tore schliessen, Corona bedingt in ganz Katalonien... Wir versuchen noch fleissig, alles nicht haltbare, aufzuessen. Das Restaurant Tamariu ist wunderbar gelegen mit Blick auf das Meer, aber vor allem das Essen und die Menschen sind einfach Top! Die Geschichten der Wirtin über die letzten Monate betrüben uns sehr, wir wünschen ihr nur das Beste!